Peter Wüst (†68), einer der Beschuldigten im Raiffeisen-Prozess, ist kurz vor Weihnachten an den Folgen einer schweren Demenzerkrankung verstorben. Das berichtet die «NZZ am Sonntag». Da sein Vermögen eingefroren ist, streiten seine Anwälte mit den Vertretern der Raiffeisenbank um Beiträge an die Spitalkosten.
Wüst galt als eine Schlüsselfigur im Zusammenhang mit den Investment-Vehikeln der Hauptbeschuldigten, der früheren Chefs von Raiffeisen und Aduno, Pierin Vincenz (65) und Beat Stocker (61). Sie kamen nach ihrer Verhaftung umgehend wieder auf freien Fuss. Wüst hingegen hatte bei seiner Inhaftierung einen Schock erlitten.
Stets alle Vorwürfe bestritten
Danach ging es mit seiner Gesundheit steil bergab. Er verlor die Fähigkeit zum Sprechen, ab Ende 2020 konnte er sich auch nicht mehr schriftlich zum Fall äussern, wie die «NZZ am Sonntag» weiter schreibt. Bis zuletzt bestritt der ehemalige Spitzenmanager – er hat unter anderem für die Swissair und die Valora gearbeitet – sämtliche Vorwürfe gegen ihn.
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Weil seine Vermögenswerte eingefroren sind, müssen die Hinterbliebenen jetzt auch die Auslagen für seine Beerdigung dem Gericht vorlegen – und Raiffeisen kann dagegen Beschwerde einlegen, heisst es im Bericht. In den nächsten Tagen wird das 1200 Seiten lange, erstinstanzliche Urteil publik.
Alle Parteien haben bereits Berufung angemeldet. Wann der Prozess vor Obergericht stattfindet, ist noch nicht bekannt. (pbe)