Die Credit Suisse kommt nicht zur Ruhe: Greensill- und Archegos-Debakel, Gerüchte um einen Machtkampf zwischen VR-Präsident und CEO, Mosambik-Affäre. Da kam es der Grossbank im Sommer gelegen, den Streit um die Beschattungsaffäre mit Top-Banker Iqbal Khan (44) beizulegen. Doch jetzt rückt eine neue Recherche die Geschichte wieder ins Rampenlicht.
Die CS soll geplant haben, den ehemaligen Mann der damaligen Freundin von Ex-Konzernchef Tidjane Thiam (59) zu überwachen. Die «SonntagsZeitung» hat aus mehreren Quellen von diesen Plänen erfahren. Ob die Observation durchgeführt wurde, ist unklar.
Klar ist: Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hat bei der Untersuchung der Beschattungsaffäre der CS festgestellt, dass die Grossbank zwischen 2016 und 2019 insgesamt «sieben Observationen plante und grösstenteils durchführte». Bislang waren die Beschattungen der früheren Geschäftsleitungsmitglieder Iqbal Khan und Peter Goerke bekannt. Diese führten auch zum Rauswurf von Thiam.
Wusste Thiam von Beschattung?
Jetzt also wird eine mögliche weitere Beschattung publik. Die «SonntagsZeitung» spekuliert, dass Thiam von diesen Plänen wohl Kenntniss hatte, «da dies direkt das Umfeld des damaligen Konzernchefs betraf». Hat der Ex-CEO der Credit Suisse sein Privatleben mit den Aktivitäten der Bank vermischt?
Die Finma wollte sich auf Anfrage der Zeitung nicht zur Angelegenheit äussern. Die Credit Suisse erklärt: «Grundsätzlich äussern wir uns weder zu konkreten Finma-Enforcementverfahren noch zu Spekulationen in Bezug auf Drittpersonen, ehemalige oder aktuelle Mitarbeiter.» (nim)