Auf einen Blick
- Vorwerk präsentiert neuen Thermomix TM7 mit grossem Event in Berlin
- Neues Modell ermöglicht Kochen ohne Deckel und bietet modulare Plattform-Architektur
- TM7 kostet 1699 Franken, mit Sensor etwas mehr
Grosse Ankündigungs-Events kennt man von Apple oder Microsoft – aber es gibt sie auch für Küchengeräte. Die am Samstag in Berlin erfolgte Präsentation des neusten Thermomix-Geräts – namens TM7 – durch das deutsche Unternehmen Vorwerk löste einen Hype aus, der es mit den IT-Unternehmen fast aufnehmen kann.
Das geht aus Videos des Berliner Events hervor. Der Medienrummel rund um die Ankündigung war enorm. Davor gab es Stillhalteverträge mit hohen Bussen bei Verstössen für alle «Teamleiterinnen»: Der Thermomix wird nicht in Läden, sondern im Direktvertrieb über lokale Beraterinnen verkauft, die wiederum Teamleiterinnen unterstehen. Also ein ähnliches Prinzip wie beim Kultklassiker Tupperware. Mehr als 116'000 Beraterinnen und Berater weltweit bilden laut Vorwerk «die weltweit grösste Direktvertriebs-Community für hochwertige Haushaltsgeräte».
1700 Franken für die Kochhilfe
So ist auch in der Schweiz die Aufregung gross. In sozialen Medien wird das neue Gerät heiss diskutiert. Am Montag (17. Februar) erfolgt in Schlieren ZH die Präsentation für die Schweizer Vertriebsteams. Offiziell erhältlich ist das Gerät zwar erst ab April, aber Vorbestellungen sind bereits möglich. Ein Teaser von Thermomix Schweiz auf Facebook hatte innert kürzester Zeit 40'000 Views – das ist noch ohne die Social-Media-Auftritte der Beraterinnen gezählt.
Wie viele Thermomix-Geräte in Schweizer Küchen im Einsatz sind, verrät Vorwerk nicht. Es dürften aber mehrere Tausend sein – trotz des stolzen Preises. 1699 Franken kostet der TM7, mit einem Temperaturregelungs-Sensor 1798 Franken. Spannendes Detail: In Deutschland wird der TM7 für 1549 Euro angeboten. Das sind 50 Euro mehr, als das Vorgängermodell TM6 kostet. In der Schweiz bleibt der Preis gleich.
Was kann das Gerät denn?
Der Thermomix ist nicht die einzige Multifunktions-Küchenmaschine – es gibt diverse Konkurrenzprodukte, etwa von Bosch. Aber wegen des besonderen (und teils kopierten) Vertriebsmodells sind die Geräte beliebt: Sie werden privat präsentiert, sodass sich Interessenten von den Vorteilen persönlich überzeugen können und zu einer «Community» verschmelzen.
Und was bringt die Maschine? Sie vereinfacht den Alltag in der Küche. Über ein grosses Touch-Display lassen sich aus über 100'000 Vorschlägen Rezeptideen ermitteln. Nach der Wahl eines Rezeptes führt das Gerät durch die Zubereitung: Die Mengen werden automatisch abgewogen, grössere Stücke zerkleinert, Teige geknetet. Dazu lassen sich individuelle Benutzerprofile erstellen. Und: Das eine Gerät ersetzt mehrere Küchengeräte.
Neu am TM7 ist die Möglichkeit, ohne aufgesetzten Deckel zu garen. Dazu ist die Plattform-Architektur modular. Das ermöglicht einfaches Einspielen künftiger Erweiterungen wie KI-gestützte Kochassistenten und Sprachsteuerung.