Für 140 Millionen Franken
Rolex schnappt sich Top-Immobilie an Zürcher Bahnhofstrasse

Die grösste Uhrenmarke der Welt ist auch eine Immobiliengrossmacht. Jetzt schlägt sie an der Zürcher Bahnhofstrasse zu und kauft sich an bester Lage ein nobles Geschäftshaus.
Publiziert: 03.04.2025 um 13:44 Uhr
Das «Haus zum Nordlicht»an der Bahnhofstrasse 40, ein Prachtbau aus dem 19. Jahrhundert.
Foto: PD

Darum gehts

  • Rolex kauft Immobilie an Zürcher Bahnhofstrasse
  • Chopard bleibt Mieter, strategisches Investment von Rolex
  • Geschätzter Kaufpreis der Immobilie: 140 Millionen Franken
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
Marcel Speiser
Bilanz

Rolex ist nicht nur die Schweizer Uhrengrossmacht schlechthin. Auch im Schweizer Immobiliengeschäft mischt die Uhrenmarke kräftig mit. Jetzt hat Marconi Investments, die Immobiliengesellschaft von Rolex, an einer der prestigeträchtigsten Adressen Europas zugeschlagen: Das Unternehmen hat die Liegenschaft an der Bahnhofstrasse 40 in Zürich gekauft. Das geht aus einem Eintrag im Grundbuch hervor.

Die wichtigste Mieterin der Liegenschaft ist derzeit der Genfer Schmuck- und Uhrenhersteller Chopard, der an der Bahnhofstrasse 40 im Erdgeschoss seine Zürcher Boutique betreibt. Die Exponenten von Chopard und Rolex sind bestens miteinander bekannt, beide Firmen sind Fixpunkte des Genfer Establishments. Es ist gemäss diversen Quellen aus der Uhrenindustrie denn auch nicht geplant, dass Rolex Chopard oder den weiteren Mietern der Liegenschaft kündigen würde. Der Kauf der Immobilie sei ein strategisches Investment. Er sei ohne Bezug zum Uhrengeschäft erfolgt.

Zweite Liegenschaft an der Bahnhofstrasse

Tatsächlich würde es wenig Sinn ergeben, wenn Rolex eine weitere Verkaufsstelle an der Bahnhofstrasse eröffnen würde. Nur ein paar Häuser weiter betreibt Bucherer – also ebenfalls Rolex – unter anderem eine grosse Rolex-Boutique, notabene in einer Liegenschaft, die ebenfalls in Firmenbesitz ist. Sie ist allerdings nicht Teil von Marconi, sondern der Luzerner Bucherer Immobilien AG.

Artikel aus der «Bilanz»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Bilanz» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du unter bilanz.ch.

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Schliesslich werden Rolex-Uhren auch bei Beyer, ebenfalls nur wenige Schritte von der Bahnhofstrasse 40 entfernt, verkauft. Zu diesem Geschäft – es gilt als ältester Uhrenhändler der Welt – unterhält Rolex beste Beziehungen. Es gibt gar Gerüchte, dass die Marke mit der Krone Interesse daran hätte, Beyer zu übernehmen – nach dem Vorbild des Bucherer-Deals.

Geschätzter Kaufpreis: 140 Millionen Franken

Verkäuferin der prachtvollen Immobilie an der Bahnhofstrasse 40 ist die Erbengemeinschaft der Familie Ganz, einst bekannt durch ihre Fotografiefachgeschäfte. Firmengründer Johannes Ganz liess das jetzt verkaufte Geschäftshaus – es trägt den schönen Namen «Haus zum Nordlicht» – bereits 1868 erbauen.

Das war im 19. Jahrhundert eine heisse Wette, denn damals war die Bahnhofstrasse längst nicht das, was sie heute ist. Sie war eine reine Verbindungsstrasse zwischen Bahnhof und Paradeplatz, ungepflastert, weg vom Schuss. Erst wenige Jahre bevor Ganz investierte, war sie dem Verkehr übergeben worden. Man hielt Ganz’ Projekt damals für tollkühn, wenn nicht verrückt.

Aber die Wette ging auf: Die Bahnhofstrasse ist heute eine der besten Adressen der Schweiz, nirgends werden für Läden im Erdgeschoss höhere Mieten verlangt – und bezahlt. In Europa sind die Spitzenmieten nur an den Luxusmeilen in Mailand, London und Paris noch teurer.

Der Makler Marc-Christian Riebe, spezialisiert auf Retailflächen an der Bahnhofstrasse und anderen Prime-Lagen, schätzt den Preis, den Rolex für die Liegenschaft bezahlt hat, auf rund 140 Millionen Franken.

Das ist durchaus realistisch. Im Herbst 2023 kaufte Rolex an der Genfer Rue du Rhône, dem Pendant zur Bahnhofstrasse in der Heimatstadt von Rolex, eine Immobilie für 120 Millionen Franken. Dort ist pikanterweise Rolex’ Erzrivale Omega Ankermieter. Und die Swatch Group kaufte vor gut zehn Jahren direkt am Paradeplatz das deutlich grössere Griederhaus – für rund 400 Millionen Franken.

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