Direkt am Zürichsee steht ein riesiges Bauland-Bijou zum Verkauf. Das Areal Rotholz umfasst gut 5000 Quadratmeter, von denen 1600 bebaubar sind. Der Rest gehört zu einer sogenannten Freihaltezone, in der ein Park und ein öffentlich zugänglicher Seeuferweg entstehen sollen. Eine zuvor durchgeführte Architekturstudie zu der Bauzone zeigt Optionen für die Bebauung auf, darunter auch ein zweistöckiges Mehrfamilienhaus.
Um einen möglichen Interessenkonflikt zwischen einem Privatbesitzer und der Gemeinde Meilen ZH zu verhindern, hat der Zürcher Bürger Peter Wolfgang von Matt (61) nun beim Gemeinderat beantragt, dass die Gemeinde das Areal kaufen soll. Er will damit sicherstellen, dass die Gestaltung des Uferbereichs bestmöglich umgesetzt wird – mit genügend Begrünung, freier Sicht auf den See und genug Umschwung für die Öffentlichkeit. «Die Gemeinde als Eigentümerin hätte es (...) in der Hand, das Grundstück möglichst schonend zu bebauen oder dieses ganzheitlich als öffentlich zugänglichen Grünraum zu gestalten», heisst es in der Petition, die Blick vorliegt.
Den Behörden ist von Matt bereits bekannt. Als Privatmann setzt er sich immer wieder für seine Anliegen in der Öffentlichkeit ein. Zuletzt reichte er mehrere Aufsichtsbeschwerden gegen Knallkörper an Volksfesten ein – auch gegen den Böög am Zürcher Sechseläuten. Zudem bodigte er mit der Besonnungs-Initiative die Pläne der Zürcher Kantonalbank, eine Seilbahn über den Zürichsee zu bauen und reichte Rekurs gegen den Rosengartentunnel in der Stadt Zürich ein.
Bauland-Bijou direkt neben Chemieareal
Das Areal Rotholz war ursprünglich Teil der Zeochem AG und somit der CPH Chemie + Papier Holding AG. Es liegt in Meilen, grenzt aber auch an die Gemeinde Uetikon. Bereits 2022, als der Gestaltungsplan «Chance Uetikon» erarbeitet wurde, gab es Pläne für das Areal. Die Idee ist, den öffentlich zugänglichen Bereich am See vom Rotholz bis zum Hafen zu erstrecken.
Bei den aktuellen Verkaufsplänen zeigt sich die Gemeinde Uetikon kooperativ. «Beim Park wollen wir uns gern mit den neuen Eigentümern abstimmen», sagt Hansruedi Bosshard, Bauvorsteher der Gemeinde Uetikon, zur «Zürichsee-Zeitung». Er hoffe auf ein harmonisches Gesamtbild.