Dass Alexis Monney (25) mit seiner überragenden Technik auf der selektiven Stelvio in Bormio (It) triumphieren konnte und auf der berüchtigten Streif in Kitzbühel (Ö) Zweiter wurde, hat im Ski-Zirkus kaum jemand überrascht. Unerwartet kommt für viele jedoch Monneys dritter Rang auf der Gleiter-Abfahrt von Crans Montana VS. «Ich bin selber überrascht, dass ich auf dieser Piste derart gut mithalten konnte», gesteht der Fribourger und deutet mit einem Finger auf den Ski: «Wir haben für diese speziellen Bedingungen das perfekte Setup gefunden, meine Stöckli-Ski sind brutal schnell gelaufen.»
Niels Hintermann nennt aber noch einen anderen Grund, warum sein 25-jähriger Teamkollege jetzt auch auf vermeintlich einfachen Strecken schnell sein kann: «Alexis hat sich innerhalb von einem Jahr in körperlicher Hinsicht enorm weiterentwickelt und kann dadurch in den Gleitkurven viel mehr Speed aufbauen.»
Monney mag den Rummel nicht so
Der zweifache WM-Medaillengewinner (Bronze in der Abfahrt, Silber in der Team-Kombination) ist genau wie Franjo von Allmen ein Schüler von Europacup-Trainer Franz Heinzer (62). In den Augen des Abfahrts-Weltmeisters von 1991 müsste Alexis ein Award für die eindrücklichste Fahrt in dieser Weltcup-Saison erhalten. «Obwohl die Bedingungen in der Altjahrswoche in Bormio absolut grenzwertig waren, hat Monney diese Aufgabe in fast schon spielerischer Manier gemeistert. Für mich war das die eindrücklichste Leistung in diesem Weltcup-Abfahrts-Winter.»
In der Abfahrtsgesamtwertung liegt Monney hinter Odermatt und von Allmen an dritter Stelle (185 Punkte Rückstand). Auch im Ranking der Fans kommt der Modell-Athlet aus Châtel-Saint-Denis FR der Spitze immer näher. Das löst bei Monney jedoch gemischte Gefühle aus: «Ich bin nicht Skirennfahrer geworden, damit ein grosser Rummel um mich herrscht – das fällt mir nicht immer einfach. Ich versuche, mir dennoch möglichst viel Zeit für die Fans zu nehmen, weil mir bewusst ist, dass diese Leute ganz wichtig sind.»