Während sich Daniel Yule über den dritten Sieg beim Slalom von Madonna di Campiglio (It) freut, herrscht bei den Österreichern nicht nur gute Laune. Sie verpassen zum vierten Mal in Folge das Podest des Nachtspektakels, fahren aber dank Manuel Feller (5.), Marco Schwarz (6.), Fabio Gstrein (8.) und Adrian Pertl (9.) ein starkes Team-Resultat heraus. Es hätte gar noch besser sein können, wären da nicht die Slalomstangen gewesen.
Auffallend oft werden diese im 2. Lauf ausgerissen und auf die Piste gespickt. FIS-Renndirektor Markus Waldner sagt im Interview mit ORF, dass es genau elf Stangen waren. Der Grund? Defekte Schrauben, bei denen offenbar etwas mit der Legierung nicht stimmt. Mit diesen werden die Stangen am Gewinde, welches im Schnee steckt, befestigt. Aufgrund des Defekts haben sie sich von diesem gelöst.
Keine zweite Chance
Besonders viel Pech hat Johannes Strolz (34). Der Kombi-Olympiasieger von Peking 2022 ist als Halbzeit-Sechster auch im 2. Lauf gut unterwegs. Doch aus einem Top-Resultat wird nichts. Auch bei ihm löst sich eine Stange, fliegt durch die Luft und landet ein Tor später vor seinen Ski. Er hat keine Chance auszuweichen, scheidet auf ärgerliche Art und Weise aus.
Noch einmal starten darf er nicht, obwohl er zurück nach oben geht und sich Österreichs Cheftrainer Marko Pfeifer dafür einsetzt. «Er hat mich dreimal deswegen angefunkt», verrät Waldner. «Aber in dem Fall gibts keinen Re-Run.»
Höhere Gewalt
Der FIS-Rennleiter erklärt, wieso: «Es ist höhere Gewalt. Wenns nicht ordentlich befestigt und quasi die Schuld der Pistenarbeiter ist, dann gibts einen Re-Run. Aber so nicht.» Er habe mit Strolz geredet, ihm das Ganze erklärt. «Mir tuts sehr leid für ihn. Er hat wirklich Pech gehabt, dass er die Stange unter die Ski gekriegt hat», so Waldner. «Ich verspreche, dass wir der Sache nachgehen werden.»
Strolz sagt gegenüber ORF, dass er gerne noch einmal gestartet wäre, das Reglement aber akzeptiere. Trotz Ärger trägt er es mit Fassung, denn «im Skisport gibt es vieles, das wir nicht beeinflussen können.» Letztendlich ist er vor allem eines: Froh, dass nichts passiert ist. Denn: «Sowas könnte auch blöd ausgehen mit einer Verletzung.» (bir)