Auf einen Blick
- Urs Brotzer begeistert mit kreativen Kostümen beim Zürcher Silvesterlauf seit 2014
- Seine aufwändigsten Kreationen: Märlitram-Nachbau und wandelnder Christbaum
- Für 2024 plant er ein Lebkuchenhäuschen nach einmonatiger Arbeit
Urs Brotzer spielt seine wochenlange Arbeit fast ein wenig herunter: «Ein riesiges Talent muss man hierfür nicht sein», meint er lachend. Und doch wird beim Betrachten seiner Werke schnell klar: Da steckt viel Liebe und Aufwand drin. Seit 2014 ist der 61-Jährige aus Dietlikon ZH beim «Run for Fun»-Bewerb des Zürcher Silvesterlaufs nicht mehr wegzudenken – weil er einfach immer aus der Masse heraussticht.
Im ersten Jahr verkleidete er sich aus Jux als Weihnachtspäckli, um die 5,5 Kilometer lange Strecke zu absolvieren. Partnerin Theres lief als Engel mit. «Das hat lustige Reaktionen ausgelöst, alle hatten grosse Freude an uns», erinnert sich der Frühpensionär. Es war die Geburtsstunde einer neuen Leidenschaft von Brotzer, der sich in den Folgejahren immer grössere und ausgefallenere Bastelarbeiten einfallen liess und dadurch auch den Silvesterlauf mitprägte. Eine Preisverleihung für die kreativsten Läufer wurde eingeführt – und, na klar, Brotzer sahnte dabei ordentlich ab. Er wurde mit seinen Kreationen quasi zum Seriensieger: Mal ging er als Kerze, dann als wandelnder Christbaum, als Marroni-Tüte inklusive von Partnerin Theres verkörpertem Marroni-Häuschen und sogar als Fondue-Caquelon mit silberner Gabel und Brotstück.
Ausdauer-Legende Tadesse Abraham sagt am diesjährigen Silvesterlauf Tschüss! Der 42-Jährige beendet mit seiner zehnten Teilnahme seine Karriere als Profiläufer. Er tut dies in Top-Form und nur wenige Wochen, nachdem er in Valencia bei seinem Dernièren-Marathon mit 2:04,40 Stunden einen neuen Schweizer Rekord aufgestellt hat. Neben Abraham werden auch Dominic Lobalu, Matthias Kyburz und Julien Wanders sowie Helen Bekele, Chiara Scherrer und Valentina Rosamilia am Start sein.
Wichtig für Kurzentschlossene am Sonntag: Wer sich spontan noch für eine der zahlreichen Kategorien beim Zürcher Silvesterlauf anmelden möchte, kann dies bis eine Stunde vor Start noch tun. (mpe)
Ausdauer-Legende Tadesse Abraham sagt am diesjährigen Silvesterlauf Tschüss! Der 42-Jährige beendet mit seiner zehnten Teilnahme seine Karriere als Profiläufer. Er tut dies in Top-Form und nur wenige Wochen, nachdem er in Valencia bei seinem Dernièren-Marathon mit 2:04,40 Stunden einen neuen Schweizer Rekord aufgestellt hat. Neben Abraham werden auch Dominic Lobalu, Matthias Kyburz und Julien Wanders sowie Helen Bekele, Chiara Scherrer und Valentina Rosamilia am Start sein.
Wichtig für Kurzentschlossene am Sonntag: Wer sich spontan noch für eine der zahlreichen Kategorien beim Zürcher Silvesterlauf anmelden möchte, kann dies bis eine Stunde vor Start noch tun. (mpe)
«Dann ist immer die Hölle los»
Das Highlight bislang bot er aber 2023, als er das beliebte Zürcher Märlitram nachbaute und auch damit den ersten Preis gewann. «Das war sicher mein aufwändigstes Modell – weil es viele kleine Details zu beachten gab», so Brotzer, der betont, er mache dies nie für die oft mit Gutscheinen prämierten Platzierungen. Das ist für den begeisterten Ausdauersportler, der früher auch Ironmans, Bergläufe und einen 100-Kilometerlauf bestritt, zweitrangig: «Ich habe schon einen gewissen Ansporn, etwas Schönes herzustellen. Aber wichtig ist mir vor allem die Stimmung vor Ort. Wenn man so den Lauf absolviert, ist am Streckenrand immer die Hölle los. Nur schon auf der Hinfahrt mit dem Zug habe ich jeweils eine grosse Traube Leute um mich herum.»
Das dürfte auch heuer so sein, wenn Brotzer am Sonntag sein neustes, handgemachtes Silvesterlauf-Werk präsentiert. Für Blick verrät er schon einen Tag davor, was das Sujet sein wird: Ein Lebkuchenhäuschen, an dem er seit Anfang November gearbeitet hat. Inklusive Schornstein-Rauch, den er sich auf einen Velohelm pappt.
Ob er damit wieder alle in den Schatten stellt? Gut möglich. Gelohnt hat sich für ihn der Effort aber auch schon früher: «Nämlich dann, wenn ich merke, dass die Leute wieder Freude an diesem Kostüm haben.»