«Für die Fifa ist das ein absolutes PR-Desaster»
4:26
Blick-Sportchefin Buchli:«Für die Fifa ist das ein absolutes PR-Desaster»

Nach Skandalaussage von Botschafter
Wie sicher wird die WM für Schwule?

Ein WM-Botschafter schockt kurz vor Turnierbeginn mit einer Aussage übers Schwulsein. Was bedeutet dies für homosexuelle Fussballfans? Können sie bedenkenlos nach Katar reisen?
Publiziert: 08.11.2022 um 11:31 Uhr
|
Aktualisiert: 08.11.2022 um 14:36 Uhr
1/7
Für die WM in Katar gibts viel Kritik.
Foto: AFP

Seit die Weltmeisterschaft 2022 im Dezember 2010 an Katar vergeben wurde, gibt es Kritik für den Austragungsort. Weil dort gegen Menschenrechte verstossen wird, weil während den Bauarbeiten Tausende Arbeiter ihr Leben verloren haben.

Nun sorgt die Aussage von Ex-Nationalspieler Khalid Salman (60), der offizieller WM-Botschafter ist, keine zwei Wochen vor Turnierbeginn für den nächsten Aufschrei. Er bezeichnet in einem Interview Schwulsein als «geistigen Schaden».

Hier wird das Interview des WM-Botschafters abgebrochen
0:45
Nach Skandal-Aussagen:Hier wird das Interview des WM-Botschafters abgebrochen

Katar und Homosexualität

Katar ist ein islamisches Land. Im Einklang mit dieser Religion ist Homosexualität gesetzlich verboten. Wer dagegen verstösst, wird verfolgt, bedroht und kann bis zu sieben Jahre im Gefängnis landen. Unter Umständen kann es gar die Todesstrafe geben.

Sind Homosexuelle in Katar sicher?

Viele Homosexuelle verzichten deshalb auf eine Reise nach Katar. Sie haben Angst, dass sie ihre sexuelle Orientierung nicht verstecken können und bestraft werden.

Allerdings heisst es von offizieller Seite, dass sie sich deswegen keine Sorgen machen müssen. Zumindest sagt dies die deutsche Innenministerin Nancy Faeser, nachdem sie auf einer Stippvisite Katars Premierminister Scheich Chalid bin Chalifa Al-Thani getroffen hat.

«Alle Menschen, egal woher sie kommen, wen sie lieben und woran sie glauben, müssen bei der WM sicher sein. Jeder Fan muss sich frei und ohne Angst bewegen können», so Faeser. «Diese Sicherheitsgarantie hat mir der Premierminister gegeben.»

Liebe in Katar öffentlich zeigen?

Mit der Aussage des WM-Botschafters kommen nun aber Zweifel auf an der Zusicherung des Premierministers. Auch wenn Turnierchef Nasser Al Khater gegenüber «Sky News» sagte, Besucher würden nicht diskriminiert werden und Homosexuellen sei das Händchenhalten nicht verboten. «Alles, worum wir die Leute bitten, ist, Respekt für unsere Kultur zu zeigen.»

Der Schweizer Botschafter Edgar Dörig hat indes eine klare Meinung. Er empfiehlt allen Homosexuellen zur eigenen Sicherheit, ihre Liebe in Katar nicht öffentlich zu zeigen. Das stehe auch so im eidgenössischen Reisehinweis.

«Schwule werden gejagt, gekidnappt und eingesperrt»
6:40
Homosexualität in Katar:«Schwule werden gejagt, gekidnappt und eingesperrt»

Regenbogenfarben in Katar?

Die Regenbogenfahne gilt als das Symbol der LGBTQ+-Bewegung. Viele zeigen damit ihre Solidarität und Unterstützung. Gerade weil in Katar Homosexualität verboten ist, bietet sich an, die Fahne dort zu zeigen. Per se ist dies nicht verboten.

Ein katarischer Sicherheitsverantwortlicher sprach sich im Frühjahr gegen das Zeigen von Regenbogenfahnen aus. Falls ein Fan «die Regenbogenfahne zeigt und ich sie ihm wegnehme, geschieht dies nicht, weil ich sie wirklich nehmen will, um ihn zu beleidigen, sondern um ihn zu schützen», sagte er der Nachrichtenagentur AP. Dies, um ihn vor möglichen Angriffen zu schützen.

Wer nicht darauf verzichten will, ein Zeichen zu setzen, sind Captains der Nationalmannschaften. Zumindest ein Grossteil, unter ihnen auch Nati-Captain Granit Xhaka (30), wird mit spezieller Binde auflaufen. Auf dieser ist ein Herz in bunten Farben sowie die Aufschrift «One Love». Allerdings entsprechen die Farben nicht der Regenbogenfahne, sondern sind eine abgewandelte Version davon. Die Aussage dahinter ist jedoch die gleiche: Die Spieler sind gegen Diskriminierung und für Vielfalt.

Gibt es schwule Fussballer?

In den WM-Kadern gibt es keinen Fussballer, der sich geoutet hat. Das heisst aber nicht, dass es keine Homosexuellen unter ihnen gibt. Von höherklassig spielenden Fussballern sind Jake Daniels vom englischen Zweitligisten Blackpool und Josh Cavallo, der beim australischen Erstligisten Adelaide United spielt, die einzigen, die sich offiziell geoutet haben.

Der englische Ex-Stürmerstar Gary Lineker (61) hofft, dass es bald mehr werden. Wie er dem «Daily Mirror» sagte, kenne er schwule Premier-League-Spieler, die schon kurz davor waren, sich zu outen. Lineker äussert gar einen besonderen Wunsch: «Es wäre grossartig, wenn einer oder zwei von ihnen während der WM ihr Coming-out hätten».

Angesichts der Lage in Katar eher unwahrscheinlich, dass dies eintritt. Denn mit den neuesten Aussagen eines offiziellen Botschafters erscheint alles in einem anderen Licht.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
0
0
0
1
Luxemburg
Luxemburg
0
0
0
1
Nordirland
Nordirland
0
0
0
1
Slowakei
Slowakei
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kosovo
Kosovo
0
0
0
1
Slowenien
Slowenien
0
0
0
1
Schweden
Schweden
0
0
0
1
Schweiz
Schweiz
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belarus
Belarus
0
0
0
1
Dänemark
Dänemark
0
0
0
1
Griechenland
Griechenland
0
0
0
1
Schottland
Schottland
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Aserbaidschan
Aserbaidschan
0
0
0
1
Frankreich
Frankreich
0
0
0
1
Island
Island
0
0
0
1
Ukraine
Ukraine
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bulgarien
Bulgarien
0
0
0
1
Georgien
Georgien
0
0
0
1
Spanien
Spanien
0
0
0
1
Türkei
Türkei
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Armenien
Armenien
0
0
0
1
Ungarn
Ungarn
0
0
0
1
Irland
Irland
0
0
0
1
Portugal
Portugal
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Polen
Polen
2
3
6
2
Finnland
Finnland
2
1
4
3
Litauen
Litauen
2
-1
1
4
Niederlande
Niederlande
0
0
0
5
Malta
Malta
2
-3
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
2
2
6
2
Rumänien
Rumänien
2
3
3
3
Zypern
Zypern
2
1
3
4
Österreich
Österreich
0
0
0
5
San Marino
San Marino
2
-6
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Norwegen
Norwegen
2
7
6
2
Estland
Estland
2
0
3
3
Israel
Israel
2
-1
3
4
Italien
Italien
0
0
0
5
Moldawien
Moldawien
2
-6
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Nordmazedonien
Nordmazedonien
2
3
4
2
Wales
Wales
2
2
4
3
Kasachstan
Kasachstan
2
0
3
4
Belgien
Belgien
0
0
0
5
Liechtenstein
Liechtenstein
2
-5
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
2
5
6
2
Albanien
Albanien
2
1
3
3
Lettland
Lettland
2
-2
3
4
Serbien
Serbien
0
0
0
5
Andorra
Andorra
2
-4
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechien
Tschechien
2
5
6
2
Montenegro
Montenegro
2
3
6
3
Kroatien
Kroatien
0
0
0
4
Färöer
Färöer
2
-2
0
5
Gibraltar
Gibraltar
2
-6
0
Qualifiziert
Playoffs
Fehler gefunden? Jetzt melden
Was sagst du dazu?