England-Coach unter Druck
Streift Southgate sein Angsthasen-Image ab?

Nach seinem Fehlschuss im EM-Halbfinal 1996 stülpte sich Gareth Southgate (52) eine Mülltüte über den Kopf. Muss er sich nach der WM erneut verstecken?
Publiziert: 21.11.2022 um 11:12 Uhr
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Aktualisiert: 21.11.2022 um 11:18 Uhr
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Gareth Southgate verschiesst im EM-Halbfinal 1996 gegen Deutschland den entscheidenen Elfmeter ...
Foto: keystone-sda.ch
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Stefan KreisReporter Fussball

Klar, es gibt sie, die englischen Top-Trainer. Der aktuelle Chelsea-Coach Graham Potter hat bei Brighton jahrelang gerissen. Eddie Howe macht bei Newcastle einen starken Job. Und doch stehen sie alle im Schatten der Guardiolas, der Klopps, der Contes und der Emerys dieser Welt. Grosse Trainer. Typen, die Titel gewonnen haben.

Die aktuellen englischen Coaches hingegen haben noch keine nennenswerte Trophäe im Schrank. Dasselbe gilt für den wichtigsten Trainer des Landes, Gareth Southgate. Als Middlesbrough-Coach holte er in über 150 Spielen mickrige 1,25 Zähler. Als Trainer der englischen U21 gewann er zwar praktisch jedes Spiel, einen Titel aber hat er nicht geholt. Und als Coach der «Three Lions» buchte er in bislang 76 Spielen zwar starke 2,08 Punkte. Sein Land aber hat er nicht erlöst. EM-Final gegen Italien. Wembley. Niederlage im Penaltyschiessen.

Damals wechselte Southgate mit Rashford und Sancho zwei Elfmeterschützen ein, die im Training am besten trafen. Während der EM aber nur eine Nebenrolle spielten. Und im entscheidenden Moment versagten. So wie Southgate selbst, als er EM-Halbfinal 1996 gegen Deutschland den entscheidenden Penalty verballert.

Southgate mit Verlierer-Image

Seither haftet dem Mann aus Watford ein Verlierer-Image an. Wochen nach seinem Fehlschuss wirbt er für eine Pizza-Kette, streift sich zum Jux eine Mülltüte über den Kopf. Weil die ganze Nation ihn für das Ausscheiden verantwortlich machte.

Auch als Trainer spürt er harten Gegenwind. Weil er eher auf Sicherheit als auf Risiko setzt. Gehts gut, spricht keiner über die Taktik. Gehts schief, wird von Angsthasenfusball gesprochen. So wie nach dem verlorenen EM-Final. Dort zog sich die Elf nach druckvollem Beginn und früher Führung zurück, verwaltete bloss, statt die offensiven Stärken der Mannschaft auszuspielen. Die Quittung kam in Form des Ausgleichs. Und der Niederlage in der Elfer-Lotterie.

Ein Jahr später ist der eine Fehlschütze (Sancho) erst gar nicht im Kader. Und der andere (Rashford) wird erneut bloss eine Nebenrolle spielen. Was viel über das Offensivpotenzial um Superstar Harry Kane, Raheem Sterling, Mason Mount, Phil Foden und Co. aussagt. Ob Southgate dieses ausschöpfen wird? Oder zieht er sich nach der WM erneut eine Tüte über den Kopf?

Erste Antworten gibts am Montag im Spiel gegen den Iran.


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Österreich
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