Bester Nati-Spieler in Dänemark
Fabian Schär stand vor Ausbootung, jetzt ist er Hoffnungsträger

Erst fast ausgebootet, dann zurück in der Startelf und bester Schweizer gegen Dänemark: Nati-Verteidiger Fabian Schär hat verrückte Tage hinter sich. Und darf plötzlich wieder auf viele Minuten an der EM hoffen.
Publiziert: 25.03.2024 um 01:37 Uhr
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Aktualisiert: 25.03.2024 um 09:43 Uhr
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Fabian Schär (links) macht gegen Dänemark ein starkes Spiel.
Foto: TOTO MARTI

Dass die Nati von den letzten acht Spielen nur eines gewonnen hat und das auch noch gegen Fussball-Zwerg Andorra (3:0), ist in erster Linie kein Problem der Abwehr. Abschlachten hat sie sich ja nie lassen. Das Positive, das Murat Yakins Mannschaft aus dem 0:0 zum Start ins EM-Jahr mitnehmen kann: Defensiv scheint das neue System mit Dreierkette zu funktionieren. Als erste Gastmannschaft seit knapp zwei Jahren bleibt die Nati in Dänemark ohne Gegentor.

Teil dieser Dreierkette im Kopenhagener Parken-Stadion ist Fabian Schär. Auf den ersten Blick normal, schliesslich gehört der Ostschweizer seit Jahren zum unangefochtenen Stammpersonal bei Premier-League-Spitzenklub Newcastle. Doch seine Nomination für die Startelf ist eine faustdicke Überraschung. Und ein weiterer Nachweis für Murat Yakins Unberechenbarkeit. Nach dem Motto: Was man sagt, muss noch lange nicht sein, was man tut...

Yakin liebäugelte mit Schär-Ausbootung

Als Yakin nämlich am 14. März sein Kader für den ersten Zusammenzug im EM-Jahr bekannt gibt, steht Schär zwar auf der Liste, vom Natitrainer aber gibts eine klare Ansage an jenen mittlerweile 32-jährigen Mann, den er einst höchstpersönlich beim FC Basel zum Nationalspieler formte: «Wir hatten ein intensives Gespräch, offen und ehrlich, so haben wir das bislang noch nicht besprochen. Er kennt jetzt seine Rolle.»

Damit war damals nichts anderes gemeint als Rang 3 in der Innenverteidiger-Hierarchie, hinter Manuel Akanji und Nico Elvedi. Dieses Duo bildete seit Beginn der Ära Yakin im Sommer 2021 zwar meistens das Abwehrzentrum. Aber eben – unter vier Augen in einem langen Gespräch hat Yakin seine Skepsis erst kürzlich mitgeteilt. Mehr noch: Gemäss Blick-Infos spielte Yakin Anfang Jahr mit dem Gedanken, komplett auf Schär zu verzichten. Kam nach dem Treffen der beiden in London aber darauf zurück.

Schär ist der beste Schweizer auf dem Platz

Vom Streichkandidaten zum Hoffnungsträger. Ein solcher nämlich ist Schär ab sofort: Beflügelt vom unverhofften Einsatz bleibt er in Dänemark fehlerfrei. Hat in der ersten Halbzeit mehr Ballkontakte als alle Schweizer. Packt Diagonalbälle aus, wie sie in der Nati eben nur Schär schlagen kann. Und zeigt, dass er auch im gesetzten Fussballeralter das Flair für den Vorwärtsgang im Repertoire hat. Was dem laufen Lüftchen namens Nati-Offensive nur guttun kann.

Kurz: Er ist gegen Dänemark der beste Schweizer auf dem Platz. Die Nati-Startelf ohne einen Platz für Schär? In dieser Form fast undenkbar!

Schär schlägt zurück! Da liegt nach der persönlich schwierigen Zeit sogar ein bisschen Eigenlob drin. «Ich versuche immer, meine Leistung zu bringen. Das hat hier in Dänemark ganz gut geklappt», sagt Schär, der zuletzt im November 2021 einen Nati-Einsatz ohne Gegentor beendete. Er habe wie alle Nati-Stars erst am Spieltag erfahren, dass er in der Startelf stehe. «Dann haben wir es defensiv gut gemacht im Kollektiv. Dänemark hatte meines Wissens keine einzige grosse Torchance. Anschauen müssen wir sicher, wie wir selber öfter in gute Abschlussposition kommen. Da brauchts mehr Risiko und mehr Spieler im gegnerischen Strafraum.»

EM-Chancen für Schär sind gestiegen

Klar: Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling. Schärs schwache Auftritte im letzten Herbst, als er bei mehreren Gegentoren im Schilf stand, sind ein nachvollziehbarer Grund für die Nati-internen Zweifel an ihm. Aber im Fussball spielt das Momentum eine grosse Rolle. Und das liegt nun wieder bei Schär.

Der Innenverteidiger vielsagend: «Der Trainer besuchte mich in England und wir hatten ein gutes Gespräch. Es dauert noch ein bisschen bis zur EM. Jeder kann sich präsentieren und dann schauen wir mal, welche Elf im ersten Spiel auflaufen wird.» Die Chancen, dass Schär dazugehört, sind seit dem Dänemark-Spiel wieder gestiegen.

Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
0
0
0
1
Luxemburg
Luxemburg
0
0
0
1
Nordirland
Nordirland
0
0
0
1
Slowakei
Slowakei
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kosovo
Kosovo
0
0
0
1
Slowenien
Slowenien
0
0
0
1
Schweden
Schweden
0
0
0
1
Schweiz
Schweiz
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belarus
Belarus
0
0
0
1
Dänemark
Dänemark
0
0
0
1
Griechenland
Griechenland
0
0
0
1
Schottland
Schottland
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Aserbaidschan
Aserbaidschan
0
0
0
1
Frankreich
Frankreich
0
0
0
1
Island
Island
0
0
0
1
Ukraine
Ukraine
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bulgarien
Bulgarien
0
0
0
1
Georgien
Georgien
0
0
0
1
Spanien
Spanien
0
0
0
1
Türkei
Türkei
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Armenien
Armenien
0
0
0
1
Ungarn
Ungarn
0
0
0
1
Irland
Irland
0
0
0
1
Portugal
Portugal
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Polen
Polen
2
3
6
2
Finnland
Finnland
2
1
4
3
Litauen
Litauen
2
-1
1
4
Niederlande
Niederlande
0
0
0
5
Malta
Malta
2
-3
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
2
2
6
2
Rumänien
Rumänien
2
3
3
3
Zypern
Zypern
2
1
3
4
Österreich
Österreich
0
0
0
5
San Marino
San Marino
2
-6
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Norwegen
Norwegen
2
7
6
2
Estland
Estland
2
0
3
3
Israel
Israel
2
-1
3
4
Italien
Italien
0
0
0
5
Moldawien
Moldawien
2
-6
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Nordmazedonien
Nordmazedonien
2
3
4
2
Wales
Wales
2
2
4
3
Kasachstan
Kasachstan
2
0
3
4
Belgien
Belgien
0
0
0
5
Liechtenstein
Liechtenstein
2
-5
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
2
5
6
2
Albanien
Albanien
2
1
3
3
Lettland
Lettland
2
-2
3
4
Serbien
Serbien
0
0
0
5
Andorra
Andorra
2
-4
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechien
Tschechien
2
5
6
2
Montenegro
Montenegro
2
3
6
3
Kroatien
Kroatien
0
0
0
4
Färöer
Färöer
2
-2
0
5
Gibraltar
Gibraltar
2
-6
0
Qualifiziert
Playoffs
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