Nur schon die Szenerie ist der Horror. Wegen der durch die Corona-Pandemie bedingten Besucher-Einschränkungen im Spital sitzt Jennifer «Jen» Beattie (29) ohne Begleitung alleine in einem Raum, als sie im Oktober vom Arzt die Schock-Diagnose erhält: Brustkrebs.
Die Arsenal-Spielerin erzählt es dem TV-Sender BBC: «Es war brutal. Ich musste alleine zum Termin, niemand konnte bei mir sein. Bei dieser Diagnose denkt man automatisch an das Schlimmste. Ich habe also gefragt: Werde ich nun sterben? Ich war komplett in Panik.»
Teamkollegin von Schweizer Nationalspielerinnen
Corona verhindert sogar, dass die Familie der schottischen Nationalspielerin aus Glasgow nach London reisen kann. «Das war erschütternd», sagt Beattie, «doch dann habe ich festgestellt, warum es im Sport heisst, es sei eine Familie ausserhalb der Familie. Die Girls waren einfach fantastisch.»
Die Schottin spielt im Arsenal-Starensemble auch mit den Schweizer Nati-Spielerinnen Lia Wälti, Noelle Maritz und Malin Gut. Das ganze Team und der Staff habe sie unglaublich unterstützt. «Ich weiss nicht, ob ich es ohne diese Unterstützung geschafft hätte.»
Das Verrückte: Drei Tage nach der Schock-Diagnose spielt Beattie nochmals. Und sie schiesst gegen Brighton sogar ein Tor. Ihr kommen die Tränen, als sie am TV erzählt: «Der Torjubel fasst gut zusammen, wieviel Unterstützung und welch positive Energie ich durch meine Teamkolleginnen erfahren habe.»
Bereits wieder gespielt
Dann muss sie zur OP, um den Knoten zu entfernen. Es folgt die riesige Erleichterung: Der Brustkrebs hat keine Ableger gebildet, die Chancen sind gut, vollständig zu genesen. «Da wusste ich, dass ich die Rückkehr schaffen kann.»
Nun hat Beattie bereits auch wieder für Schottland gespielt. «Das wichtigste Länderspiel meiner Karriere, denn es war das erste nach der Krebs-Erkrankung.» Die Behandlung ist zwar noch nicht ganz abgeschlossen, aber die Schottin macht anderen Frauen Mut: «Auch wenn man sich momentan im Spital wegen Covid fürchtet: Lasst euch bei einem Verdacht checken!»