Vom Liebhaber bis zum Angeber
Diese vier Typen von Investoren buhlen um Chelsea

Weil der Oligarch Roman Abramowitsch den Klub verkaufen muss, bringen sich diverse Investoren bei Chelsea in Stellung. Ihre Absichten sind unterschiedlichster Natur.
Publiziert: 17.03.2022 um 11:22 Uhr
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Aktualisiert: 17.03.2022 um 15:08 Uhr
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Roman Abramowitsch hat viel Geld in Chelsea gepumpt.
Foto: AFP
Andrea Cattani

Das Ringen um den englischen Traditionsklub Chelsea geht in die finale Phase. Noch bis Freitag können Investoren ein Angebot für die Übernahme der Blues abgeben. Vermutet wird ein Preis zwischen 2 und 3,5 Milliarden Franken.

Bei dieser happigen Summe stellt sich die Frage: Was wollen all diese Interessenten mit einem Koloss wie Chelsea, der zwar bei seinen Fans als «Pride of London» («Der Stolz Londons») gilt, aber vor allem sehr viel Geld kostet?

Die möglichen Nachfolger von Abramowitsch (55) lassen sich am ehesten in vier Kategorien unterteilen.

Die Liebhaber

Vieles deutet darauf hin, dass Abramowitsch vor allem aus Liebe zum Fussball an der Stamford Bridge einstieg. Er konnte das verschuldete und chronisch erfolglose Team zwar vergleichsweise günstig übernehmen (damaliger Kaufpreis: 140 Millionen Pfund). Der Russe machte daraus aber nicht einfach ein konzeptloses Star-Ensemble, sondern investierte oft mit einer erkennbaren Strategie. Vor hohen Kosten schützte ihn aber auch das nicht. Bis heute – so Schätzungen – hat auch Abramowitsch bei Chelsea weit über eine Milliarde Franken ausgegeben.

Nochmals dürfte der Klub kaum an einen «Liebhaber des Fussballs» übergehen. Dafür ist Chelsea schlicht zu teuer geworden.

Die Image-Beauftragten

Ganz vorne mit dabei im Kampf um Chelsea ist die Saudi Media Group um den Unternehmer Mohamed Al-Khereiji. Dieser soll selber ein Chelsea-Fan sein. Das alleine wird aber kaum als Motivation für das Kaufgebot in Höhe von über 3,2 Milliarden Franken gereicht haben.

Wie bei vielen anderen Übernahmen durch schwerreiche Investoren aus dem arabischen Raum muss stattdessen auch hier eine Image-Kampagne vermutet werden. Klubs wie Manchester City, Newcastle United oder auch Paris Saint-Germain sind mittlerweile direkt oder indirekt in den Händen von umstrittenen Regierungen. Und sie helfen den Regimes, von den Missständen im eigenen Land abzulenken und sich ein Image als Sport-Grossmacht zu verpassen.

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Die Geschäftsleute

Es ist tatsächlich möglich, in Fussballklubs wie Chelsea trotz horrender Ausgaben ein Geschäftsmodell zu sehen. Das dürfte auch beim Schweizer Milliardär Hansjörg Wyss (86) der Fall sein.

Der Berner will zusammen mit einem US-Konsortium Chelsea übernehmen. Und vor allem die Investoren aus Übersee wissen, wie man Sport-Mannschaften erfolgreich global vermarkten und somit Geld verdienen kann. Zum Portfolio von Wyss' Partner Ted Boehly gehört beispielsweise das Baseball-Team Los Angeles Dodgers. Aktueller Marktwert: 3,5 Milliarden Dollar.

Die Angeber

Seit der Chelsea-Verkauf die Runde gemacht hat, werden auch immer wieder kuriose Namen als Kauf-Interessenten gehandelt. Einer von ihnen ist der türkische Unternehmer Muhsin Bayrak, der eine Übernahme des Klubs schon vor Tagen als quasi fix verkündet hat. Oder der irische Kampfsportler Connor McGregor, der über Social Media ebenfalls Kauf-Absichten geäussert hat – obwohl sein Vermögen nicht ansatzweise reicht für eine Übernahme.

In diesen Fällen dürfte es aber bei vollmundigen Ankündigungen bleiben. Die Übernahme-Absichten sollen hier wohl vor allem für Aufmerksamkeit sorgen.

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Mannschaft
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Liverpool FC
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2
Arsenal FC
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31
30
62
3
Nottingham Forest
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31
14
57
4
Chelsea FC
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30
17
52
5
Manchester City
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30
17
51
6
Aston Villa
Aston Villa
31
0
51
7
Newcastle United
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29
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50
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Brighton & Hove Albion
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31
2
47
9
AFC Bournemouth
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31
11
45
10
FC Fulham
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30
4
45
11
Crystal Palace
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30
4
43
12
Brentford FC
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30
4
41
13
Manchester United
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30
-4
37
14
Everton FC
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31
-5
35
15
West Ham United
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31
-17
35
16
Tottenham Hotspur
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30
11
34
17
Wolverhampton Wanderers
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31
-16
32
18
Ipswich Town
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31
-34
20
19
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30
-42
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