Jetzt ist es passiert: Burgos CF hat den ersten Gegentreffer kassiert. Zwei Monate und zwei Tage nach Saisonstart. Nach sechs 0:0-Spielen in zehn Runden. Ausgerechnet bei der Partie gegen das Schlusslicht der zweiten spanischen Liga.
Rote Karte und verrückte Nachspielzeit
Irgendwie passt es zum Drehbuch der Abwehr-Könige aus dem Norden des Landes: Die aussergewöhnliche Serie ohne Gegentor (saisonübergreifend 12 Spiele) endet beim Spiel gegen den Tabellenletzten Mirandes mit einem Schlussbouquet: Zuerst kriegt Goalie-Held Jose Caro, der alle Gegner verzweifeln liess, die Rote Karte. Dann erzielt das Schlusslicht in der 94. Minute den Ausgleich, welcher der Mega-Serie ein Ende setzt.
Trübsal blasen, weil die Serie gerissen ist? Mitnichten! In der 12. Minute der Nachspielzeit (!) gelingt Burgos tatsächlich noch das Siegtor zum 2:1.
Jetzt wandert der Fokus auf den Aufstieg
Burgos-Goalie Jose Caro verewigt sich als Torhüter in den Geschichtsbüchern, indem er sein Team nach Saisonbeginn 928 Minuten lang vor einem Gegentor bewahrte. Er knöpfte den spanischen Rekord Ex-Barça-Keeper Claudio Bravo ab, der 2014 zum Start 755 Minuten lang bis zu einem Ronaldo-Penalty den Kasten rein hielt. Weil Caro unter die Dusche musste, kassierte er immer noch kein Gegentor!
Aus dem verrückten Saisonstart nehmen die Betonmischer aus Burgos aber nicht nur Abschnitte für die Geschichtsbücher mit, sondern auch Zählbares. Trotz nur acht Toren in elf Spielen liegen die Nordspanier auf Rang drei. Jetzt träumt man in der Stadt, die am Jakobsweg liegt, nicht mehr von einer Serie, sondern vom Aufstieg. (str)