150’000 Franken von Pharmafirma
Ärztegesellschaft untersucht Einkommen von Topverdienerin

Wegen hoher Geldzahlungen der Pharmaindustrie leitete die Neuenburger Ärztegesellschaft eine Untersuchung gegen die Schönheitsärztin Marva Safa ein.
Publiziert: 25.03.2025 um 00:01 Uhr
|
Aktualisiert: 25.03.2025 um 16:26 Uhr
Lukrative Nebenverdienstmöglichkeiten: Schönheitschirurgie. (Symbolbild)
Foto: Shutterstock

Darum gehts

Die Zusammenfassung von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast.
otto_hostettler.jpg
Otto Hostettler
Beobachter

Jedes Jahr bezahlt die Pharmaindustrie über 200 Millionen Franken an Ärzte, Spitäler, Fachgesellschaften und weitere Institutionen des Gesundheitswesens. Die Industrie lädt die Fachpersonen an Kongresse ein, bezahlt sie für Beratungsaufträge und sponsert Veranstaltungen und Forschungsprojekte.

Am meisten Geld kassierte 2023 die Neuenburger Schönheitsärztin Marva Safa. Das zeigt die jüngste Datenauswertung von Ringier Medien Schweiz, die auf Pharmagelder.ch veröffentlicht wurde. Der Konzern AbbVie bezahlte ihr insgesamt 152’000 Franken. Auffällig dabei: Für Beratungsaufträge in der Höhe von 92’000 Franken erhielt die Neuenburger Ärztin zusätzlich 47’000 Franken Spesen. Zudem liess sie sich vom gleichen Konzern 2390 Franken Kongressgebühren bezahlen, wie der Beobachter publik machte. Für diese Kongressbesuche erhielt sie weitere 10’454 Franken Spesen. Was die auffällig hohen Spesen beinhalten, ist nicht bekannt.

Verstoss gegen Standesregeln?

Jetzt will die Neuenburger Ärztegesellschaft (Société Neuchâteloise de Médecine) klären, ob Marva Safa mit diesen Geldbezügen von Pharmaunternehmen gegen die Standesregeln der Ärztegesellschaft FMH verstiess. Dies bestätigt Michel Hunkeler, Präsident der zuständigen Kommission der Neuenburger Ärztegesellschaft.

Artikel aus dem «Beobachter»

Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

Probieren Sie die Mobile-App aus!

Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

Probieren Sie die Mobile-App aus!

Was konkret die Neuenburger Ärztegesellschaft untersucht, sagt Hunkeler nicht. Während die Standesregeln der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) Interessenkonflikte von Ärzten nur allgemein thematisieren, sind die Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) konkreter abgefasst. Der Grundsatz ist klar: Ärzte sollten sich bei medizinischen Behandlungen nicht durch andere Interessen – zum Beispiel Aufträge für Pharmaunternehmen – beeinflussen lassen. Beratungshonorare müssen in einem «angemessenen Verhältnis zum Aufwand» stehen, und die Bezahlung soll «transparent» erfolgen.

Die Einhaltung dieser Regeln überprüft die SAMW aber nicht. «Als privatrechtliche Stiftung hat die SAMW weder die Aufgabe noch die Mittel, die Einhaltung ihrer Richtlinien zu überwachen», schreibt die SAMW. Gleichzeitig kritisiert sie aber immer wieder, die Fortbildung der Ärztinnen sei zu stark von der Industrie abhängig.

Für die Einhaltung des Heilmittelrechts ist primär das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zuständig. Das Heilmittelgesetz verbietet Ärzten, einen «nicht gebührenden Vorteil» zu fordern, sich versprechen zu lassen oder anzunehmen. Erlaubt sind lediglich Geschenke im Wert von maximal 300 Franken – und nur, wenn sie für die medizinische oder pharmazeutische Praxis von Belang sind.

BAG: Ein Verfahren in fünf Jahren

Doch: Seit das Heilmittelrecht vor fünf Jahren verschärft wurde, hat das Bundesamt für Gesundheit nur gerade ein einziges Strafverfahren eröffnet, wie der Beobachter berichtete.

Marva Safa liess eine Anfrage des Beobachters unbeantwortet. Sie erhielt gemäss den von den Pharmaunternehmen offengelegten Daten bereits 2021 am meisten Geld von der Industrie. Damals sagte sie, sie unterstütze Pharmaunternehmen als unabhängige Beraterin, um andere Ärzte in der sicheren und evidenzbasierten Anwendung von Produkten und Geräten zu schulen. Bei allen Aufträgen halte sie sich «strikt an die Vorgaben aller relevanten Regulierungsorgane».

Das beliebteste Quiz der Schweiz ist zurück.
Jetzt im Blick Live Quiz abräumen

Spiele live mit und gewinne bis zu 1'000 Franken! Jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ab 19:30 Uhr – einfach mitmachen und absahnen.

So gehts:

  • App holen: App-Store oder im Google Play Store
  • Push aktivieren – keine Show verpassen

  • Jetzt downloaden und loslegen!

  • Live mitquizzen und gewinnen

Das beliebteste Quiz der Schweiz ist zurück.

Spiele live mit und gewinne bis zu 1'000 Franken! Jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ab 19:30 Uhr – einfach mitmachen und absahnen.

So gehts:

  • App holen: App-Store oder im Google Play Store
  • Push aktivieren – keine Show verpassen

  • Jetzt downloaden und loslegen!

  • Live mitquizzen und gewinnen

Fehler gefunden? Jetzt melden
Was sagst du dazu?
Liebe Leserin, Lieber Leser
Der Kommentarbereich von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast. Noch kein Blick+-Abo? Finde unsere Angebote hier:
Hast du bereits ein Abo?