Der Bund hat im Hinblick auf die Einführung des staatlich anerkannten elektronischen Identitätsnachweises (E-ID) und die Inbetriebnahme der dazu nötigen Vertrauensinfrastruktur bereits einige Pilotprojekte durchgeführt. Darunter fällt etwa ein Versuch mit dem elektronischen Lernfahrausweis in Appenzell Ausserrhoden.
Wie das Bundesamt für Justiz (BJ) am Mittwoch mitteilte, soll die breite Öffentlichkeit nun erste Erfahrungen sammeln können. Wer die Testumgebung will, muss die App «swiyu» auf sein Smartphone laden und sich einen fiktiven Identitätsnachweis (Beta-ID) ausstellen lassen.
Mass-Voll kämpft gegen E-ID
Bis zur Einführung der E-ID wird gemäss dem BJ die Testumgebung weiterentwickelt und das Nutzungsangebot vergrössert. Der Bund veröffentlicht alle Produkte als Open-Source-Software und stellt sie Bevölkerung, Wirtschaft und Behörden kostenlos zur Verfügung.
Das Parlament hatte am 20. Dezember 2024 das nach einem Volksnein neu aufgelegte E-ID-Gesetz gutgeheissen und darin festgelegt, dass der Bund den staatlich anerkannten elektronischen Identitätsnachweis einführen wird. Das soll vorbehaltlich des Referendums frühestens im dritten Quartal 2026 der Fall sein.
Gegen das E-ID-Gesetz haben die Bewegungen Mass-Voll, Freunde der Verfassung und Aufrecht Schweiz sowie die Piratenpartei das Referendum ergriffen. Die Sammelfrist für die nötigen 50'000 Unterschriften läuft am 19. April ab.
Der erste Versuch zur Einführung der E-ID war im März 2021 an der Urne gescheitert. Die Vorlage wollte die Ausstellung elektronischer Ausweise Privaten überlassen. Für das Nein gaben Datenschutzbedenken den Ausschlag.