Darum gehts
- Sonia Kälin feierte 40. Geburtstag und blickt auf erfolgreiches Leben zurück
- Vierfache Schwingerkönigin, Lehrerin, Jass-Schiedsrichterin, Referentin und zweifache Mutter
- Besucht aktuell Bäuerinnen-Schule in Giswil OW mit elf Modulen
So überschaubar ihr Familienalltag in Giswil OW auch erscheint, so viel hat Sonia Kälin in ihrem Leben bereits erreicht. Sie ist vierfache Schwingerkönigin, ausgebildete Lehrerin, Jass-Schiedsrichterin beim «Donnschtig-Jass», Referentin und Eventmoderatorin – und zweifache Mutter von Lena (4) und Noemi (bald 2). Seit 2018 ist sie mit Bewegungsexperte Stefan Halter (37) verheiratet. Am 9. März feierte Sonia Kälin ihren 40. Geburtstag und hat weiterhin viele Pläne.
GlücksPost: Sonia Kälin, wie haben Sie Ihren runden Geburtstag gefeiert?
Sonia Kälin: Gemütlich zu Hause. Mit meinem Mann und unseren Töchtern hatte ich bereits vorgefeiert und drei Nächte im «Swiss Holiday Park» in Morschach SZ verbracht. Mit meiner Familie geht es später mal noch zum Brunch. Es war für alle gäbiger, dass wir es im intimen Rahmen machten, da die Kinder noch klein sind. Ich denke, dass ich dann zum 50. ein grosses Fest machen werde.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Glückspost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer montags in unserem Gratis-Newsletter! Zur Anmeldung
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Was macht die Zahl 40 mit Ihnen?
Ich habe mich auf sie gefreut! Als 20-Jährige hatte ich mal einen Schwyzerörgeli-Musikauftritt bei einem 40. Geburtstag. Die Jubilarin wirkte auf mich, als wäre sie vollkommen bei sich angekommen und zufrieden mit sich. Da dachte ich: «40 ist ein cooles Alter.» Und ja, ich kann heute sagen, dass es sich tatsächlich sehr gut anfühlt.
Sind Sie denn auch angekommen?
Sehr. Zwischen 30 und 40 habe ich einen riesigen Schritt gemacht. Heute weiss ich zu 100 Prozent, wer Sonia ist.
Wer also ist Sonia Kälin?
Eine sehr bodenständige Frau, die vieles anpackt. Ich habe tausend Ideen und will immer wieder Neues ausprobieren.
Zum Beispiel?
Mit der GlücksPost habe ich soeben erstmals im Eis gebadet, was ich lange nicht gewagt habe (lacht).
Wie haben Sie sich verändert?
Ich habe das Gefühl, dass ich mit den Kindern etwas gefühlvoller geworden bin. Vorher war ich eine eher kühle Person.
Sie wurden emotionaler?
Ja, extrem. Ich versuche aber auch weniger mit dem Kopf durch die Wand zu gehen und unbedingt alles möglich machen zu wollen. Wenn mal etwas nicht nach Wunsch gelingt, versuche ich inzwischen, das auch zu akzeptieren. Auch weiss ich heute, was mir wichtig ist und kann dafür einstehen.
Was haben Sie für Werte und Prinzipien?
Ehrlichkeit, Aufmerksamkeit und Respekt gegenüber Mensch, Tier und Natur sind mir sehr wichtig.
War das vergangene Jahrzehnt auch das wichtigste für Sie?
Sozial gesehen habe ich mit Heiraten, Mutterwerden und Eigenheimkaufen schon grosse Lebensschritte gemacht. Gleichzeitig habe ich mich dadurch komplett von meinen Eltern abgenabelt.
Sind Sie die Frau, die Sie sich vorgestellt haben, mit 40 zu sein?
Ehrlich gesagt hatte ich das Gefühl, mit 40 ist man älter. (Lacht.) Aber ich fühle mich überhaupt nicht alt. Ich glaube, das kommt erst später.
Was tun Sie für Ihr Äusseres?
Ich benutze ganz normale Creme. Ansonsten finde ich für mich, dass man nichts machen sollte. Alles, was die Natur macht, ist die beste Version überhaupt. Das Alter wird dann der Herbst des Lebens, wie man so schön sagt. Und den Herbst finde ich schön.
Gehen Sie heute anders mit Körper und Geist um als in früheren Jahren?
Definitiv. Heute bin ich mir überhaupt bewusst, dass es auch einen Geist gibt. Bis 20 lebst und machst du einfach. Irgendwann realisierte ich, dass es auch wichtig ist, geistig gesund zu bleiben. Die mentale Einstellung kann sehr viel bewirken, man lernt mit schwierigen Situationen umzugehen. Und ja, der Körper war bis 30 einfach, wie er ist, und machte immer mit.
Und heute?
Seit ich nicht mehr Leistungssportlerin bin, muss ich aktiv etwas für den Körper machen. Aber das fällt mir relativ einfach, weil Sport zu meinem Leben gehört. Das bin ich. Jeden Tag gibt’s eine Bewegungseinheit, ich gehe ich mit den Kindern spazieren und fahre im Sommer viel Velo. Zu Hause trainiere ich mit Eigenkörpergewicht oder auf dem Hometrainer. Ich kann sogar ein Brett darauflegen, damit ich gleichzeitig noch Büroarbeiten erledigen kann. Man muss die Zeit nutzen. (Lacht.)
Die Schwyzerin ist auf einem Bauernhof mit vier Geschwistern in Egg bei Einsiedeln aufgewachsen. Sie machte die Ausbildung zur Sekundarlehrerin und besucht aktuell die Bäuerinnen-Schule in ihrem Wohnort Giswil OW. Zwischen 2012 und 2017 erkämpfte Sonia Kälin viermal den Titel als Schwingerkönigin. Verletzungsbedingt musste sie ihre Sportkarriere mit 33 Jahren beenden. Seit 2019 ist sie Jass-Schiedsrichterin bei der SRF-Show «Donnschtig-Jass». Seit 2018 ist sie mit Bewegungsexperte Stefan Halter (36) verheiratet. Das Paar hat die Töchter Lena (4) und Noemi (bald 2).
Die Schwyzerin ist auf einem Bauernhof mit vier Geschwistern in Egg bei Einsiedeln aufgewachsen. Sie machte die Ausbildung zur Sekundarlehrerin und besucht aktuell die Bäuerinnen-Schule in ihrem Wohnort Giswil OW. Zwischen 2012 und 2017 erkämpfte Sonia Kälin viermal den Titel als Schwingerkönigin. Verletzungsbedingt musste sie ihre Sportkarriere mit 33 Jahren beenden. Seit 2019 ist sie Jass-Schiedsrichterin bei der SRF-Show «Donnschtig-Jass». Seit 2018 ist sie mit Bewegungsexperte Stefan Halter (36) verheiratet. Das Paar hat die Töchter Lena (4) und Noemi (bald 2).
Wie achten Sie geistig auf sich?
Indem ich meine Aktionen, die ich so mache, immer wieder mal hinterfrage. Will ich das wirklich? Warum will ich das? Oder brauche ich etwas anderes, um glücklich zu sein? Im Moment stimmt es total, wie es ist.
Also es gibt keine Zeit, die Sie gerne nochmals erleben würden?
Doch, ich würde sicher noch einmal gerne Vollblut-Sportlerin sein. Das war mein Leben. Im Nachhinein würde ich versuchen, meine Erfolge mehr zu geniessen. Ich war damals immer so zielorientiert, dass ich, wenn ich etwas erreicht hatte, mich immer gleich wieder aufs Nächste fokussierte.
Leben Sie nun mehr im Moment?
Da habe ich noch Potenzial. Mit den Kindern gelingt es mir manchmal sehr gut, im Hier und Jetzt zu sein. Aber sobald ich alleine unterwegs bin, befinde ich mich meistens in der Zukunft.
Und wie sieht diese aus?
Ich möchte meine Selbständigkeit stärker ausbauen. Eventmoderationen machen mir viel Spass. Dann möchte ich auch die Kinder gut begleiten können. Gerade die nächste Phasen mit Einschulung und Jugend sind wichtige Lebensabschnitte – für Lena und Noemi, aber auch für uns als Familie. Ich will sie auffangen und ihnen helfen können und auch viel Zeit mit ihnen haben. Ich möchte ihnen die Schweiz zeigen. Die Welt können sie dann selber entdecken.
Welche Menschen haben Sie in den 40 Jahren besonders geprägt?
Sicherlich meine Eltern, die immer und viel gearbeitet haben, damit es meinen Geschwistern und mir gut ging und wir gute Ausbildungen machen konnten. Meinen Töchtern möchte ich dies auch ermöglichen. Gerade bei der Ausbildung finde ich es wichtig, dass es für sie zum Beispiel möglich ist, Sprachaufenthalte zu machen. Sich weiterzubilden hört ja auch nie auf.
Wie bilden Sie sich weiter?
Mit dem Start in die Selbständigkeit habe ich vergangenen Sommer auch die Bäuerinnen-Schule hier in Giswil begonnen. Fünf Module habe ich bereits abgeschlossen. Auf die bisher bestandenen Prüfungen haben wir jeweils angestossen, Stefan und ich mit alkoholfreiem Most, die Kinder mit Bschorle. Aber die Ausbildung ist nicht so einfach.
Sie sind auf dem Bauernhof gross geworden. Haben Sie vor, mal einen Hof zu führen?
Es ist etwas für mich. Irgendwie kam einfach der Gedanke auf, dass ich diese vielseitige Ausbildung machen könnte, also habe ich mich angemeldet. Ich habe elf Module, unter anderem Buchhaltung, Betriebslehre, Gartenbau, Produkteverarbeitung, Reinigungstechnik und Textilpflege, Haushaltsführung – alles mögliche. Ich lerne handwerkliche Dinge, die ich meinen Kindern weitergeben kann.
Haben Sie neue Leidenschaften gefunden?
Ich nähe nun gerne, aber sicher noch sehr schlecht. Dennoch könnte ich mir wirklich vorstellen, auch mal ein Kleid für mich zu nähen. Auch an der Buchhaltung bekam ich Freude, dabei habe ich zuerst nichts verstanden, keine einzige Aufgabe. Dann habe ich mir von einer Kollegin die Lösungen organisiert, damit ich wenigstens weiss, wie man anfangen muss zu denken. Es ist so eine Herausforderung, ob die Buchhaltung am Schluss aufgeht oder nicht. Da ist mein Sportsgeist geweckt.
Bei all den Aktivitäten, wie oft haben Sie und Ihr Mann Zeit zu zweit?
Aktuell befinden wir uns wohl mit zwei Kleinkindern in der herausforderndsten Zeit. Und die Kinder schlafen auch noch bei uns im Zimmer. Der Problematik der fehlenden Zweisamkeit sind wir uns bewusst und versuchen auch, uns Momente herauszunehmen. Kürzlich haben wir es einmal geschafft, eine Velotour zu unternehmen. Aber alles in allem ist es noch immer zu wenig.
Welche Erlebnisse haben Sie geprägt?
Natürlich nimmt man fürs Leben am meisten aus den Tiefpunkten mit. Ich hatte eine herausfordernde Jugendzeit, kämpfte mit den vorgegebenen Schönheitsidealen. Ich hatte mich damals sehr aufs Gewicht fokussiert.
Wie ging das mit Ihrer Passion, dem Schwingen, einher?
Tragischerweise recht gut. Aber irgendwann gestand ich mir ein, dass ich ein Problem habe, was ein grosser Schritt war. Ich arbeite immer an mir. Die Gesundheit ist das Kapital meines Lebens, weshalb ich sehr viel darin investiere. Aber aufs Leben hinaus gesehen, zählt nicht nur der Körper. Ich finde den Charakter, den Geist und die Art und Weise wichtiger als ein perfekter Körper, der ohnehin vergänglich ist.