Sandro Brotz (51) musste eine Welle des Hasses über sich ergehen lassen. Am Wochenende machte der «Arena»-Moderator Beleidigungen öffentlich, die ihn überfluteten. Stein des Anstosses war sein Tweet über Anti-Corona-Demonstrationen: «Jene, die gegen Corona-Massnahmen demonstrieren, sind dieselben, die nicht dagegen demonstrieren müssten, wenn sie die Massnahmen konsequent einhielten», hatte Brotz am Samstag auf Twitter geschrieben. Und stichelte dann noch: «Aber das ist dann wohl zu hoch für Flat-Earther.» Damit ist eine Bewegung gemeint, die glaubt, dass die Erde eine Scheibe ist und sich oft im Umfeld von Massnahmen-Gegnern aufhält.
Der «Weltwoche» stösst dieser Tweet sauer auf. In der neuesten Ausgabe des Magazins schiesst sie nun scharf gegen den SRF-Mann. «Darf sich ein Aushängeschild des öffentlichen Rundfunks derart verächtlich über Andersdenkende äussern?», fragt sich die «Weltwoche». Und weiter: «Die Corona-Skeptiker mögen eine Minderheit sein. Aber es sind doch Hunderttausende von Bürgern, die, viele sicher zähneknirschend, den Lohn von Sandro Brotz bezahlen.»
«Brotz hat sich gerade disqualifiziert»
Gemäss der «Weltwoche» stellt es ein Problem dar, wenn jemand mit einer Funktion wie Sandro Brotz seine Meinung öffentlich teilt. «Brotz hat sich gerade disqualifiziert als Ringrichter in der mit Abstand wichtigsten Debatte, welche das Land bewegt.» Das Magazin geht sogar noch weiter: Er sei «die fatalste Fehlbesetzung, die sich das SRF je geleistet hat.»
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Der neutrale Ringrichter, der bei allen Parteien höchstes Vertrauen geniesse, sei bei der «Arena» ein zentrales Element. «Spätestens im kommenden Juni, wenn das Referendum zu den Corona-Massnahmen an die Urnen kommt, wird Scharfrichter Brotz die Bürgerrechtler zu sich ins Studio einladen müssen, die er soeben öffentlich als Vollidioten bezeichnet hat», schreibt die «Weltwoche» weiter. Deutlicher lasse sich die verlorene Glaubwürdigkeit der «Arena» kaum auf den Punkt bringen.
Sandro Brotz schiesst zurück
Und was sagt Sandro Brotz selbst dazu? Auf Twitter übt der Moderator Kritik am Magazin. Ihn stört, dass der «Weltwoche»-Journalist nicht mit ihm geredet habe. «Ihr schiesst seit Jahren.» Das gehöre wohl zu «einem politischen Kampfblatt», stichelt er zurück.
Auf Anfrage von «20Minuten» hat sich auch das SRF geäussert: «SRF nimmt die Meinung der ‹Weltwoche› zur Kenntnis, teilt diese jedoch nicht und kommentiert sie nicht weiter. Selbstverständlich spricht man jedoch bei SRF intern über Kritik – dies ist ein fester Bestandteil der offenen Gesprächskultur in jeder Redaktion.» (bsn)