Darum gehts
Koh Samui – die überfüllte Schönheit
Koh Samui scheint verloren. Als eine der schönsten Inseln Thailands leidet Samui schon seit einigen Jahren unter dem Ansturm der Touristen mit all den negativen Effekten: eine Kultur, die nicht mehr thailändisch ist, Zersiedelung, Lärm und eine Flut an Abfall, die abgeschottet von den Augen der Besucher die Umwelt zerstört. Zudem wird das Wasser knapp, was sich zusätzlich negativ auf die Natur auswirkt. Mit dem Erfolg der Serie White Lotus, die im Four Seasons Resort gedreht wurde, erwartet die Insel einen zusätzlichen Ansturm von Touristen, der wohl alles Dagewesene sprengen wird. Spätestens 2025 sollte man also einen grossen Bogen um Koh Samui machen.
Die Alternative: Je weiter südlich man in Thailand reist, desto weniger Touristen trifft man. Wer auf einer Insel seine Ferien verbringen möchte, sollte daher die Inseln der Satun Provinz in Betracht ziehen.
Phuket – Overtourism in Reinform
Eine neue Studie zeigt, dass die Insel Phuket weltweit zu einer jenen Destinationen mit der grössten Anzahl Besuchern im Verhältnis zu den Einwohnern zählt. Auf einen Einheimischen kommen 118 Touristen. Zum Vergleich: In Venedig beträgt das Verhältnis «nur» 1 zu 21 (Zahlen aus dem Jahr 2023). Das heisst auch hier: Die beliebtesten Spots sind in der Hauptreisezeit (Wintermonate) heillos überfüllt. Das gilt insbesondere für die angesagten Strände wie Kata, Karon oder Patong und die Nightlife-Spots in Phuket Stadt. Aber auch die sogenannten «Geheimtipps» sind längst überfüllt. Wer auf der zugegebenermassen schönen Insel seine Ferien verbringen möchte, sollte im Sommer kommen, wenn in Thailand wegen der Hitze und Feuchtigkeit generell weniger Touristen unterwegs sind.
Tipp: Auch die Ausflugsziele in der Region um Phuket halten kaum, was sie versprechen: Insbesondere der sogenannte «James Bond Felsen» und der Strand von Koh Phi Phi sind mit Ausflugsbooten und selfiesschliessenden Touristen überfüllt.
Die Alternative: Die Strände bei Khao Lak auf dem Festland nördlich von Phuket sind zwar auch keine Geheimtipps mehr, aber dennoch gehts hier ruhiger zu und her.
Pattaya – Sauftourismus der schlimmsten Sorte
Die Stadt Pattaya südöstlich von Bangkok ist einer der beliebtesten Wohnorte für Expats – insbesondere für ältere Herren. Pattaya ist die Hochburg des Sex- und Partytourismus. Allein das sind Gründe genug, nicht hinzufahren. Zudem ist die 100'000-Seelen-Stadt verbaut und wirklich nicht schön.
Die Alternative: Wer den Flair Südost-Thailands erkunden möchte, der sollte sich zur Stadt Chanthaburi aufmachen, in die sich kaum Touristen verirren. Durch den Fokus auf den Edelsteinhandel herrscht hier ein interessanter Mix aus thailändischen und internationalen Einflüssen.
Khaosan Road, Bangkok – peinlicher geht’s nicht
Ich lehne jeglichen Sauf- und Partytourismus ab, weil diese Exzesse respektlos sind gegenüber der Kultur und den Menschen vor Ort. Das gilt für den Ballermann auf Mallorca oder Cancún in Mexiko genauso wie für Thailand. In Thailands Hauptstadt Bangkok gibt es einige dieser Party-Spots. Der wohl berühmteste ist die Khaosan Road, die insbesondere von jungen Backpackern frequentiert wird. Nach meinem Dafürhalten gibt es keinen Grund, sich das Spektakel torkelnder Betrunkener, zu lauter Musik und überteuerten Souvenirs anzutun – aber vielleicht bin ich ja 25 Jahre zu alt.
Die Alternative: In der 10-Millionen-Stadt kann man natürlich sehr stilecht durch die Nacht feiern – insbesondere auf einer der vielen Rooftop-Bars. Mein abendliches Highlight ist allerdings Chinatown, wo nach Sonnenuntergang die Garküchen auf den Bürgersteig gerollt werden und himmlische Gerichte gezaubert werden. Ein sehr schönes authentisches Erlebnis.
Chiang Mai – kaum noch Thailand
Als ich vor fast 20 Jahren das erste Mal Chiang Mai und den Nordwesten Thailands bereiste, habe ich mich in die Region verliebt – und bin länger geblieben als geplant. Die Schönheit forderte mittlerweile allerdings ihren Zoll: Die malerische Altstadt von Chiang Mai ist mittlerweile so «verwestlicht», dass ich ein authentisches thailändisches Flair vermisse. Für ein französisch anmutendes Café muss ich nicht bis nach Asien fliegen. Dazu kommen Besuchermassen aus mittlerweile allen Teilen der Welt, welche das kleine Städtchen überschwemmen. Chiang Mai taucht auf den verschiedenen Bucketlist immer noch als ein Must-See auf – für mich ist es das nicht mehr. Leider.
Die Alternative: Auf einen meiner letzten Reisen bin ich in der Kleinstadt Mae Hong Son an der Grenze zu Myanmar hängengeblieben: authentisch, charmant, gechillt. Und in der Umgebung locken Berge und Nationalparks für Ausflüge.