Art Basel öffnete die Tore für auserwählte Kunstliebhaber
Ein Kürbis und ein Käfer für Millionen

Die Art Basel bleibt der wichtigste Magnet der Kunstwelt. Bei der Eröffnung fürs auserwählte Publikum drängelten sich so viele, wie man es seit der Pandemie nicht mehr erlebt auch. Auch die Kundschaft aus Asien ist zurück.
Publiziert: 11.06.2024 um 20:31 Uhr
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Ikonische Kürbisse: Die Werke der Japanerin Yayoi Kusama kosten Millionen, so auch das Werk Aspiring to Pupkin's Love, the Love in my Heart, 2023.
Foto: STEFAN BOHRER
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Katja RichardRedaktorin Gesellschaft

Wenn sich Baschi (37) artig neben Damen mit bunten Chanel-Taschen in eine Schlange stellt, dann ist wieder die Art Basel. An der wichtigsten Kunstmesse der Welt drängelten sich bei der «First Choice» am Dienstag einmal mehr all die Auserkorenen, die als Erstes einen Blick auf Kunst in der Millionen-Liga werfen dürfen.

Blick hat den Kunsthändler Thomas Stauffer (47) von Gerber & Stauffer Fine Arts auf einen Rundgang in die Messe begleitet. Er interessiert sich vor allem für jene Werke, die noch Potenzial nach oben haben. «Natürlich ist ein Kandinsky für mehrere Millionen etwas Wunderbares, spannender sind für mich die Kandinskiys und Picassos von morgen.» Sein Fokus liegt dabei auf weiblichen Künstlerinnen. «Da gibt es noch keine Gleichstellung. So wie Frauen in der Berufswelt für die gleiche Leistung weniger verdienen als Männer, so verhält es sich auch in der Kunstwelt. Oft bekommt man für die Investion darum mehr.» 

Kunst im Giga-Format

Die wichtigste japanische Künstlerin: Yayoi Kusama.
Foto: Getty Images

Er zeigt uns Gemälde der Japanerin Leiko Ikumera (73), sie sind in einer Preisklasse um die 80'000 Franken. Ebenso wie die simbabwische Malerin Kudzanai-Violet Hwami (30), die in London studiert hat. «Vor drei Jahren kosteten ihre Bilder noch um die 10'000, jetzt fast das Zehnfache», so Stauffer.

Begehrt bei Sammlern: Der Pumpkin von Yayoi Kusama hat einen Wert von 2,2 Millionen Franken.
Foto: STEFAN BOHRER

In der Kunstwelt gibt es aber durchaus Frauen, die es ganz an die Spitze schaffen: Yayoi Kusama (95) ist die wichtigste lebende japanische Künstlerin, den grössten Teil ihres Lebens hat sie in einer Nervenheilanstalt verbracht. Typisch für ihre Werke sind die Punkte, diese zeigen sich auch in einer Zusammenarbeit mit dem französischen Luxuslabel Louis Vuitton. Besonders begehrt sind ihre ikonischen Pumpkins, sprich, Kürbisse. Davon sind gleich mehrere an der Art zu sehen – einer davon im Gigaformat an der Art Unlimited im Wert von mehreren Millionen Franken. Dort ist auch ein Werk von Christo zu bewundern. Der eingewickelte Volkswagen «Wrapped» von 1961 kostet 4 Millionen. 

Auffallend sind die vielen Besucher zur diesjährigen Eröffnung, so viele wie nicht mehr seit der Pandemie, vor allem aus Asien. Die Chinesen können nach vier Jahren endlich wieder reisen. «Sie haben das Kapital und die Lust auf Shopping», so Stauffer. Er führt eine Gruppe aus China durch die Messe. 

Die Art Basel ist fürs Publikum vom 13. bis zum 16. Juni geöffnet. 


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