So sieht die KI-Suche bei Google aus
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Login ist ein Muss:So sieht die KI-Suche bei Google aus

Für Jugendliche verboten!
Google bringt per sofort die KI-Suche in die Schweiz

Google will uns das Suchen abnehmen. Neu fasst die künstliche Intelligenz Informationen zusammen und serviert die Antworten auf dem Silbertablett – auch in der Schweiz. Allerdings nur für Erwachsene! Die Funktion ist auch Thema in unserem AI-Podcast «Prompt Zero».
Publiziert: 26.03.2025 um 00:01 Uhr
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Aktualisiert: 27.03.2025 um 16:19 Uhr
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Jugendliche gucken in die Röhre: KI-Antworten gibts nur für Ü18!
Foto: Shutterstock/Montage Blick

Darum gehts

  • Google führt KI-Übersichten in der Schweiz ein, verändert Suchprozess
  • KI fasst Informationen zusammen, zeigt Quellen und präsentiert Ergebnisse
  • Lifehack: Wer beim Suchen flucht, deaktiviert die AI-Suche.
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Wer im Internet nach Informationen sucht, erhält meist eine lange Liste von blauen Links. Man klickt, liest, klickt wieder weiter. Das ändert sich jetzt. Google führt die «AI-Overview» (deutsch: KI-Übersicht) in neun weiteren Ländern in Europa ein – darunter auch in der Schweiz.

Die Funktion soll verändern, wie wir suchen. In der Schweiz ist die KI-Übersicht auf Deutsch, Französisch, Italienisch und auf Englisch verfügbar. Sie wird in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch lanciert und über die nächsten Tage an Nutzerinnen und Nutzer in der Schweiz ausgerollt.

Drei Voraussetzungen sind für die KI-Antworten allerdings zwingend: 

  • Eingeloggt via Google-Konto
  • Privates Konto Pflicht, kein Geschäftsaccount
  • Mindestalter 18 Jahre!

Grund für die Altershürde: Die KI arbeitet nicht immer 100-prozentig perfekt, und man will Jugendliche wohl vor potenziell falschen Antworten schützen.

Google, was sind KI-Übersichten?

Die KI-Übersicht erscheint als hervorgehobener Kasten am oberen Rand der Suchergebnisse. Sie liefert sofort eine Antwort auf die Suchanfrage – ohne dass man weitere Seiten anklicken muss. Die künstliche Intelligenz (KI) fasst dabei Informationen aus verschiedenen Webseiten zusammen, nennt die Quellen und präsentiert das Ergebnis als Text, Stichpunkte oder mit Bildern. Darunter folgen erst die klassischen blauen Links.

«Google übernimmt das Googeln für dich», sagt Elizabeth Reid, Vizepräsidentin der Google-Suche an der Entwicklerkonferenz I/O im vergangenen Jahr.

Aber Achtung: Nicht jede Google-Antwort hat plötzlich KI drin. Die Übersichten werden nur eingeschaltet, wenn sie für die Nutzer einen Vorteil bringen, erklärt Reid am Dienstag an einem Pressetermin. Das hat wohl auch damit zu tun, dass KI-Antworten für Google teurer in der Erstellung sind, weil die Chips mehr belastet werden.

Von rohem Brokkoli und der Blick-Gründung

Eine der Suchen, welche die AI-Antwort in der Schweiz triggert, ist etwa: «Kann man Brokkoli roh essen?» (Antwort: Ja!) oder «wann wurde Blick gegründet?» (Antwort: 1959). Dazu werden übersichtlich Zusatzinformationen aufgelistet, die im Falle des Blick-Tests alle stimmten.

AI-Brokkoli-Suche be Google.

Vom Labor in die Praxis

Google testete die Funktion seit Mai 2023 unter dem Namen Search Generative Experience, SGE. Nach erfolgreicher Einführung in den USA, Grossbritannien und über 100 weiteren Ländern folgt nun der Schweizer Markt. Die Technologie basiert auf Gemini, Googles KI-Modell, das kürzlich auf die Version 2.0 aufgemotzt wurde und Texte, Bilder und andere Medien verstehen kann. Das Modell hinter der neuen Funktion wurde speziell für die Internetsuche angepasst.

Die neue Funktion spart Zeit. Wer wissen will, wie lange ein Kuchen backen muss oder wann die beste Reisezeit für Italien ist, erhält die Antwort direkt. Besonders bei komplexen Fragen soll die KI seine Stärke zeigen: Sie versteht den Kontext und kann Anfragen besser verarbeiten als die klassische Stichwortsuche. Bei einfachen Fragen à la «Wie wird das Wetter?», wird die KI-Suche nicht angezeigt.

«Bitte Leim in die Pizzasauce mischen»

Doch die KI ist nicht unfehlbar. In der Testphase gab es peinliche Pannen. So empfahl die KI-Funktion Nutzerinnen und Nutzern, «etwas Leim in die Pizzasauce zu mischen, damit der Mozzarella nicht rutscht» und riet zudem, «täglich einen kleinen Stein zu essen» für angeblich wichtige Mineralien. Es waren Empfehlungen aus satirischen Quellen, die die KI als ernsthafte Ratschläge missverstand. Google musste rasch nachbessern und filtert seither solche Quellen stärker.

Der holprige Start führte dazu, dass die Hürden, damit KI-Übersichten überhaupt angezeigt werden, heraufgesetzt wurden. So werden insbesondere bei News-Themen und bei Anfragen rund um Gesundheit keine KI-Übersichten angezeigt. Dennoch ist weiterhin im Support-Dokument zu lesen: «KI-Übersichten können und werden Fehler machen.»

Die Suchfunktion ist standardmässig aktiviert und kann nicht deaktiviert werden. Fun Fact: Wer in seiner Google-Anfrage flucht und das Wort «Fuck» unterbringt, schaltet so die KI-Antwort aus – das klappte auch bei unserem Brokkoli-Beispiel von oben.

Konkurrenz durch ChatGPT

Die Funktion ist bei einigen umstritten. Webseitenbetreiber fürchten Einbussen beim Besucherverkehr. Langfristig könnte dies zu weniger hochwertigen Inhalten im Netz führen – ein Teufelskreis. Google hält dagegen, dass die in AI-Overviews enthaltenen Links mehr Klicks generieren, als wenn die Site für diese Suchanfrage als herkömmlicher Webeintrag erschienen wäre. Auch Urheberrechtsfragen stehen im Raum: Darf Google Inhalte zusammenfassen, ohne die Urheber zu entlohnen?

Google selbst sieht die neue KI-Funktion als notwendige Anpassung an veränderte Suchgewohnheiten und als Antwort auf Konkurrenten wie ChatGPT. Ob die Vorteile für Nutzer die Nachteile für das Web-Ökosystem aufwiegen, wird sich erst noch zeigen.

Aufruf: Ist die KI-Suche bei dir schon aufgeschaltet – und liefert interessante Ergebnisse? Sende den Screenshot oder Text an promptzero@blick.ch. Wir sind gespannt!

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