Es sind Horror-Szenen, die sich am Donnerstag im ägyptischen Urlaubsort Hurghada abspielen. Unweit der anderen Badegäste schwimmt ein junger Mann, als plötzlich eine Flosse aus dem Wasser ragt. Es ist ein Hai!
Der Meeresräuber zögert nicht, bewegt sich direkt auf den Schwimmer zu. Dieser versucht sofort, das rettende Ufer zu erreichen.
Wladimir P. von Hai zerfleischt
«Papa, Papa!» – ruft er noch verzweifelt. Sein Vater kann nicht reagieren, muss am Strand alles mit ansehen. Touristen beobachten, wie das Tier sein Opfer umkreist und verletzt. Für einen Moment heben sich seine Beine über die Oberfläche, dann zieht das Tier ihn gänzlich unter Wasser.
Bootsfahrer eilen sofort zu ihm, doch jede Hilfe kommt zu spät. Nur sechs Meter vom Strand entfernt stirbt der Mann, der später als Wladimir P.* (†23) identifiziert wird.
Freundin konnte entkommen
Der Russe war Anfang Juni nach Ägypten geflogen, wollte sich laut russischen Telegram-Kanälen im afrikanischen Land niederlassen und suchte gerade eine Wohnung. Das schreibt die «Daily Mail» unter Berufung auf russische Medienberichte.
Das russische Konsulat hat den Tod seines Staatsbürgers mittlerweile bestätigt. Generalkonsul Wiktor Woropajew stellt klar: «Das Opfer war kein Tourist, sondern ein ständiger Einwohner Ägyptens.»
Wladimir P.'s Freundin, die ebenfalls im Wasser war, konnte dem Tier entkommen. Ein Augenzeuge berichtet gegenüber der «Daily Mail»: «Direkt vor meinen Augen hat der Hai den Mann gefressen, das Mädchen konnte entkommen. Er hat die Attacke abbekommen. Der Hai hat ihn aufgefressen.»
Ein anderer Augenzeuge berichtet gegenüber der «Mail». «Das Mädchen war so geschockt. Sie hat geschrien, sie war am ganzen Strand zu hören.» Die Behörden hätten die Frau anschliessend weggebracht.
Auf Telegram verbreitete sich ein Video des Angriffs. Die Frau, die die Aufnahmen gemacht hat, ruft darin immer wieder «Oh, mein Gott.»
Tigerhai getötet
Bei dem Tier soll es sich nach Angaben von «Al Jazeera» um einen Tigerhai handeln. Der Hai wurde gefangen und getötet. Der Vorfall werde nun untersucht, teilte das ägyptische Umweltministerium mit.
Ein rund 75 Kilometer langer Küstenabschnitt wurde gesperrt. Er bleibt bis Sonntag geschlossen. Schwimmen, Schnorcheln und andere Wassersportaktivitäten sind bis dahin verboten.
Das Rote Meer ist unter anderem für Taucher ein beliebtes Reiseziel. Angriffe von Haien sind dort selten. Vereinzelt kommt es aber zu tödlichen Attacken. Im Sommer vergangenen Jahres wurden zwei Frauen, darunter eine Österreicherin, bei einem Hai-Angriff getötet. 2018 starb ein Tourist aus Tschechien, 2015 ein Deutscher. (nad/SDA)
* Name bekannt