Nach einem Bericht über mehrere Fälle sexueller Belästigung hat die britische Marine eine Untersuchung dazu angeordnet. Laut Informationen der «Daily Mail» sollen mehrere Frauen an Bord von U-Booten sexistisch beleidigt und sexuell belästigt worden sein.
So sollen Offiziere an Bord eines Bootes für den Fall einer Katastrophe unter Wasser eine «Vergewaltigungsliste» zusammengestellt haben. «Diese Anschuldigungen sind abscheulich», schreibt der Stabschef der Royal Navy, Ben Key (56) auf Twitter. «Jeder, der für schuldig befunden wird, wird für seine Handlungen zur Verantwortung gezogen werden, unabhängig von seinem Rang oder Status», so Key weiter.
«Ständige Kampagne sexuellen Mobbings»
Der Missbrauch soll im gesamten U-Boot-Dienst seit mehr als einem Jahrzehnt an der Tagesordnung gewesen sein, nachdem die Marine 2011 ihr langjähriges Verbot für weibliche Rekruten aufgehoben hatte.
Zu den Whistleblowern, die die Vorkommnisse ans Licht gebracht haben, gehört auch die ehemalige Offizierin Sophie Brook (30). «Das Beste, das ich je getan habe, ist, die Navy zu verlassen. Aber ich sorge mich um die Frauen, die ich zurückgelassen habe. Es gab eine ständige Kampagne sexuellen Mobbings», sagt sie der «Daily Mail».
Die Navy sei laut Brook ein «feindseliger und frauenfeindlicher Ort». Ein anonymer Informant, der nach Angaben der «Daily Mail» in einer leitenden Position in der Flotte gedient hatte, berichtete ebenfalls von regelmässigen sexuellen Belästigungen.
Das Verteidigungsministerium bestätigte, dass einige Navy-Mitglieder - vor allem Frauen - unangemessenes sexualisiertes Verhalten ihrer Kameraden erfahren hätten. Es müsse mehr getan werden, um dies zu verhindern. (SDA/ced)