Auf einen Blick
- Der Verdächtige eines Tötungsdelikts in Paris wurde am Dienstag in Genf festgenommen
- Am Samstag war die Leiche einer 19-jährigen Studentin im Bois de Boulogne gefunden worden
- Der 22-jährige Verdächtige stammt aus Marokko und wurde im Juni in Ausschaffungshaft gesetzt
Ein Verdächtiger eines Tötungsdelikts in Paris ist am Dienstag in Genf festgenommen worden. Die Leiche einer 19-jährigen Studentin war am Samstag im Bois de Boulogne in Paris ausgegraben worden. Die zuständige Staatsanwaltschaft bestätigte der französischen Nachrichtenagentur AFP die Meldung einer Nachrichtenplattform.
Der in Genf Festgenommene ist 22 Jahre alt und stammt aus Marokko, wie die Pariser Staatsanwaltschaft der AFP mitteilte. Der Mann sei im Kanton Genf identifiziert und festgenommen worden. Frankreich werde seine Auslieferung beantragen. Die Genfer Kantonspolizei bestätigte die Festnahme am Dienstagabend gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA nicht.
Freilassung gegen Meldepflicht-Auflage
Der Verdächtige wurde den Angaben zufolge 2021 wegen einer Vergewaltigung im Jahr 2019 zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Damals war er noch minderjährig. Nach Verbüssung seiner Strafe wurde er im Juni freigelassen und in Ausschaffungshaft gesetzt.
Am 3. September verfügte ein Richter seine Freilassung unter der Auflage einer Meldepflicht bei den Behörden. Am 4. September übermittelte Marokko den französischen Behörden die Genehmigung zur Ausweisung. Am Tag vor der mutmasslichen Tötung der Studentin landete der Mann auf der Fahndungsliste, da er seiner Meldepflicht nicht nachgekommen war.
Zeugen sahen Täter mit Spitzhacke
Die Leiche der 19-Jährigen war am Samstag nach einer Vermisstenmeldung durch die Familie bei einer Treibjagd im Waldgebiet im Westen von Paris vergraben aufgefunden worden. Zuletzt gesehen wurde die Studentin am Freitagmittag an der Universität Paris-Dauphine.
Die Pariser Kriminalpolizei leitete Ermittlungen wegen des Verdachts auf vorsätzliche Tötung ein. Gemäss einer Polizeiquelle hatten Zeugen berichtet, sie hätten einen Mann mit einer Spitzhacke in der Gegend gesehen. Zudem wurde offenbar genetisches Material des 22-Jährigen am Fundort der Leiche entdeckt.
Gemäss einem Bericht des französischen Senders RTL, sei der Tatverdächtige mithilfe seines Mobiltelefons geortet worden. Er hatte es kurz vor dem Überqueren der Schweizer Grenze wieder eingeschaltet.