Masernfälle nehmen zu
1:41
Wegen Impfgegnern:Masernfälle nehmen zu

Besser als Impfung?
US-Gesundheitsminister will Masern mit Vitamin A bekämpfen

Der Süden der USA kämpft gerade mit einem Masernausbruch. Seit Jahresbeginn wurden mehr als 250 Masern-Infektionen registriert. Zwei Infizierte starben. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. glaubt, dass Vitamin A besser helfen könnte als eine Impfung. Stimmt das?
Publiziert: 17.03.2025 um 21:06 Uhr
|
Aktualisiert: 17.03.2025 um 22:40 Uhr
1/6
Ein Masern-Ausbruch in den USA macht den Behörden zu schaffen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Masernausbruch in den USA: Über 250 Fälle und zwei Todesfälle
  • Impfskeptiker Kennedy spricht sich nun für Immunisierung gegen Masern aus
  • Impfquote bei Vorschulkindern in den USA sank von 95 Prozent auf unter 93 Prozent
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Zuerst sieht es wie eine normale Erkältung aus. Doch dann kommt ein roter Ausschlag dazu. Die Masern sind zurück in den USA. Der Süden hat mit einem Ausbruch zu kämpfen. Mehr als 250 Masern-Infektionen wurden seit Jahresbeginn registriert. Zwei Infizierte starben. Es waren die ersten Masern-Todesfälle in den USA seit einem Jahrzehnt. Auch Mexiko hat inzwischen mehr als 20 Fälle. 

Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, sie können tödlich verlaufen oder bleibende Schäden verursachen. Trotzdem sank der Anteil der gegen die Krankheit geimpften Kinder im Vorschulalter in den USA von 95 Prozent im Jahr 2019 auf weniger als 93 Prozent im Jahr 2023. In einigen Regionen liegt die Impfquote sogar noch deutlich niedriger.

Impfskeptiker nun doch für Immunisierung

Befeuert wurde die Impfskepsis in der Vergangenheit auch durch falsche und irreführende Aussagen des neuen Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr. (71) über die Sicherheit des Impfstoffs gegen Masern, Mumps und Röteln. So hatte er die Zunahme der Fälle heruntergespielt und jährliche Ausbrüche als «nicht ungewöhnlich» bezeichnet.

Allerdings sprach sich Kennedy, der als ausgesprochener Impfskeptiker gilt, angesichts des aktuellen Masernausbruchs zuletzt für eine Immunisierung gegen die Krankheit aus. Er ist der Meinung, dass neben der Impfung auch Vitamin A helfen könne. Aber stimmt das?

«Äusserst schwer verlaufende Krankheitskomplikationen»

Vitamin A ist wichtig für den Körper. Wir brauchen es, für den Stoffwechsel, die Entwicklung der Gewebe und für unsere Augen. Auch für das Immunsystem spielt Vitamin A eine Rolle. Es kommt natürlich in vielen Lebensmitteln vor. Darunter Butter, Käse, Spinat, Tomaten und Rüebli. Bei einem Vitamin-A-Mangel kann es sein, dass man schneller krank wird. Das Immunsystem kann dann nicht mehr richtig arbeiten.

Dass im Umkehrschluss viel Vitamin A gegen Krankheiten schützt, ist ein Irrglaube. Besonders gegen die Masern. Da hilft nur nachweislich die Impfung. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt daher die Impfung gegen Masern in Kombination mit der Impfung gegen Röteln und Mumps. «Grund für die Impfung gegen die drei Krankheiten Masern, Mumps, Röteln ist es, deren manchmal äusserst schwer verlaufende Krankheitskomplikationen zu verhindern», schreibt das BAG auf seiner Seite.

Schutz währt ein Leben lang

Die Impfung gilt als sehr sicher. Empfohlen werden dabei zwei Dosen, die einmal mit neun Monaten und dann mit zwölf Monaten verabreicht wird. «Eine Nachholimpfung ist in jedem Alter möglich und eine solche wird allen nicht-immunen Personen empfohlen. Als immun gegen Masern gelten alle Personen, die mindestens zwei dokumentierte Impfdosen gegen Masern erhalten hatten, oder die vor 1964 geboren sind oder eine durch eine Ärztin oder einen Arzt dokumentierte Masernerkrankung durchgemacht hatten.» 

Der Schutz währt bei den meisten vollständig geimpften Personen ein Leben lang. «Die WHO und ihre Mitgliedsstaaten bemühen sich, die Masern in Europa und in anderen Regionen durch eine hohe Durchimpfungsrate bei den Kleinkindern zu eliminieren.»

Fehler gefunden? Jetzt melden
Was sagst du dazu?