Warnungen vor Asbest
In diesen Spielsachen lauern Gefahren für deine Kinder

Seit Monaten häufen sich Warnungen und Rückrufe wegen Asbest in Kinderspielsachen. Anbieter haben diverse Produkte aus dem Sortiment genommen. Doch die grösste Gefahr droht aus dem Briefkasten.
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Gefahr im Kinderzimmer: In verschiedenen Spielsand-Produkten wurde Asbest festgestellt.
Foto: Lithiumphoto/Shutterstock

Darum gehts

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Thomas Angeli
Beobachter

Asbest ist in der Schweiz seit über 30 Jahren verboten. Die feinen mineralischen Fasern gelangen beim Einatmen in die Lunge und können Krebs verursachen – oftmals erst nach Jahrzehnten. Kein Wunder, waren Konsumentenschützerinnen und Gesundheitsbehörden in den vergangenen Monaten alarmiert, als in verschiedenen Spielwaren plötzlich Asbestrückstände gefunden wurden.

In Belgien publizierte die Regierung eine «Blacklist» mit möglicherweise kontaminierten Spielwaren. In Deutschland fand die Stiftung Warentest in 10 von 22 untersuchten Spielsand-Produkten und Knetmassen Asbest, und in Neuseeland und Australien warnten Behörden vor Spiel- und Dekosand. Dabei sind verschiedene Produktgruppen betroffen:

Spielsand und Knetmassen

In mehreren Proben von gefärbtem Spielsand und farbiger Knetmasse zum Basteln fand die Stiftung Warentest Asbestrückstände. Der Rat der Stiftung Warentest dazu: den Sand befeuchten, damit er nicht mehr staubt, doppelt in Plastikbeutel packen und als Sondermüll entsorgen.

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Dekosand

Auch farbiger Dekosand zum Basteln kann Asbest enthalten. Auf Youtube und Pinterest finden sich unzählige Anleitungen, wie man mit diesem Material die eigene Wohnung verschönern kann, zum Beispiel mit Gläsern, die mit farbigem Sand gefüllt und als Kerzenständer genutzt werden. Auch in diesem Fall rät die Stiftung Warentest, den Sand als Sondermüll zu entsorgen.

Spielzeugfiguren

In der Schweiz wurden durch die Hersteller bisher nur dehnbare Spielzeugfiguren zurückgerufen, die asbesthaltigen Sand enthalten. Die Produkte heissen «Stretchers-Toyz» und «Pufferz Puffer-Figur Sand». Wenn diese Spielzeuge kaputtgehen, besteht die Gefahr, dass man Asbestfasern einatmet.

Selbstkontrolle funktioniert

Der Beobachter hat die Probe aufs Exempel gemacht und Schweizer Onlineshops auf potenziell asbesthaltige Produkte abgeklopft. Das Resultat zeigt, dass die Selbstkontrolle offenbar weitgehend funktioniert. Einzig bei Galaxus fanden sich drei Spielsandprodukte der Marke Sablimage.

Geliefert werden diese von der Firma Meinspielzeug AG. Deren Geschäftsführer schreibt auf Anfrage, dass man den Spielsand im Frühling zeitweilig aus dem Verkehr genommen habe. Der Hersteller habe den Spielsand daraufhin testen lassen. Dabei habe man lediglich einen Asbestanteil von unter 0,1 Prozent gefunden. Dies entspreche den Normen, weshalb man die Spielwaren wieder ins Sortiment aufgenommen habe.

Gefahr bei Billiganbietern aus Fernost

Die grösste Gefahr lauert damit nicht in Schweizer Spielwarenhandlungen und Versandhäusern, sondern bei billigen ausländischen Onlineshops. Allein beim chinesischen Versandhandelsgiganten Temu hat die Stiftung Warentest vier Spielsandprodukte gefunden, die Asbest enthielten.

Dadurch fühlt sich auch der Spielwaren-Verband Schweiz bestätigt. Die Branchenorganisation warnt seit längerem – und nicht ganz uneigennützig – vor gefährlichen Spielwaren aus Fernost. Die Untersuchungen der Stiftung Warentest zeigten, «dass unkontrollierte Direktimporte […] die Sicherheit der Konsument:innen gefährden und geltende Gesetze umgehen», schreibt der Verband.

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