Darum gehts
- Hunderte stehen Samstagmorgen vor Swatch-Store in Zürich für Royal Pop
- 90 Prozent Männer in Warteschlange, viele planen Weiterverkauf mit Gewinn
- 350 Franken pro Uhr, inspiriert von Royal Oak, bereits auf Ricardo gelistet
Swatch-Store in Basel nach Tumulten komplett geschlossen
Auch in Basel gibts Probleme beim Verkauf der neue Royal Pop. Wie ein Blick-Leser berichtet, eskaliert die Situation in der noblen Einkausmeile Freie Strasse, als die Swatch-Verkäufer den wartenden Uhrenfans mitteilen, dass alle neuen Uhren verkauft sind. Und dass sie doch bitte nach Hause gehen sollen. Das schmeckt vielen nicht, sie begehren auf. Die Stimmung ist dermassen aufgeladen, dass die Store-Angestellten den Laden grad komplett schliessen. «Wir haben heute ausnahmsweise geschlossen», heisst es jetzt auf einem Zettel an der Ladentüre.
Extra aus Lausanne angereist – ohne Royal Pop nach Hause
Eigentlich müssten Tim (20) und Nik (21) enttäuscht sein. Die beiden sind extra für die Lancierung der Royal Pop aus Lausanne an die Zürcher Bahnhofstrasse gereist und gehen leer aus. Doch sie sehen das Ganze positiv. «Es war spannend zu sehen, wie so eine PR-Aktion abläuft», sagt Tim. Sein Freund Nik (21) ergänzt: «So funktioniert Marktwirtschaft!»
Tumult vor dem Swatch-Store in Biel
In Biel BE ist der Verkauf der neuen Royal Pop abgebrochen worden. Laut einem Blick-Leser hat sich eine Gruppe von Männern an den Wartenden vorbei gedrängelt. Die Security hat sie nicht in den Laden gelassen und weggewiesen. Das passte der Gruppe gar nicht. Es kam zu einem Gerangel zwischen dem Sicherheitspersonal und den Männern. Erst die Polizei konnte die Situation beruhigen.
«Für 2000 Franken kannst Du meine Royal Pop haben!»
Der Swatch-Store an der Bahnhofstrasse in Zürich hat alle Royal Pop verkauft. Jetzt wittern Wiederverkäufer das grosse Geschäft. Sie warten rund um den Laden auf frustrierte Uhrenfans, die vergeblich in der Schlange gestanden sind - und ohne Royal Pop nach Hause müssen. Thanu (25), Mocro (20) und Luca (20) zeigen stolz ihre Uhren her. Sie haben klare Preisvorstellungen. «Für 2000 Franken kannst Du meine haben», sagt Luca zum Blick-Reporter. Mocro geht unten rein. «1000 Franken, und wir kommen ins Geschäft», unterbietet er das Angebot des Kollegen. Viel Geld machen beide, wenn jemand anbeisst. Ihre Uhren haben sie heute früh erst für 350 Franken gekauft.
Alexander (23) hat sich eine der letzten Uhren gesichert
Uff, das war knapp! Als einer der Letzten aus der langen Warteschlange hat sich Alexander (23) aus Zürich eine gehypte Royal Pop gesichert. Er strahlt übers ganze Gesicht. «Das war knapp!», freut er sich. Der Kontrast zu den Dutzenden, die ohne Uhr nach Hause gehen müssen, könnte grösser nicht sein.
Alle Uhren sind weg! Security positioniert sich vor dem Laden
Dem Swatch-Store an der Bahnhofstrasse in Zürich sind die Royal Pop ausgegangen! Kurz vor 11.30 Uhr geht die letzte Uhr über den Ladentisch. Sicherheitsleute machen sich vor dem Eingang breit. Die letzten Kunden verlassen das Geschäft. Der Frust unter den Wartenden ist gross. Eine Frau schimpft lauthals, wird kurz darauf von einem Sicherheitsmann angeschrien. Dann gibt sie Ruhe und zieht ab.
«Ich verkaufe meine Royal Pop sicher nicht weiter!»
Linus Schilling (17) aus Aarau strahlt. Er hat sich eine der gehypten neuen Royal Pop gekauft. «Ich mag die Uhr, sie ist cool», sagt er. «Eigentlich bin ich gar kein Swatchfan. Aber als die Royal Pop gesehen habe, wusste ich, dass ich die haben muss.» Die stundenlange Warterei in der Kälte habe ihm nichts ausgemacht. «Ich habe viele spannende Menschen kennengelernt. Wir haben aufeinander aufgepasst.» Weiterverkaufen will er die Uhr nicht. Auch wenn ein fetter Batzen lockt. «Dafür gefällt sie mir viel zu gut!»
Die Stimmung kippt vor dem Swatch-Store in Zürich
Die Sonne scheint an der Bahnhofstrasse, doch die Stimmung kippt langsam. Viele der Hunderten Wartenden vor dem Swatch-Store werden ungeduldig. «Es geht einfach nicht vorwärts in der Schlange», sagt ein Uhrenfan zu Blick. «Ob ich überhaupt noch eine Uhr bekomme?» Diese Frage stellen sich viele. Swatch-Angestellte fangen nämlich an, die Letzten in der Schlange zu informieren, dass die neue Royal Pop auch in den nächsten Tagen noch zu haben sein wird. Ein Zeichen dafür, dass der Vorrat im Zürcher Laden langsam knapp wird. Die ersten Uhrenfreaks machen sich denn auch enttäuscht auf den Heimweg.
«Alle haben gedrängelt» – Teenager geben frustriert auf
Clemens (15), Daan (15) und Luis (15) aus Kilchberg ZH geben kurz vor 11 Uhr enttäuscht auf. «Wir warten seit 4 Uhr morgens hier», erzählt Clemens. «Aber der Verkauf war mega schlecht organisiert. Alle haben sich vorgedrängelt», regt er sich auf. «Jetzt gehen wir halt in den McDonald's», sagt er und zieht geknickt von dannen.
Riesen-Chaos in Luzern – Swatch Store geschlossen
Ein Blick-Leser berichtet von chaotischen Zuständen in Luzern. Die Stimmung unter den vielen Wartenden sei sehr schlecht. Viele hätten Angst, umsonst angestanden zu sein. Es sei immer wieder zu Streitigkeiten und einem Gerangel in der Warteschlange gekommen. «Die hatten den Andrang nicht unter Kontrolle. Nach nur wenigen verkauften Uhren wurde der Swatch-Laden geschlossen», berichtet er.
Swatch und Audemars Piguet machen gemeinsame Sache. Das versetzt die Uhrenwelt in helle Aufregung! Und zwar weltweit. Heute Samstag wird die neue Royal Pop, eine Taschenuhr in knalligen Farben, lanciert. Auch im Swatch-Store an der Bahnhofstrasse 69 in Zürich. Der Männeranteil in der Schlange vor dem Swatch-Store an der Zürcher Bahnhofstrasse beträgt locker 90 Prozent.
Längst nicht alle dürften sich für die Freundin eine Royal Pop ergattern. Viele wittern mit der neuen Taschenuhr vor allem das grosse Geld. In den vordersten Plätzen der Mega-Schlange stehen viele, welche die Uhr im Internet direkt wieder verkaufen wollen – mit einem happigen Aufschlag. Es geht also auch um viel Geld.
Der Bieler Uhrenhersteller Swatch selbst hat die Gerüchteküche ab dem 6. Mai mit kryptischen Posts in sozialen Medien zum Brodeln gebracht. Und so den Hype um die Kollaboration mit Audemars Piguet ausgelöst. Der 1875 gegründete Luxusuhren-Hersteller hat seinen Sitz in Le Brassus VD und produziert in Werken in Le Locle NE und Meyrin GE. Er gehört zu den renommiertesten und teuersten Uhrenherstellern der Welt und ist immer selbständig geblieben.
Umso mehr überrascht die Zusammenarbeit mit Swatch. Denn Audemars Piguet ist absolute Uhrenelite. Einstiegsmodelle von Audemars Piguet gibts ab 30'000 Franken. Das bekannteste Modell, die Royal Oak, ist eine der begehrtesten Luxusuhren der Welt. Die Wartelisten sind lang. Gebraucht sind viele Modelle teurer als beim Neukauf. Fans zahlen dafür gerne sechsstellige Beträge.
Da ist es naheliegend, dass sich das Design der Royal Pop an der ikonischen Royal Oak orientiert. Das achteckige Gehäuse, die sichtbaren Lünettenschrauben und das integrierte Armband in Kombination mit knalligen Farben: Das sorgt für Emotionen rund um die neue Taschenuhr mit dem mechanischen Uhrwerk. Erklärtes Ziel von Swatch: «Künftige Generationen in die Welt der mechanischen Uhren zu bringen». Über 1000 Leute haben zwei Jahre lang im Geheimen am Projekt gearbeitet. Schon jetzt tauchen erste Uhren auf Plattformen wie Ricardo auf – obwohl es sie erst ab 9 Uhr zu kaufen gibt. Seriös ist anders.