Darum gehts
- USA plant «Turbo-Visum» für 750 Dollar zusätzlich, Start Ende 2026
- Express-Visum kostet insgesamt 935 Dollar, Familien zahlen bis 3000 Dollar
- Pilotprojekt soll lange Wartezeiten bei Visa-Anträgen verkürzen
USA-Reisende aufgepasst! Wer kurzfristig in die Staaten reisen will, soll künftig tief in die Tasche greifen müssen. Die US-Regierung plant ein neues «Turbo-Visum» für zahlungskräftige Reisende – gegen einen Aufpreis von satten 750 Dollar. Wer die Zusatzgebühr bezahlt, erhält innert zehn Tagen einen Termin bei einer US-Vertretung. Dort entscheidet ein Mitarbeiter dann über die Erteilung des Visums.
Billig ist diese Fast-Line, wie man sie bei Skigebieten kennt, allerdings nicht. Denn die 750 Dollar kommen zu den normalen Visagebühren von 185 Dollar hinzu. Nur so kann man an den übrigen Wartenden vorbeiziehen und sein Visum schneller beziehen. Insgesamt kostet das Express-Visum nämlich stolze 935 Dollar – umgerechnet gut 750 Franken.
3000 Dollar für eine Familie
Für Familien geht das neue Modell so richtig ins Geld. Vier Personen müssten allein für die Express-Gebühr 3000 Dollar zusätzlich bezahlen. Profitieren könnten davon vor allem Geschäftsreisende, wohlhabende Touristen oder Personen, die kurzfristig in die USA reisen müssen und den Extra-Betrag deshalb gerne entrichten.
Schweizerinnen und Schweizer brauchen ein Visum, wenn sie 90 Tage oder länger am Stück in den USA bleiben. Sei es für Ferien. Oder wenn sie in den USA arbeiten, ein Praktikum absolvieren oder studieren möchten. Bleiben sie weniger lang, dann müssen sie vor Reiseantritt online eine kostenpflichtige elektronische Reisegenehmigung (ESTA) beantragen.
Mit dem neuen Angebot reagiert Washington auf die langen Wartezeiten für Visa-Termine. In verschiedenen Ländern müssen Antragsteller Wochen oder gar Monate warten. Die Trump-Regierung will das Premium-Angebot zunächst testen. Noch diese Woche soll das Vorhaben offiziell angekündigt werden. Der Start des Pilotprojekts in mehreren Botschaften und Konsulaten ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Die Einwanderer-Nation USA macht also Kohle mit Reisenden. Und US-Präsident Donald Trump (79) bessert die Staatskasse auf. Das ist bitter nötig, wachsen die Schulden doch stetig an. Zudem hat der US-Präsident eben erst eine zünftige juristische Schlappe einstecken müssen: Ein Gericht kassierte seine umstrittene 100'000-Dollar-Gebühr für Arbeitsvisa. Sie werden vor allem von Tech-Firmen, Unis und Spitälern genutzt, um hochqualifizierte Fachkräfte wie Ingenieure, Ärztinnen oder Softwareentwickler in die USA zu holen. Mit der Rekordgebühr wollte Trump Unternehmen dazu bewegen, vermehrt amerikanische Arbeitnehmer einzustellen.