Darum gehts
- Die Kambly-Leitung ist nach der Trennung von Dania und Nils Kambly neu besetzt
- Dania Kambly übernimmt die alleinige Führung als Delegierte des Verwaltungsrats
- Nils Kambly leitete das Unternehmen seit 2020 und verlässt es nun für eine neue Karriere
Der Schweizer Guetzlihersteller Kambly muss seine Leitung neu aufstellen. Grund dafür sind Eheprobleme zwischen Dania (40) und Nils (40) Kambly. Die beiden haben die traditionsreiche Firma mit Sitz in Trubschachen BE bisher zusammen geführt.
«Das Ehepaar Dania und Nils Kambly hat sich aus privaten Gründen getrennt und wird deshalb die Firma fortan nicht mehr in Co-Leitung führen», heisst es in einer Medienmitteilung. Dania Kambly, Urenkelin des Gründers Oscar R. Kambly (1887–1957) und Präsidentin, wird fortan als Delegierte des Verwaltungsrats das 116-jährige Familienunternehmen führen – allein und in vierter Generation.
«Beruflich neu orientieren»
Nils Kambly wird sich beruflich neu orientieren, heisst es weiter. Nils Kambly war ab 2020 als CEO und ab 2024 als Vizepräsident des Verwaltungsrats für Kambly tätig. «Er hat während der letzten sechs Jahre die Unternehmung sehr erfolgreich und im guten Einvernehmen mit der Familie und dem Verwaltungsrat geführt und konnte für die Weiterentwicklung der Unternehmung wichtige Impulse setzen», heisst es in der Medienmitteilung.
Und weiter: «Die Familie und der Verwaltungsrat danken Nils Kambly von Herzen für die wertvolle Arbeit und erfolgreiche Weiterentwicklung des Familienunternehmens.»
Dania und Nils Kambly, beide promovierte Physiker, hatten sich während des Studiums in Lausanne kennengelernt. Der Deutsche verliebte sich in die Bernerin und folgte ihr ins Emmental. Ursprünglich hiess er Nils Brauer, nahm aber den Familiennamen seiner Frau an. 2017 trat er ins Unternehmen ein und machte Karriere. Jetzt muss Nils Kambly sein Büro wieder räumen. Die beiden haben zusammen zwei Söhne.
Kambly hat 525 Angestellte und macht 200 Millionen Franken Umsatz im Jahr, fast die Hälfte davon im Ausland. Kambly ist laut eigenen Angaben der umsatzstärkste Gebäckhersteller und der bedeutendste Exporteur der Schweiz.