Die ersten Camper erobern das ESAF-Gelände
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Mit mächtig Schnaps im Gepäck:Die ersten Camper erobern das ESAF-Gelände

Schwingfans in Feierlaune – Blick auf dem Campingplatz von Bauer Stefan Fischli
So wild war der erste ESAF-Morgen

Der Countdown läuft. Das Glarnerland platzt am Wochenende aus allen Nähten. Um alle Schwingfans unterzubringen, bieten Private kreative Lösungen an. Blick hat mit Bauern und Gästen nach den ersten Nächten gesprochen.
Publiziert: 29.08.2025 um 12:16 Uhr
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Aktualisiert: 07:46 Uhr
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Severin Hodel (38), Schreiner aus Unterägeri ZG (rechts) und Urs Iten (37), Schreiner aus Erstfeld UR.
Foto: Ralph Donghi

Darum gehts

  • Das ESAF erwartet 350’000 Besucher in Mollis – der ganze Kanton Glarus hilft bei der Unterbringung
  • Bauern und Gewerbe bieten kreative Übernachtungsmöglichkeiten für Schwingfans an
  • Campingplatz fasst 12’500 Personen, dazu werden zeitweise über 13’000 private Schlafplätze angeboten
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Der Start des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (ESAF) in Mollis rückt immer näher. Viele Schwingfans sind bereits im Glarnerland eingetroffen und haben die erste Nacht in ihrer Unterkunft verbracht. Sie schlafen in Ställen und Hofläden von Bauernhöfen, in Turnhallen und auf Campingplätzen.

Bauer Stefan Fischli aus Näfels GL stellt auf seinen Wiesen gut 80 Stellplätze für Wohnmobile und Zelte zur Verfügung. «Bis auf drei Camper sind alle da», sagt er am Freitagmorgen zu Blick. «Bis jetzt läuft es gut, trotz des nassen Tages gestern. Es gab keinen Landschaden.» Die Gäste seien angenehm und in Festlaune. «Die einen etwas mehr als die anderen», so Fischli schmunzelnd. «Ein paar sind bereits etwas krumm gelaufen.» Am Morgen waren aber alle wohlauf am Zmörgelen.

Einige Schwingfans sind bei der Familie Fischli bereits am Mittwoch angereist. Jetzt gehen die Fischlis in den Unterhaltsmodus über. «Das heisst Kübel leeren, WCs und Duschen putzen. Wir hoffen, dass nichts kaputtgeht.»

Zwei der Gäste sind Severin Hodel (38) aus Unterägeri ZG und Urs Iten (37) aus Erstfeld UR. «Seit Luzern 2004 waren wir an jedem ESAF», so Hodel. Trotz des schlechten Wetters sind die beiden super gelaunt. «Nach ein paar Bier haben wir prächtig geschlafen.»

Vom Platz sind die Innerschweizer begeistert. «Inklusive Strom- und Wasseranschluss und Duschen zahlen wir 350 Franken bis Montag. Das ist tiptop.»

«Erst am Morgen wieder heimgekehrt»

Bei der Familie Heinzelmann aus Mollis sind am Donnerstag 30 der total 100 Gästen angekommen. «Die Leute sind sehr angenehm und unkompliziert. Der Regen stört nicht gross.» Auch auf ihrem Hof sind einige Schwingfans bereits in Partylaune. «Eine junge Truppe ging am Abend aufs Festgelände und ist erst am Morgen wieder heimgekehrt. Die Älteren machten es sich bei uns gemütlich.»

Für das ESAF wird das Glarnerland regelrecht überrannt. 350’000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet. Zum Vergleich: Das Austragungsdorf Mollis GL zählt gerade einmal 4000 Einwohner. Es strömen also fast 90-mal so viele Schwingfans auf das Flugplatzareal, wie Menschen in Mollis zu Hause sind.

Zehntausende von ihnen werden in der Umgebung übernachten. «Das ganze Glarnerland hilft mit», erklärt Fridolin Hösli, Bereichsleiter Beherbergungen am ESAF, gegenüber Blick. Neben dem Campingplatz, der 12’500 Schwingfans unterbringen kann, hat das OK zusammen mit der Glarner Tourismusorganisation Private aufgerufen, ihre Türen zu öffnen. «Wir spüren: Die Rückendeckung der Bevölkerung ist sehr gross», so Hösli. Für diverse Zeitfenster haben sie über 13’000 Schlafplätze angeboten.

Stall und Hofladen ausgeräumt

Dem Aufruf gefolgt sind eben Familien wie die Fischlis – wenn auch mit einigen Bedenken. «Als Bauer hatte ich zuerst ein weinendes und ein lachendes Auge», erklärt Bauer Fischli. Der Boden werde hart in Anspruch genommen. «Das ESAF hat aber sehr viel für den Schutz gemacht. Und ich sehe jetzt, dass die Gäste bodenständig sind. Die tragen meiner Wiese Sorge.» Die Vorfreude sei gross. «So einen riesigen Anlass werde ich nie wieder erleben, es ist mega.»

Die Familie Krauer hat extra ihren Stall in Ennenda GL geputzt und das Stroh rausgenommen. Platz haben hier 100 Besucherinnen und Besucher. Der Schlafplatz kostet 50 Franken pro Nacht. «Wir bieten zudem ein Zmorgebuffet für 15 Franken an», sagt Pirmin Krauer. Frühstück gibts auch auf dem ausgeräumten Hofladen der Familie Heinzelmann. «Die Gäste bleiben bei uns drei bis vier Nächte lang.» Dafür bezahlen sie 200 Franken. Für die Bauern gibt es neben dem Zusatzaufwand also auch einen willkommenen Zustupf. Übertriebene Preise sucht man im Glarnerland aber vergebens.

Auch das Gewerbe packt an

Sogar gratis stellt die Schreinerei Leuzinger ihr älteres Chalet zur Verfügung. «Bei uns schlafen gut ein Dutzend VIP-Gäste, unter anderem aus der Politik», erklärt Inhaber René Leuzinger. Auch ein Schwinger mit seiner Familie findet Unterschlupf. «Es ziehen alle an einem Strick. Das ist einzigartig.»

ESAF-Bereichsleiter Hösli ist zufrieden. Plätze gibt es in unmittelbarer Nähe nicht mehr viele. Auf dem Campingplatz direkt neben der Arena sind die Stellplätze ausgebucht. «Für Zelte hat es allerdings noch genügend Platz. Die sind kurzfristig buchbar», so Hösli. Von Mittwoch bis Montag kostet ein Zeltplatz für vier Personen 480 Franken.

Die 2500 Schlafeinheiten in Turnhallen, die von der Gemeinde Glarus Nord ans ESAF vermietet werden, sind ebenfalls fast alle weg. «Nähere Hotels waren sowieso früh ausgebucht, es gibt aber noch Zimmer in Braunwald und Elm.» Platz im Überschuss besteht im Glarnerland nicht – aber man hilft sich gegenseitig.

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