Darum gehts
- Am Flughafen Zürich gibt es wegen Skyguide-Softwareproblemen 10 % weniger Landungen
- Skyguide plant Rollback der Software in der Nacht auf Donnerstag
- 2025 verzeichnete Skyguide Personalkosten von 382 Millionen CHF bei 576 Millionen Gesamtausgaben
Die Schweizer Flugsicherung Skyguide hat ein Problem mit der Software, die die An- und Abflüge am Flughafen Zürich steuert. Deshalb hat sie die Kapazitäten am grössten Flughafen des Landes «bis auf Weiteres» um 10 Prozent auf 35 Anflüge pro Stunde reduziert, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Skyguide betont: Die Sicherheit im Schweizer Luftraum sei jederzeit gewährleistet.
Trotzdem ärgerlich für die Reisenden: Am Flughafen kommt es deshalb am heutigen Mittwoch teils zu erheblichen Verspätungen. Ein Blick auf alle Abflüge zeigt: Von 11:00 bis 19:00 Uhr hoben knapp drei Viertel aller Flugverkehrsverbindungen verspätet in Kloten ZH ab. Besonders am späteren Nachmittag traten vereinzelt Verspätungen von 40 Minuten und mehr auf. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Landungen: Dort bewegen sich die Verspätungen von wenigen Minuten bis hin zu über einer Stunde. Eine Swiss-Maschine aus Los Angeles landete gar knapp drei Stunden später als geplant.
In der Nacht auf Mittwoch habe Skyguide ein Software-Update durchgeführt, heisst es in der Mitteilung weiter. «Daraufhin ist am Morgen ein Fehlverhalten der Applikation bemerkt worden», schreibt die Flugsicherung. «In der Nacht auf Donnerstag wird ein sogenanntes Rollback durchgeführt, um den ursprünglichen Zustand der Applikation wiederherzustellen.» Bis dahin dürfte das Verkehrschaos am Zürcher Himmel anhalten.
Sorgenkind am Schweizer Flughimmel
Vor zehn Tagen erst stand Skyguide letztmals in den Schlagzeilen. Die Schweizer Flugsicherung hat finanzielle Probleme. Bis Ende 2027 soll es deshalb zu 220 Entlassungen kommen. Betroffen sind Mitarbeitende in Dübendorf ZH und in Genf. 2025 schrieb die Firma zwar wieder schwarze Zahlen, die Lage bleibt aber schwierig.
Als Grund für den Stellenabbau nennt Skyguide «den wachsenden wirtschaftlichen Druck, steigende Personal- und Systemkosten, unsichere Einnahmen, europäische Effizienzziele und komplexe interne Strukturen». Zur Einordnung: Im letzten Jahr betrugen die Personalkosten von Skyguide 382 Millionen Franken – bei Gesamtausgaben von 576 Millionen Franken.
Skyguide ist seit längerem das grösste Sorgenkind am Schweizer Flughimmel. Peter Merz (57) hat im letzten November als CEO übernommen – und von seinem Vorgänger Alex Bristol (56) viele Probleme geerbt. Bereits Ende 2025 griff der neue Skyguide-Chef durch: Er verhängte einen Einstellungs- und Beschaffungsstopp. Und kündigte an, in diesem Jahr 24 Millionen Franken sparen zu wollen.