Reponds mit einem Neuanfang
Eiskunstlauf-Schwestern mit spezieller Trainer-Lösung

Bei der Schweizer Eiskunstlauf-Familie Repond verändert sich gerade alles gleichzeitig. Nach zehn Jahren beendet Jérômie Repond ihre Arbeit als Trainerin von Schwester Kimmy – und übergibt den Posten an ihren Partner Luca Demattè.
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Die Repond-Schwestern zu Hause in Basel: Jérômie, Kimmy und Caline (v. l. n. r.).
Foto: BENJAMIN SOLAND

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Jérômie Repond beendet Eiskunstlauf-Trainerinnen-Karriere
  • Ihr Freund Luca Demattè übernimmt Training von Kimmys und Calines Eiskunstlaufkarrieren
  • Kimmy Repond plant Comeback für Heim-EM 2027, Caline Repond wird jüngste Schweizer Meisterin

Als Jérômie Repond (27) Ende März alleine auf der Tribüne an der Eiskunstlauf-WM in Prag sitzt, wird ihr plötzlich klar: Ein riesiges Kapitel ihres Lebens ist vorbei.

Zehn Jahre lang trainierte sie ihre kleine Schwester Kimmy (19). Eigentlich hätten die beiden dort ihre letzte gemeinsame Saison abschliessen sollen. Doch wegen Kimmys hartnäckiger Fussverletzung musste die Schweizer Hoffnung kurzfristig absagen. Jérômie Reponds Freundinnen hätten aber schon Tickets gebucht – also ging sie trotzdem mit. «Dort habe ich erstmals realisiert, dass jetzt wirklich Schluss ist. Es war schon seltsam», sagt Jérômie beim Treffen mit Blick in der Wohnung der Familie Repond in Basel. 

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Nach 23 Jahren auf dem Eis wagt sie einen kompletten Neustart und arbeitet seit Mai als Psychologin in Weiterbildung zur Psychotherapeutin an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel.

Selbst eine Eiskunstlaufhoffnung

Dabei war Jérômie Repond selbst einst eine der grossen Hoffnungen im Schweizer Eiskunstlauf. Als Nachwuchsläuferin galt sie als talentiert, musste ihre Karriere jedoch nach einem schweren Vespa-Unfall 2017 früh beenden. Die Verletzungen an der Patellasehne und an den Nerven machten den Spitzensport unmöglich.

Statt ganz vom Eis zu verschwinden, wurde sie Trainerin. Zuerst für Kimmy Repond, später auch für die jüngste Schwester Caline (12). «Es war jetzt aber der richtige Zeitpunkt. Ich wollte einfach mal was ganz Neues. Ich habe gemerkt, dass mich der Bereich der Psychologie mehr interessiert als der Sport.» Ausserdem habe sie mit Kimmy Repond im Eiskunstlauf als Trainerin alles erreicht, was sie je wollte. EM-Bronze 2023, WM-Fünfte und Olympiateilnahme. «Mehr als wir eigentlich erreichen wollen, haben wir geschafft! Ich fragte mich: Was will ich denn noch mehr?»

Der Freund übernimmt

Ganz verschwindet der Eiskunstlauf aus ihrem Leben aber nicht. Denn der Trainerposten bleibt (fast) in der Familie. Neu übernimmt Jérômies Freund Luca Demattè (35) die Rolle als Cheftrainer von Kimmy und Caline. Der Italiener half in Bergamo beim Aufbau eines internationalen Leistungszentrums mit und führte unter anderem das Paarlauf-Duo Lucrezia Beccari und Matteo Guarise 2024 zu EM-Gold.

Kennengelernt haben sich Jérômie Repond und Luca Demattè an der EM 2024. «An der Afterparty haben wir erstmals richtig miteinander gesprochen», erzählt sie und lacht. Später trafen sie sich bei der Show «Art on Ice» wieder – dort funkte es endgültig. Bislang führten die beiden eine Fernbeziehung zwischen Basel und Italien. «Vor ein paar Monaten haben wir uns gefragt, wie es weitergehen soll», erzählt Jérômie Repond. «Wir wollten keine Fernbeziehung mehr.»

Weil Jérômie Repond wegen ihrer psychotherapeutischen Ausbildung nicht nach Italien ziehen kann und gleichzeitig in Basel eine Trainerstelle frei wurde, fiel die Entscheidung schnell: Luca Demattè kommt in die Schweiz.

Statt mit ihrer Schwester nun mit deren Freund auf dem Eis: Für Kimmy Repond bedeutet das eine grosse Umstellung. «Ich habe extrem gern mit Jérômie trainiert», sagt sie. «Darum war schon eine Unsicherheit da: Wie geht es weiter?» Mit Luca Demattè an ihrer Seite fühlt sie sich aber wohl. «Ich kenne ihn schon recht lange – schon bevor er mit Jérômie zusammenkam. Wir sind mehrere Jahre zusammen Art on Ice gelaufen. Ich vertraue ihm.»

Schweizerin Kimmy Repond holt die Bronze-Medaille
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Bei erster EM-Teilnahme:Schweizerin Kimmy Repond holt die Bronze-Medaille

Heim-EM im Visier

Inzwischen geht es auch Kimmy Reponds Fuss wieder besser. «Ich habe mir nach Olympia bewusst Zeit genommen, alles auszuheilen», sagt sie. Die nächste Saison sei für sie etwas ganz Besonderes: die Heim-EM 2027 in Lausanne. «Mein Ziel ist nochmals ein Podestplatz.»

Während Kimmy Repond weiter von grossen Wettkämpfen träumt, rückt bereits die nächste Repond nach: Caline wurde mit zwölf Jahren erstmals Schweizer Meisterin in ihrer Altersklasse. Trainiert wird sie dabei längst auch von ihrer berühmten Schwester. «Kimmy ist nicht zu streng, aber auch nicht zu lieb», sagt Caline grinsend. «Und sie lobt mich viel. Manchmal bekomme ich auch kleine Geschenke.» Kimmy und Jérômie Repond lachen und intervenieren sofort: «Diese Geschenke kriegst du aus normaler Schwesternliebe, nicht, weil du gut gesprungen bist!»

Kimmy Repond coacht die Jüngste bereits seit drei bis vier Jahren nebenbei. «Ich mache das mega gerne», sagt sie. «Ich probiere einfach, ihr etwas weiterzugeben von dem, was ich selber gelernt habe.» Viel abgeschaut habe sie sich dabei von Jérômie. «Ich versuche eigentlich, den gleichen Coachingstil zu haben wie sie bei mir.» Im Repond-System ändern sich gerade viele Rollen. Nur eines bleibt gleich: Auf und neben dem Eis halten sie alle weiterhin zusammen.

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