In Paris steht Susan Bandecchi (WTA 215) erstmals in ihrer Karriere im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers – und feiert gegen die Spanierin Cristina Bucsa beim 6:4, 2:6 und 6:4 sogleich den ersten Sieg. Den Grundstein für den überraschenden Coup gegen die Weltnummer 33 legt die Tessinerin dabei schon im Startsatz, den sie dank zwei Servicedurchbrüchen und nicht weniger als fünf abgewehrten Breakchancen mit 6:4 für sich entscheiden kann.
Auch im zweiten Durchgang geht Bandecchi mit Break in Führung, ehe sie aber den Faden verliert. Bucsa nutzt dies gnadenlos aus, dreht den Satz und gleicht mit einem 6:2-Satzgewinn aus. Die endgültige Wende? Nein, denn Bandecchi kommt noch einmal zurück. Sie gestaltet den dritten Satz lange ausgeglichen, ehe sie mit zwei Breaks in Folge vorentscheidend auf 5:2 davonzieht. Zwar muss sie sich noch einmal den Aufschlag abnehmen lassen, verwertet dann aber die zweite Chance bei eigenem Aufschlag und holt sich schliesslich mit dem zweiten Matchball den wohl grössten Sieg ihrer Karriere.
In der 2. Runde trifft sie auf die Australierin Darja Kassatkina.
Teichmann mit lauter Unterstützung zum Sieg
Die Unterstützung angereister Bekannter ist für Jil Teichmann auf dem kleinen Court 4 an den French Open lautstark – und sie lohnt sich: Die Zürcherin schlägt in der 1. Runde von Roland Garros die Russin Ljudmila Samsonowa, immerhin die Nummer 27 der Welt, in zwei Sätzen mit 6:4 und 6:4.
Dabei nimmt sie ihrer Gegnerin insgesamt fünfmal den Aufschlag ab – zuletzt zum entscheidenden sechsten Gamegewinn im zweiten Satz. In diesem hat sie zuvor schon mit Break geführt, ehe sie diesen Vorsprung aber noch einmal eingebüsst hat. Beirren lässt sie sich dadurch aber nicht: Nach 96 Minuten verwandelt sie ihren ersten Matchball mit einem Winner und schafft damit den Sprung in die nächste Runde. Gegnerin dort ist die Polin Magdalena Frech (WTA 46).
Wawrinka scheitert in Startrunde
Etwas mehr als drei Stunden dauert Stan Wawrinkas (41, ATP 113) letzter Auftritt an den French Open. Er unterliegt bei seiner Dernière in Paris dem Holländer Jesper De Jong (25, ATP 106) in vier Sätzen 3:6, 6:3, 3:6, 4:6. Den ersten Satz verliert der Romand vor allem wegen zu vieler unerzwungener Fehler. Umso beeindruckender ist seine Reaktion. Bei über 30 Grad kämpft er sich ins Match zurück, schnappt sich Durchgang 2.
Doch daran kann er nicht mehr anknüpfen. Auch den dritten Satz verliert Wawrinka 3:6. Im vierten Durchgang ist dann lange alles in der Reihe. Bis beim Stand von 4:4 die Vorentscheidung fällt. Wawrinka kassiert das Break. Ein Rückstand, den er danach nicht mehr wettmachen kann. Ein letztes Mal fliegen ihm in Paris die Herzen zu, er wird mit stehenden Ovationen gefeiert und mit einem emotionalen Film von den Organisatoren verabschiedet. In einer Videobotschaft kommen dann auch noch Weggefährten wie Roger Federer oder Rafael Nadal zu Wort, die rührende Worte an Wawrinka richten.
Golubic gibt Gas
Viktorija Golubic (33, WTA 82) zeigt eine starke erste Partie in Paris. Sie fegt Panna Udvardy (27, WTA 59) mit 6:0, 6:2 vom Platz. Nach dem perfekten ersten Satz hat die Zürcherin zwar einen kleinen Hänger. Sie gerät mit Break 0:2 in Rücklage. Davon erholt sie sich aber schnell. Golubic gelingt das postwendende Rebreak, danach gesteht sie der Ungarin kein einziges Game mehr zu. Nach 67 Minuten verwertet sie ihren ersten Matchball. Damit gewinnen alle drei Schweizerinnen, die am Montag im Einsatz stehen, und ziehen in die 2. Runde ein.