Die Schlussgänge
Luzerner: Alle drei bisherigen Duelle zwischen Michael Gwerder und Sven Schurtenberger endeten mit einem Gestellten. Und auch diesmal sind sie eher damit beschäftigt, keine Fehler zu machen, anstatt anzugreifen. So läuft die Zeit gnadenlos runter, ohne dass einer der beiden wirklich nah am Sieg war. Weil es dadurch auch nur die Note 8,75 für beide gibt, verpasst auch Schurtenberger den Festsieg. Diesen erben Roman Wandeler, Benno Heinzer und Jonas Amrhyn. Für alle drei ist es der erste Kranzfestsieg.
Glarner-Bündner: Die Favoritenrolle im Schlussgang liegt klar bei Armon Orlik. Aber Sales Tschudi hat sich gut auf den Schwingerkönig vorbereitet und kann seine Angriffe immer wieder abwehren. Nach der Hälfte der Zeit greift Orlik aber mit einem Wyberhaken an, auf den der 17-Jährige keine Antwort mehr hat. Der Bündner verteidigt seinen Titel am Glarner-Bündner Kantonalen.
Die Siegerstimmen
Roman Wandeler gegenüber Tele 1: «Ich wusste zuerst gar nichts von der Situation, bis der technische Leiter kam. Ich habe auch gedacht, dass es über den Schlussgang schon zu einer Entscheidung kommen wird. In den letzten Minuten ist die Nervosität aber schon etwas aufgekommen. Ich hatte heute auch extremes Wettkampfglück und es ist von Anfang an gut gelaufen. Damit hätte ich nie gerechnet.»
Benno Heinzer gegenüber Tele 1: «Es ist gerade noch etwas surreal. Ich habe nicht damit gerechnet, sondern gedacht, dass es eine Entscheidung im Schlussgang gibt. Es ist einfach aufgegangen.»
Jonas Amrhyn gegenüber Tele 1: «Mir bedeutet das extrem viel. Ich kann es auch noch nicht ganz fassen. Wir haben am Morgen im Team gesagt, dass wir für die Verletzten schwingen. Dass es jetzt so aufgegangen ist, ist einfach nur emotional.»
Die Schlussranglisten
Die Titelverteidiger
Am Luzerner Kantonalen holte sich Pirmin Reichmuth im vergangenen Jahr seinen letzten Kranzfestsieg. Weil er nach dem ESAF in Mollis GL seine Karriere beendete, ist der Titelverteidiger in diesem Jahr nicht mehr am Start. Etwas anders sieht es beim Glarner-Bündner Kantonalen aus. Armon Orlik gewann vergangenes Jahr gemeinsam mit Samuel Giger. Während Orlik erneut am Start ist und seinen Titel verteidigt, tritt Giger in Ruswil LU an und holt sich dort immerhin einen Kranz.
Die Sensation
Mit einem Sieg mit Maximalnote im fünften Gang hätte sich Damian Ott noch die Chance auf den Schlussgang wahren können, wo es zum Duell mit Orlik gekommen wäre. Doch der Kilchberg-Sieger verliert gegen den erst 17-jährigen Sales Tschudi, der sich seinerseits in Position für den Schlussgang bringt. Der Glarner liegt nach dem fünften Gang mit sechs anderen Schwingern punktgleich auf dem zweiten Rang und wird tatsächlich mit dem Schlussgang belohnt. Erst dort wird er von Orlik gestoppt.
Die Fehlentscheidung
Für Roger Rychen ist der Tagessieg beim Glarner-Bündner Kantonalen nach zwei Gestellten am Morgen schon früh ausser Reichweite – am Ende reicht es nicht einmal für einen Kranz. Dabei hat der Eidgenosse eigentlich Glück, dass er das Sägemehl nicht schon nach dem zweiten Gang gegen Joel Kessler als Verlierer verlässt. Der Glarner liegt mit beiden Schulterblättern im Sägemehl, doch der Kampfrichter gibt das Resultat nicht. Die Begründung: Rychen soll sich ausserhalb des Platzes befunden haben. Ein erneuter Blick auf die Szene zeigt, dass das eine Fehlentscheidung ist.
Die Premiere
26 Kranzfestsiege holte Armon Orlik in seiner Karriere bereits, der 27. dürfte für den Bündner trotzdem etwas Spezielles sein. Nach seinem Triumph beim ESAF in Mollis GL im vergangenen Jahr musste er sich bei seinem ersten Kranzfest in dieser Saison in Sirnach TG noch mit dem zweiten Rang zufrieden geben. In Näfels GL verteidigt er nun seinen Titel beim Glarner-Bündner Kantonalen und holt sich seinen ersten Kranzfestsieg als Schwingerkönig.
Der Blitz-Erfolg
Mit vier Siegen und einem Gestellten gegen Top-Favorit Samuel Giger legt der einheimische Sven Schurtenberger beim Luzerner Kantonalen einen starken Tag hin. Am Ende verliert er erst im Schlussgang gegen Michael Gwerder. Seine beeindruckendste Leistung zeigt der Eidgenosse wohl im zweiten Gang gegen Daniel Bühmann. Nur gerade vier Sekunden dauert es, bis Schurtenberger sein Gegenüber auf dem Rücken hat und sich die Maximalpunktzahl gutschreiben lassen darf.
Der Rücktritt
Vor dem Schlussgang kommt es noch zur Verabschiedung von Damian Stöckli. Der Innerschweizer hängt nach einer von Verletzungen geprägten Karriere seine Zwilchhosen mit 29 Jahren an den Nagel. Zum Abschluss lässt er sich vom heimischen Publikum nochmals feiern. Stöckli gewann in seiner Laufbahn neun Kränze, einen davon an einem Teilverbandsfest. Das letzte Eichenlaub sicherte er sich vor rund zwei Jahren am Schwyzer Kantonalen.
Die Überraschungs-Führenden
Acht Eidgenossen sind in Ruswil LU am Start, drei in Näfels GL. Bei beiden Festen liegt aber lange ein Nicht-Eidgenosse in Führung. Beim Luzerner Kantonalen ist es nach dem vierten Gang Jonas Troxler, beim Glarner-Bündner Fredi Bruhin. In der entscheidenden Phase setzten sich aber die Eidgenossen durch. Die beiden holen sich aber noch komfortabel einen Kranz.
Das Ende der Thurgauer Serie
Die Thurgauer lieferten beim Glarner-Bündner Kantonalen in den vergangenen Jahren häufig ab. Seit 2017 stammen fünf der acht Sieger aus dem Kanton Thurgau, zuletzt gewann gar dreimal in Folge ein Thurgauer. 2017, 2023 und 2025 holte sich Samuel Giger den Kranzfestsieg, 2021 und 2024 Domenic Schneider. Dass diese Serie in diesem Jahr nicht ausgebaut wird, durfte angenommen werden – auch weil Giger und Schneider gleichzeitig beim Luzerner Kantonalen am Start sind. Den Sieg holt sich mit Orlik ein Bündner, der beste Thurgauer wird mit Andrin Habegger aber immerhin Dritten.
Die Neukranzer
Gleich drei Schwinger gewinnen beim Glarner-Bündner Kantonalen ihren ersten Kranz: Simon Fäh, Linard Gantenbein und der erst 17-jährige Nando Joos. Und auch in Ruswil LU dürfen sich sogar vier Athleten ein erstes Mal über Kopfschmuck freuen. Neben Marcel Ettlin, Julian Vogel und Elias Ziegler ist das auch Kevin Wicki, der Bruder von König Joel Wicki, der vor dem sechsten Gang vom Luzerner Kantonalverband geehrt wurde.
Das Comeback
Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren hatte Michael Müller seinen letzten Kranzfest-Einsatz. Am 26. Mai 2024 musste er beim Urner Kantonalen den Wettkampf nach dem zweiten Gang mit einer schweren Knieverletzung aufgeben. Beim Luzerner Kantonalen feiert Müller sein Comeback. Mit einem Sieg über Christian Huser startet er gleich erfolgreich in den Tag, am Ende verpasst er seinen 22. Kranz nur hauchdünn.
Die Bedingungen
Sommerliches Wetter bei beiden Festen. Sowohl in Ruswil LU als auch in Näfels GL strahlt die Sonne schon beim Anschwingen. Im Verlauf des Tages steigen die Temperaturen immer weiter an und so kommen die Schwinger sowohl beim Luzerner als auch beim Glarner-Bündner Kantonalen ordentlich ins Schwitzen.
So gehts weiter
Am Sonntag stehen die nächsten beiden Kranzfeste an. In La Brévine findet das Neuenburger Kantonale statt, in Schmerikon das St. Galler Kantonale.
Der Schwing-Montag zum Nachlesen im Ticker
Luzerner: Trio erbt den Festsieg
Alle drei bisherigen Duelle zwischen Michael Gwerder und Sven Schurtenberger endeten mit einem Gestellten. Und auch diesmal sind sie eher damit beschäftigt, keine Fehler zu machen, anstatt anzugreifen. So läuft die Zeit gnadenlos runter, ohne dass einer der beiden wirklich nah am Sieg war. Weil es dadurch auch nur die Note 8,75 für beide gibt, verpasst auch Schurtenberger den Festsieg. Diesen erben Roman Wandeler, Benno Heinzer und Jonas Amrhyn. Für alle drei ist es der erste Kranzfestsieg.
Luzerner: Ausgangslage für den Schlussgang – Ergebnisse 6. Gang
Von den Verfolgern der beiden Schlussgängern können nur die wenigsten gewinnen. Der Drittplatzierte Jonas Troxler hat beispielsweise gegen Samuel Giger das Nachsehen.
So sind es am Ende drei Schwinger, die vor dem Schlussgang punktgleich auf dem provisorischen ersten Rang liegen. Roman Wandeler, Benno Heinzer und Jonas Amrhyn würden bei einem Gestellten zusammen den Festsieg erben – eventuell auch mit Sven Schurtenberger, sollte dieser für einen engagierten Gestellten 9,00 Punkte erhalten.
Glarner-Bündner: Favorit Orlik triumphiert
Die Favoritenrolle im Schlussgang ist klar verteilt. Aber Sales Tschudi hat sich gut auf Armon Orlik vorbereitet und kann die Angriffe des Schwingerkönigs immer wieder abwehren. Nach der Hälfte der Zeit greift Orlik aber mit einem Wyberhaken an, auf den der 17-Jährige keine Antwort mehr hat. Der Bündner verteidigt seinen Titel am Glarner-Bündner Kantonalen.
Luzerner: König Wicki wird geehrt
Bevor es in Ruswil LU mit dem sechsten Gang los geht, wird Joel Wicki gewürdigt. Der Schwingerkönig beendete im Januar seine Karriere und wird vom Luzerner Kantonalverband geehrt und vom heimischen Publikum ordentlich gefeiert.
Glarner-Bündner: Ausgangslage für den Schlussgang – Ergebnisse 6. Gang
Andrin Habegger bringt sich als erster der fünf Zweitplatzierten, die es nicht in den Schlussgang geschafft haben, in Lauerstellung für den Kranzfestsieg. Er bodigt Gian Maria Odermatt im Direktduell und holt sich 9,75 Punkte.
Diese gute Ausgangslage hält allerdings nicht lange, weil kurz danach Mario Schneider gegen Rico Ackermann ein Plattwurf gelingt. Bei einem Gestellten im Final würde Schneider den Tagessieg erben.
Der Fünfte der Zweitplatzierten, die es nicht in den Schlussgang geschafft haben, Martin Egli, verliert gegen Fredi Bruhin. Für den Kranz sollte es dennoch reichen.
Luzerner: Zwischenrangliste nach fünf Gängen
Luzerner: Schlussgang steht
In Ruswil LU ist der Schlussgang aufgrund der Punkte klar. Sven Schurtenberger trifft auf Michael Gwerder.
Glarner-Bündner: Schlussgang steht
Sales Tschudi wird für seinen Sieg gegen Damian Ott belohnt. Er steht im Schlussgang gegen König Armon Orlik.
Luzerner: Ergebnisse Spitzenpaarungen – 5. Gang
Beim Duell zwischen Sven Lang und Patrick Betschart ist beiden Schwingern anzumerken, dass es um etwas geht. Beide könnten mit einem Sieg den Kranz perfekt machen. Das Duell endet jedoch gestellt, für den Schlussgang kommen beide nicht in Frage.
Benno Heinzer muss sich gegen Samuel Schwyzer in der Defensive bewiesen, macht das aber bravourös. Er wendet die Niederlage ab und das Duell endet gestellt.
Sven Schurtenberger bringt sich in Position für den Schlussgang. Dem Eidgenossen gelingt gegen Luc Bissig der Plattwurf.
Der bislang führende Jonas Troxler, der als einziger alle seine ersten vier Duelle gewinnen konnte, muss sich gegen Michael Gwerder geschlagen geben. Es ist nicht ganz klar, ob es ein Plattwurf ist, die Kampfrichter entscheiden sich für 9,75 Punkte.
Silvan Appert hätte von dieser Entscheidung profitieren können, allerdings nur mit einem Sieg. Das Duell gegen Jonas Amrhyn endet aber gestellt.
Luzerner: Spitzenpaarungen 5. Gang
Patrick Betschart – Sven Lang
Luc Bissig – Sven Schurtenberger
Benno Heinzer – Samuel Schwyzer
Michael Gwerder – Jonas Troxler
Jonas Amrhyn – Silvan Appert