Im neunten MotoGP-Sprintrennen der Saison steht erstmals kein Spanier zuoberst auf dem Podest. Mit Francesco Bagnaia jubelt im tschechischen Brünn ein Italiener über den Sieg und schnappt sich als Belohnung dafür zwölf WM-Punkte. Bagnaia verweist Ai Ogura und Marc Marquez (schon drei Sprintsiege 2026) auf die Plätze zwei und drei, wobei der Japaner um 241 und der Spanier um 794 Tausendstel das Nachsehen hat.
WM-Leader Marco Bezzecchi geht komplett leer aus. Der Italiener rutscht in der achten von total zehn Runden in Kurve drei auf Rang fünf liegend weg und scheidet aus. Danach kommts zum Eklat. «Nach einem Sturz hast du die Streckenposten, die versuchten, deine Maschine zu bergen, geschubst und geschlagen», wirft der Motorradweltverband (FIM) Bezzecchi vor. Als Konsequenz daraus wird dem 27-Jährigen die Starterlaubnis für den GP vom Sonntag entzogen.
Videoaufnahmen zeigen, dass sich Bezzecchi tatsächlich zu Tätlichkeiten hat hinreissen lassen. Er verpasst einem Streckenposten sogar eine schallende Ohrfeige. Warum der WM-Führende derart ausgetickt ist? Offenbar ist es ihm missfallen, wie die Hilfskräfte mit seiner Aprilia umgegangen sind.
Durch das GP-Startverbot in Brünn ist jetzt sogar Bezzecchis WM-Führung (180 Punkte) gewaltig in Gefahr. Gelingt dem Spanier Jorge Martin (165 Punkte, Fünfter im Sprint) der Sprung aufs Podest, überholt er Bezzecchi. Sprintsieger Bagnaia ist derzeit mit 111 Zählern WM-Siebter.
Bezzecchi entschuldigt sich mit Umarmung
Am Sonntagvormittag meldet sich Bezzecchi in einer Mitteilung zu Wort: «Ich möchte mich bei der gesamten MotoGP-Community für mein Verhalten gegenüber dem Streckenposten entschuldigen.» Der Italiener anerkenne dabei die Mühe und Opfer, die die Streckenposten aufbringen müssen, um die Sicherheit der Fahrer zu gewährleisten. «Dieses Verhalten darf nicht vorkommen und es gibt keine Rechtfertigung dafür», schreibt Bezzecchi weiter.
Zudem wird ein Video veröffentlicht, indem sich Bezzecchi beim betroffenen Helfer entschuldigt. Der Italiener spricht mit ihm und umarmt ihn herzlich.
Trotz seiner Entschuldigung wird der Italiener am Sonntag nicht am GP teilnehmen dürfen. Nachdem Aprilia noch am Samstag eine Berufung bei den FIM-Berufungskommissaren gegen die Entscheidung erhoben hatte, bleibt die Sperre weiterhin bestehen. Dies kommuniziert die MotoGP in einer Medienmitteilung.