Kubi über das nächste Fiasko der Squadra Azzurra
«Italien sollte sich die Schweiz zum Vorbild nehmen»

Blick-Kolumnist Kubilay Türkyilmaz, der für Bologna und Brescia selber in der Serie A gespielt hat, zeichnet ein düsteres Bild vom Zustand des italienischen Fussballs. Da helfe nur ein radikaler Neubeginn.
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Alle weg! In Italiens ist tabula rasa gemacht worden. Verbandspräsident Gabriele Gravina, Nationaltrainer Gennaro Gattuso und Delegationsleiter Gigi Buffon sind alle nicht mehr in Ämtern und Würden.
Foto: imago/LaPresse

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Italien ist wieder nicht an der WM: Keine Weltklasse-Spieler, Nachwuchs vernachlässigt
  • Junge Italiener spielen kaum in Top-Klubs, versauern dann in der Serie B oder C
  • Blick-Kolumnist Kubi zeichnet ein ganz düsteres Bild von Italien und seinem Fussball
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Kubilay Türkyilmaz

Ein Bild aus Zenica hatte für mich Symbolgehalt: die Legenden Gianluigi Buffon und Leo Bonucci auf der italienischen Bank. Es signalisiert mir: Es ist für den Verband wichtiger, sie als Händeschüttler und als Repräsentanten an Bord zu haben, als sie dort einzusetzen, wo gigantischer Nachholbedarf besteht: im Nachwuchs.

Das dritte Scheitern in Folge hat einem schonungslos vor Augen geführt: Die Probleme heissen nicht Ventura, nicht Mancini und auch nicht Gattuso – die letzten Nationaltrainer Italiens. Dreimal zu scheitern hat als Ursache einen eklatanten Mangel an Qualität!

Im aktuellen Team steht kein einziger «Fuori Classe» mehr. Kein einziger, der Weltklasse verkörpert. Diese Mannschaft ist Durchschnitt. Die Playoffs eine normale Folge davon mit dem Scheitern als möglichem Ausgang. Da half nicht mal mehr, dass man mit Gennaro Gattuso auf einen wilden Coach setzte, der nicht der grosse Taktiker ist, sondern der Motivator, der an den italienischen Ur-Stolz, an die Identität appelliert.

Ein Spiegelbild des gesamten Landes

Das Scheitern ist ein Spiegelbild eines Landes, das in Problemen versinkt. Dem gedroht werden muss, die Euro 2032 zu entziehen, weil es nicht in der Lage ist, neue Stadien hinzustellen. Dessen Politiker die falschen Personen die wichtigen Funktionen im Verband übernehmen lassen.

Wenn wir genauer hinschauen, merken wir: In den besseren italienischen Klubs kommen kaum junge Italiener zum Einsatz – geschweige denn in entscheidenden Rollen. Und weil die Italiener zu bequem sind, sich im Ausland durchsetzen zu wollen, spielen sie lieber in der Serie B oder C. Bei uns hingegen – und es ist in unserem Klubfussball weiss Gott nicht alles Gold, was glänzt – gehen die grössten Talente nach einem, maximal zwei Jahren ins Ausland und versuchen sich durchzubeissen.

Es drohen Jahre im Mittelmass

Das gelingt nicht allen. Aber mit jenen, die es packen, haben wir eine solide Basis für eine Nationalmannschaft, für die das Problem der WM-Qualifikation mittlerweile ein Fremdwort ist. Die Zeche für diesen auch wirtschaftlich bestimmten Ausbildungsmechanismus zahlen unsere Klubs. 

Die Serie A ist auch zu einer Art Ausbildungsliga geworden. Aber sie bildet vornehmlich Ausländer aus – und stärkt andere Nationen. Wenn sich das nicht ändert, und dazu muss Italien massiv in den Nachwuchs investieren und sich ein Land wie die Schweiz zum Vorbild nehmen, wird der italienische Fussball auf Jahre im Mittelmass versinken. Es braucht einen radikalen Neuanfang.

WM-Quali Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
6
13
15
2
Slowakei
Slowakei
6
-2
12
3
Nordirland
Nordirland
6
1
9
4
Luxemburg
Luxemburg
6
-12
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
6
12
14
2
Kosovo
Kosovo
6
1
11
3
Slowenien
Slowenien
6
-5
4
4
Schweden
Schweden
6
-8
2
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schottland
Schottland
6
6
13
2
Dänemark
Dänemark
6
9
11
3
Griechenland
Griechenland
6
-2
7
4
Belarus
Belarus
6
-13
2
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
6
12
16
2
Ukraine
Ukraine
6
-1
10
3
Island
Island
6
2
7
4
Aserbaidschan
Aserbaidschan
6
-13
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
6
19
16
2
Türkei
Türkei
6
5
13
3
Georgien
Georgien
6
-8
3
4
Bulgarien
Bulgarien
6
-16
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
6
13
13
2
Irland
Irland
6
2
10
3
Ungarn
Ungarn
6
1
8
4
Armenien
Armenien
6
-16
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
8
23
20
2
Polen
Polen
8
7
17
3
Finnland
Finnland
8
-6
10
4
Malta
Malta
8
-15
5
5
Litauen
Litauen
8
-9
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Österreich
Österreich
8
18
19
2
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
8
10
17
3
Rumänien
Rumänien
8
9
13
4
Zypern
Zypern
8
0
8
5
San Marino
San Marino
8
-37
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Norwegen
Norwegen
8
32
24
2
Italien
Italien
8
9
18
3
Israel
Israel
8
-1
12
4
Estland
Estland
8
-13
4
5
Moldawien
Moldawien
8
-27
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
8
22
18
2
Wales
Wales
8
10
16
3
Nordmazedonien
Nordmazedonien
8
3
13
4
Kasachstan
Kasachstan
8
-4
8
5
Liechtenstein
Liechtenstein
8
-31
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
8
22
24
2
Albanien
Albanien
8
2
14
3
Serbien
Serbien
8
-1
13
4
Lettland
Lettland
8
-10
5
5
Andorra
Andorra
8
-13
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kroatien
Kroatien
8
22
22
2
Tschechien
Tschechien
8
10
16
3
Färöer
Färöer
8
2
12
4
Montenegro
Montenegro
8
-9
9
5
Gibraltar
Gibraltar
8
-25
0
Qualifiziert
Playoffs
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