Das Spiel
Nach einer knappen Stunde müssen sich die Südkoreaner wie im falschen Film vorkommen: Da haben sie während der gesamten Partie mehr Spielanteile und sind auch gefährlicher – und plötzlich liegen sie zurück, weil Krejci per Kopf das Skore mit dem ersten tschechischen Abschluss auf das Tor in diesem Spiel eröffnet hat.
Zuvor hat Südkorea gegen das tschechische Abwehrbollwerk einige Chancen liegen gelassen. Gerade der wirblige Son tut sich immer sich immer wieder hervor, mal aus der Distanz (38.), mal nach schönem Sololauf (39.) und mal alleine vor einem glänzend reagierenden Kovar im Tschechien-Tor (55.). Insgesamt agieren die Südkoreaner trotz Chancenplus aber lange zu wenig zwingend.
Dies ändert sich nach dem Rückstand schlagartig: Erst erzielt Hwang mit viel Gefühl den Ausgleich, dann staubt Oh in der Schlussphase zum 2:1 ab. Das Spiel ist gedreht – auch, weil Tschechien kurz vor der südkoreanischen Führung noch ein Tor wegen Abseits aberkannt wird.
Mit dem Rücken zur Wand wachen die Tschechen doch noch auf: Hlozek (82.) und in der Nachspielzeit Sadilek kommen aussichtsreich zum Abschluss. In beiden Fällen verhindert Torhüter Kim aber den Ausgleich – und hält den Auftaktsieg Südkoreas fest.
Die Tore
59. Minute, Ladislav Krejci, 0:1: Tschechien sticht mit dem ersten Abschluss auf das Tor zu – und dies nach einem Einwurf: Coufal spielt den Ball auf Krejci. Der tschechische Captain steigt hoch und bringt seine Nation mit einem wuchtigen Kopfball in Führung.
67. Minute, In-beom Hwang, 1:1: Nach einem Zuspiel auf Hwang ist die tschechische Defensive plötzlich entblösst. Hranac geht im Zweikampf mit Hwang zu wenig energisch ans Werk und gewährt dem südkoreanischen Mittelfeldmann viele Freiheiten. Diese werden eiskalt ausgenutzt: Hwang lupft den Ball über Kovar hinweg ins Tor.
80. Minute, Hyeon-gyu Oh, 2:1. Nach seinem Ausgleich glänzt Hwang nun als Vorbereiter: Sein Zuspiel von der rechten Seite findet im Zentrum Joker Oh, der aus kurzer Distanz abstaubt. Kovar ist zwar noch dran, kann den Abschluss aber nicht mehr entschiedend entschärfen.
Das gab zu reden
74 Jahre alt ist Miroslav Koubek – und damit neu der älteste WM-Trainer aller Zeiten. Der Tscheche löst Otto Rehhagel ab, der bei seinem letzten WM-Einsatz mit Griechenland an der WM 2010 72 Jahre als war. Über diesen Rekord kann sich Koubek aber nicht lange freuen: Abgelöst wird er schon am Sonntag, wenn der 78-jährige Dick Advocaat bei Curaçao gegen Deutschland an der Seitenlinie stehen wird.
So gehts weiter
Nach ihrem WM-Auftaktspiel steht für beide Teams nun eine längere Pause an: Die Gruppe A wird am kommenden Donnerstag fortgesetzt. Tschechien trifft dann in Atlanta um 18 Uhr MEZ auf Südafrika. Wenige Stunden später fordert Südkorea wieder in Guadalajara um 3 Uhr Gastgeber Mexiko. Weiter gehts mit der Endrunde aber schon am Freitagabend: In der Schweizer Gruppe B steigen Kanada und Bosnien-Herzegowina in ihr WM-Abenteuer.






