Das Spiel
Ein WM-Auftakt gegen den Senegal, das hat Frankreich schon einmal erlebt – und keine guten Erinnerungen daran: 2002 verloren Les Bleus als amtierender Weltmeister gegen die «Löwen von Teranga» mit 0:1 und mussten danach bereits nach der Vorrunde die Segel streichen.
Dieses Horror-Szenario wiederholt sich 24 Jahre später nicht. Der Grund dafür: Einmal mehr Kylian Mbappé. Der französische Captain bringt sein Team kurz nach Ablauf der Stundenmarke nach einem perfekten Zuspiel von Michael Olise in Führung. Es ist Mbappés 57. Treffer im Trikot der Nationalmannschaft, womit der 27-Jährige mit Rekordtorschütze Olivier Giroud gleichzieht.
Die Führung verdienen sich die Franzosen mit einer Leistungssteigerung nach der Pause – und etwas Pech mit einem Schiri-Entscheid wenige Minuten vor dem 1:0. Mbappé wird von Mané im senegalischen Strafraum gefällt. Für Referee Alireza Faghani geht die Berührung auch nach Konsultation der VAR-Bilder aber vom französischen Stürmer aus, weshalb er auf einen Penalty-Pfiff verzichtet – ein umstrittener Entscheid.
Unglücklich darf sich die Equipe von Didier Deschamps aber auch nicht schätzen, denn: Sie könnte zu diesem Zeitpunkt auch bereits zurückliegen. Jackson trifft nach 25 Minuten für Senegal den Pfosten, kurz vor der Pause haut Sarr den Ball am Fünfmeterraum völlig freistehend über das Tor.
Die hochkarätige französische Offensive, der neben Mbappé und Olise auch die beiden Champions-League-Siegern Ousmane Dembélé und Désiré Doué angehören, ist dagegen lange komplett harmlos. Keinen einzigen Torschuss bringen die Franzosen in der ersten Halbzeit zustande. Weil Joker Barcola nach 82 Minuten auf Zuspiel von Rabiot für die Vorentscheidung sorgt und Mbappé sich in der Nachspielzeit noch zum alleinigen Rekordtoschützen macht, feiert Mitfavorit Frankreich dennoch einen WM-Einstand nach Mass – Mbayes zwischenzeitlicher Anschlusstreffer lässt den Senegal nur noch kurz hoffen.
Die Tore
66. Minute, Kylian Mbappé, 1:0. Die französischen Offensivspieler lassen ihre Klasse aufblitzen. Olise spielt ein perfektes Zuspiel in den Strafraum, wo Mbappé lauert und den Ball aus der Drehung am herausstürmenden Mendy vorbei im Tor versenkt.
82. Minute, Bradley Barcola, 2:0. Der Joker sticht unmittelbar nach seiner Einwechslung: Von Rabiot lanciert taucht Barcola alleine vor Mendy auf und lupft den Ball ganz cool über den Senegal-Torhüter zum 2:0 in die Maschen.
90.+5 Minute, Ibrahim Mbaye, 2:1. Mbaye dribbelt Hernandez auf der rechten Seite schwindlig, taucht so alleine vor Maignan auf und überwindet diesen mit einem wuchtigen Schuss. Der französische Keeper sieht nicht wirklich glücklich aus – die senegalesischen Hoffnungen sind zurück.
90.+6 Minute, Kylian Mbappé, 3:1. Tief in der Nachspielzeit macht sich Mbappé mit Treffer Nummer 58 noch zum alleinigen Rekordtoschützen – und wie: Sein gefühlvoller Schuss aus der Distanz findet den Weg in Tor.
Das gab zu reden
Eine Stunde ist gespielt, als Mbappé auf der rechten Seite loszieht und mit viel Tempo in den gegnerischen Strafraum eindringt. Dort wird er von einem ungestümen Sadio Mané gefällt. Eine Berührung ist da, doch Schiedsrichter Faghani sieht auch nach VAR-Intervention von einem Penalty-Entscheid ab. Seine Begründung: Es sei Mbappé gewesen, der die Berührung gesucht hat – das Verdikt dürfte noch ordentlich zu reden geben.
So gehts weiter
Mit dem Duell zwischen Norwegen und dem Irak eröffnen am Dienstagabend um 0 Uhr auch die beiden anderen Teams der Gruppe I ihre WM-Kampagne. Frankreich und der Senegal stehen dann in der Nacht auf den kommenden Dienstag wieder im Einsatz: Die Franzosen bekommen es dann um 23 Uhr in Philadelphia mit dem Irak zu tun. Drei Stunden später trifft der Senegal wieder in New Jersey auf Norwegen.






