Das Spiel
Kein Vergleich zur Gähn-Veranstaltung am Montag: Das Barrage-Rückspiel lebt von Tempo, Intensität und phasenweise fussballerischer Klasse. Insbesondere die beiden Tore in der ersten Halbzeit durch Hopper Zvonarek und Aaraus Filet sind Kandidaten fürs Highlight-Video der Saison.
GC ist vor allem in der Startphase besser. Die meiste Gefahr geht von Krasniqi und Asp Jensen aus. Es fehlen aber die zwingenden Chancen, um den Puls des eigenen Anhangs zu senken. Spätestens als Lee kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit für eine saudumme Tätlichkeit Rot sieht, kochen die Emotionen hoch.
In der Verlängerung fliegt auch Aaraus Obexer vom Platz, weil er den eingewechselten GC-Captain Abrashi mit dem Fuss im Gesicht trifft.
Die Entscheidung fällt in der Verlängerung, als Hassane für GC einen Penalty herausholt, den Ngom zum 2:1 versenkt. Darauf hat Aarau keine Antwort mehr. GC bleibt in der Super League, während die Aargauer eine weitere Saison mit dem Prädikat «unaufsteigbar» leben müssen.
Die Tore
30. Minute, Lovro Zvonarek, 1:0. Asp Jensen findet im 16er Lee. Dieser legt zurück auf Zvonarek, der mit einem Flachschuss in die weite Ecke vollendet.
44. Minute, Elias Filet, 1:1. Was für ein Traumtor! Nach einem Einwurf nimmt Filet den Ball mit der Brust an und sorgt per Seitfallzieher für den Ausgleich.
110. Minute, El Bachir Ngom, 2:1. Hassane kommt im Strafraum zu Fall. Schiri Schnyder entscheidet sofort auf Penalty – unter heftigem Protest der Aarauer. Den kapitalen Elfmeter versenkt Ngom souverän.
Die Stimmen
Aaraus Marco Thaler gegenüber Blue: «Für uns ist es extrem bitter. Der Penalty ist für mich … extrem bitter. Die Rote Karte gegen uns ist eine normale Aktion. Das ist schwierig nachzuvollziehen. Am Ende gehts um einen Penaltypfiff.»
Aarau-Sportchef Elsad Zverotic: «Ich spüre eine grosse Leere. Ich weiss nicht, ob die Rote Karte gegen uns eine ist. Es tut gerade sehr weh, das ist normal. Aber das ist der Sport. Wir lassen uns nicht unterkriegen. Das ist der FC Aarau.»
GC-Trainer Peter Zeidler: «Man kann es noch gar nicht richtig glauben. Das war ein ganz besonderes Spiel. Die zweite Rote Karte macht die Partie wieder ausgeglichen. 18’000 Zuschauer – man hat heute gesehen, dass bei GC ein gewisses Potenzial vorhanden ist.» Kaum hat er diese Worte ins Blue-Mikrofon gesagt, wird Peter Zeidler von einem Zuschauer beschimpft. Er unterbricht das Interview kurz. «Jetzt will ich nur noch Respekt von den Zuschauern. Sowas stört mich.»
GC-Captain Amir Abrashi: «Wir waren mit dem Rücken zur Wand wegen Lees dummer Karte. Das ist völlig dumm in so einer Situation. Er ist ein super Junge. Aber das hat uns fast gekillt. Wir waren schon fast unten. Auf der Bank wars schwieriger als auf dem Platz. Das an der Lippe ist nur eine Platzwunde. Sie hält mich nicht davon ab, für GC zu kämpfen. Ich habe sie kurz nähen lassen. Ob man mich nächste Saison wieder in Super League sieht, muss ich mir erst noch überlegen.»
Das gab zu reden
Die Hoppers müssen ohne Captain und Vize-Captain auskommen. Auf Amir Abrashi verzichtet Zeidler freiwillig. Der Routinier muss wie schon im Hinspiel auf der Bank Platz nehmen. Dirk Abels hätte der GC-Coach dagegen gerne eingesetzt. Der Holländer fällt aber mit einem Muskelfaserriss aus und verpasst damit sein letztes Spiel im GC-Dress. Abels’ Vertrag läuft im Sommer aus. Mit Sven Köhler führt ein Winter-Neuzugang die Hoppers mit der Binde aufs Feld.
Der Beste
Samuel Krasniqi. Unglaublich, was für eine Energie der Ex-Aarauer auf den Letzirasen bringt. Alleinunterhalter! Jeder einzelne GC-Angriff läuft über den Flügel. Auch beim 1:0 involviert. Nur der starke Hübel bringt ihn um einen eigenen Treffer.
Der Schlechteste
Michael Frey. Auch das Rückspiel läuft am GC-Stürmer vorbei. Ein Kopfball in der Startphase, danach komplett abgemeldet. Kommt in fast 160 Barrage-Minuten am Ende auf zwei Abschlüsse.
Der Schiedsrichter
Urs Schnyder drückt häufig ein Auge zu, hat die Partie aber immer unter Kontrolle. Auch sein Platzverweis gegen Lee ist richtig. Zwar ist die Tätlichkeit des GC-Stürmers nicht übermässig brutal, dafür aber komplett unnötig. In der Verlängerung muss sich VAR Lukas Fähndrich dann das erste Mal einschalten. Obexer trifft Abrashi mit dem Fuss im Gesicht. Schnyder zückt erst Gelb, korrigiert dann aber völlig zu Recht auf Rot. Sein Penaltypfiff ist sehr streng, das Einsteigen von Zoukit gegen Hassane ist sehr wenig. Aber offenbar genug, damit sich Fähndrich nicht erneut einschaltet.
Die Fans
18’763 Fans – darunter um die 4000 aus Aarau – sorgen im Letzigrund für einen neuen GC-Saisonrekord.
So gehts weiter
Saisonschluss in der Super League. Am Sonntag steht einzig noch der Cupfinal zwischen St. Gallen und SLO auf dem Programm.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 38 | 28 | 75 | |
2 | FC St. Gallen | 38 | 25 | 70 | |
3 | FC Lugano | 38 | 17 | 67 | |
4 | FC Sion | 38 | 23 | 63 | |
5 | FC Basel | 38 | -3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 38 | 11 | 55 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |


