Das Spiel
Der FCZ gewinnt das Derby gegen GC mit 2:1 und sichert sich definitiv den Klassenerhalt. Weil Winterthur das Spiel gegen Lausanne gewinnt, müssen die Grasshoppers nun gar um die Barrage zittern. Der Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz schrumpft auf vier Punkte – und am Dienstag steht das Direktduell gegen den FCW an.
Der FCZ erwischt im Letzigrund den besseren Start. Juan José Perea vergibt jedoch die erste Top-Chance: Nach einer Kopfballverlängerung im Mittelfeld läuft der FCZ-Stürmer der GC-Abwehr davon und zieht alleine auf Goalie Justin Hammel zu, der den Abschluss stark pariert. Nach einer halben Stunde ist der FCZ der Führung erneut Nahe. Nach einer Ecke kommt Ilan Sauter zum Kopfball, doch Nico Rissi kann auf der Linie retten.
Dann kommen die Hoppers zu ihrer ersten Chance – und sie nutzen diese gleich. Emmanuel Tsimba schiesst GC mit seinem ersten Super-League-Treffer in Führung. Und die 19-jährige YB-Leihgabe rückt kurz vor der Pause erneut in den Fokus, als er nach einem Ellbogenstoss gegen Lindrit Kamberi mit Rot vom Platz fliegt.
Nach der Pause übernimmt der FCZ wieder das Spieldiktat und Alexander Hack sorgt für den verdienten Ausgleich. Nur zehn Minuten später bringt Ilan Sauter die Zürcher erstmals in Führung. Dann hat Jonathan Asp Jensen die grosse Gelegenheit per Penalty wieder auszugleichen. Silas Huber pariert den zentral geschossenen Strafstoss jedoch mit den Füssen.
Zürich gewinnt das Derby 2:1. Für GC könnte es nun ungemütlich werden.
Die Tore
35. Minute, Emmanuel Tsimba, 0:1. Asp Jensen bringt eine butterweiche Flanke aus dem Halbfeld in den Strafraum. Dort läuft sich Tsimba frei und köpfelt GC per Kopf in Führung.
49. Minute, Alexander Hack, 1:1. Die Zürcher können sich rund um den Sechzehner festsetzen. Cavaleiro flankt den Ball präzise zur Mitte, wo Hack am höchsten steigt und per Kopf zum Ausgleich trifft.
61. Minute, Ilan Sauter, 2:1. Sauter kommt am Strafraumrand an den Ball, wird nicht angegriffen und fasst sich ein Herz. Mit einem sehenswerten Schuss trifft er ins linke Eck.
Die Stimmen
GC-Coach Peter Zeidler gegenüber Blue: «Rein fussballerisch war es natürlich nicht hervorragend. Zumindest kämpferisch haben sie alles gegeben. Das stimmt mich zuversichtlich. Klar bleiben viele, viele Wünsche offen, aber es ist nicht der Moment für einen fussballerischen Leckerbissen. Wir haben jetzt am Dienstag die grosse Chance mit einem Erfolgserlebnis gut vorbereitet in die Barrage zu gehen. Wir haben es in unseren Händen, Füssen und unserem Herzen. Abrashi hat trotz einer kleinen Gehirnerschütterung, glaube ich, weitergespielt.»
Das gab zu reden
Vor dem Spiel melden sich 41 GC-Legenden mit einem offenen Brief zur Lage ihres Herzensvereins. Was sie wollen: Einigkeit im Abstiegskampf: «Schliessen wir uns zusammen. Für GC Zürich. Für den Ligaerhalt. Für die Zukunft dieses Clubs.» Es ist eine gemässigte Reaktion auf die Forderung aus der organisierten GC-Kurve, die zuletzt die GC-Besitzer aus Los Angeles recht unelegant zum Abgang aufgefordert haben. Eine Lösung für die 99 Probleme der Grasshoppers haben die Legenden aber auch nicht parat.
Der Beste
Silas Huber hält gegen Jonathan Asp Jensen im vierten Anlauf seinen ersten Penalty im Profifussball.
Der Schlechteste
Das erste Tor der Partie erzielt er wunderbar per Kopf. Kurz danach hätte er gar die Chance, GC 2:0 in Führung zu bringen. Er kontrolliert den Ball aber zu schlecht. Und dann macht sich Emmanuel Tsimba sein eigentlich gutes Spiel gleich selbst zunichte. Natürlich muss Lindrit Kamberi nicht den sterbenden Schwan spielen. Aber es bleibt dabei: Tsimba will Kamberi mit dem Ellbogen treffen. Das ist blöd – und es ist rotwürdig.
Die Schiedsrichter
Schiedsrichter Lukas Fähndrich braucht für die zwei heiklen Szenen jeweils den Video-Assistenten. Als er dann vor den Bildschirm gebeten wird, kann er zunächst fast nicht anders, als Rot gegen Emmanuel Tsimba zu zücken. Weil halt nur schon der Versuch eines Ellbogenschlags einen Platzverweis zur Folge hat. Neckisch wäre gewesen, wenn er Lindrit Kamberi für dessen Kombination aus Reissen, Stossen und fröhlicher Rolleinlage am Boden noch Gelb gegeben hätte. Und der Einsatz von Ilan Sauter gegen Dirk Abels ist halt auch wenig geschickt im eigenen Strafraum.
Die Fans
Immerhin 18’040 sind zum 294. Zürcher Derby gekommen. Das ist schön, weil sich die beiden Mannschaften noch nie in der Geschichte auf so traurigen Tabellenplätzen getroffen haben. Am Ende können die FCZ-Fans nicht nur den Derby-Sieg bejubeln. Sondern auch den Liga-Erhalt zwei Runden vor Ende der Spielzeit. Schon das sagt alles darüber aus, was der FCZ für eine Saison hingelegt hat. Und die GC-Anhänger? Müssen aus irgendeinem Grund am Ende noch saudoofe Böller loslassen und haben am Dienstag gegen Winterthur tatsächlich ein echtes Zitterspiel vor der Brust.
So gehts weiter
Der FCZ spielt am Dienstag (20:30 Uhr) auswärts in Luzern. GC trifft im zweitletzten Spiel der Saison zur gleichen Zeit auf Winterthur.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 36 | 33 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 36 | 23 | 66 | |
3 | FC Lugano | 36 | 13 | 63 | |
4 | FC Sion | 36 | 23 | 61 | |
5 | FC Basel | 36 | 3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 36 | 6 | 51 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 36 | 6 | 47 | |
2 | Servette FC | 36 | 4 | 47 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 36 | -10 | 42 | |
4 | FC Zürich | 36 | -20 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 36 | -29 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 36 | -52 | 23 |






