Das Spiel
Thun verliert das erste Spiel als frischgebackener Meister in Sion mit 0:2. Ist die Spannung nach dem Titel weg? Hat der mehrtägige Ibiza-Trip unter der Woche dem Team zu arg zugesetzt? Reicht es mit der B-Elf gegen ein formstarkes Sion einfach nicht? Es ist wohl ein bisschen etwas von allem.
Dem FC Sion wirds herzlich egal sein. Weil der FC Basel in Bern zum 21. Mal in Folge nicht gewinnt, sieht es für das Team von Trainer Didier Tholot im Rennen um Platz vier gut aus. Bleiben sie Vierter, fehlt für die erstmalige Europa-Quali seit neun Jahren nur noch der St. Galler Cupsieg. Zwei Runden vor Schluss liegt man fünf Punkte vor Basel und zwei Punkte hinter Lugano.
In der Startphase halten die Berner Oberländer noch mit, es kommt zu ersten Abschlüssen auf beiden Seiten. Doch dann münzen die Sittener ihre Feldüberlegenheit schnell in zwei Tore um. Winsley Boteli, der den gesperrten Rilind Nivokazi ersetzt, trifft zunächst nur den Pfosten, vier Minuten später macht er es dann besser. Es ist das siebte Liga-Tor des 19-jährigen Edeljokers – aber das erste als Starter in seinem erst zweiten Einsatz von Beginn weg. Nur Sekunden später erhöht Ilyas Chouaref mit seinem dritten Treffer aus den letzten vier Spielen.
Thun schafft es in der Folge nicht, den Schalter umzulegen, und die Kräfte schwinden immer mehr. Die zahlreichen Stammspieler auf der Bank schickt Mauro Lustrinelli erst spät oder gar nicht ins Rennen. Sion kontrolliert die Partie souverän und tütet den fünften Zu-Null-Sieg in Serie ein. Die Tordifferenz dabei: 14:0. Da fallen die vergebenen Chancen zum 3, 4 oder 5:0 auch nicht mehr wirklich ins Gewicht.
Die Tore
22. Minute, Winsley Boteli, 1:0. Chouaref überläuft Thuns Linksverteidiger Dominik Franke (vor dieser Partie erst 219 Super-League-Minuten) und flankt zur Mitte. Théo Berdayes lässt die flache Hereingabe durch im Wissen, dass hinter ihm Boteli zur Stelle ist. Der Nivokazi-Ersatz lässt sich nicht zweimal bitten.
23. Minute, Ilyas Chouaref, 2:0. Nur Sekunden nach dem ersten Tor doppeln die Walliser nach: Chouaref überwindet Thun-Ersatzgoalie Tim Spycher nach einem Konter mit einem präzisen Flachschuss aus rund 25 Metern.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
Jan Bamert (Thun): «Insgesamt war es zu wenig für unsere Ansprüche, auch wenn wir jetzt Schweizer Meister sind. Wir haben uns klar vorgenommen, dass wir die letzten drei Spiele nicht einfach herschenken wollen und würdig auftreten wollen. Heute ist uns das phasenweise gelungen. Wir wussten, dass Sion gut in Form ist und eine super Mannschaft ist, das muss man auch anerkennen.»
Jan Kronig (Sion): «Es war ein richtig geiler Nachmittag, ein super Heimspiel, viele Leute – überragend. Wir haben jetzt noch ein Heimspiel und dann gehen wir nach Bern und schauen, was wir holen können. Es ist klar, dass wir nach Europa wollen. Wir sind über die ganze Saison schon defensiv extrem stabil, weil die ganze Mannschaft mit nach hinten arbeitet. Heute waren drei Stammspieler gesperrt und trotzdem funktioniert es. Die Mannschaft und der Staff arbeiten super zusammen.»
Der Beste
Dass Chouaref in sensationeller Form ist, ist bekannt. Dies zeigt er auch heute. Deshalb geht die Auszeichnung an den anderen Sittener, der einen bestechenden Auftritt auf den Platz legt: Winsley Boteli. Der 19-Jährige, der oft noch im Schatten von Nivokazi steht, beweist in dessen Abwesenheit, dass er auch von Beginn an glänzen kann.
Der Schlechteste
Thuns Furkan Dursun (21) war Captain der österreichischen U21-Nati und gilt als Toptalent. Nun kriegt er die Chance, sich von Beginn an zu zeigen – sieht aber kaum Land.
Das gab zu reden
Die Thuner B-Elf! Meistergoalie Steffen raus. Mittelfeld-Leader Bertone raus. Adjutant Käit raus. Goalgetter Rastoder raus. Sie alle sitzen zu Beginn nur auf der Bank (Heule ist an der Hand verletzt). Die Thuner erlauben sich, mitten im heissen Saisonendspurt Spieler einzusetzen, die zu noch nicht so vielen Einsatzminuten gekommen sind. In Kombination mit dem Ibiza-Trip der Mannschaft in den vergangenen Tagen werden die Stimmen, dass die Thuner nach dem fixen Meistertitel den Europa-Kampf in der Meistergruppe verzerren, sicher nicht leiser. Gegenüber Blue stellt sich Präsident Andres Gerber schützend vor seine Spieler und sagt zum Ibiza-Trip: «Mittlerweile ist es gang und gäbe, dass es nach einem Meistertitel gemacht wird und kritisiert wird. Irgendwann muss man sich in dieser aussergewöhnlichen Saison doch in dieser Konstellation freuen. Denn sobald die Saison fertig ist, gehen die Spieler in die Ferien und die einen verlassen uns.»
Die Fans
Alles Rot-Weiss im Tourbillon. Klar, das sind die Teamfarben beider Mannschaften. Aber auch abgesehen davon darf festgehalten werden: das Stadion ist beim Duell des Europa-Anwärters gegen den frischgebackenen Meister sehr gut gefüllt. 13’450 Fans ist die stolze Zahl. Mehr waren in dieser Saison nur am 5. Spieltag gegen Basel vor Ort (13’500).
Die Schiris
Schiedsrichter Luca Piccolo wirkt bei eins, zwei Aktionen nicht immer sattelfest. Aber er steht in diesem Spiel nicht im Hauptfokus.
So gehts weiter
Sion empfängt am Auffahrtsdonnerstag den FC Lugano (16.30 Uhr) zum Kampf um Platz drei. Thun trifft zeitgleich im letzten Heimspiel der Saison auf die Young Boys. Nach dem Kantonsduell bekommen die Berner Oberländer den Meisterpokal überreicht.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 36 | 33 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 36 | 23 | 66 | |
3 | FC Lugano | 36 | 13 | 63 | |
4 | FC Sion | 36 | 23 | 61 | |
5 | FC Basel | 36 | 3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 36 | 6 | 51 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 36 | 6 | 47 | |
2 | Servette FC | 36 | 4 | 47 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 36 | -10 | 42 | |
4 | FC Zürich | 36 | -20 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 36 | -29 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 36 | -52 | 23 |






