Das Spiel
Lugano schockt das Tourbillon in der 90. Minute. Dank des Remis bleiben die Luganesi auf dem dritten Rang. In der Anfangsphase prägt klassisches gegenseitiges Abtasten das Geschehen. Erst nach einer guten Viertelstunde muss Sion-Keeper Racioppi nach einem Abschluss von Grgic erstmals eingreifen.
Mit zunehmender Spieldauer übernehmen die Gäste das Zepter: Nach einer halben Stunde spricht das Abschlussverhältnis von 6:1 eine deutliche Sprache für die Luganesi. Dennoch mangelt es den Bianconeri zunächst an wirklichen Hochkarätern – bis zur 31. Minute: Nach technisch einwandfreier Vorarbeit von Belhadj trifft Koutsias zur Führung für Lugano. Für die Sittener ist es der erste Gegentreffer seit fast zwei Monaten; zuletzt musste Racioppi am 21. März gegen St. Gallen hinter sich greifen.
Sion zeigt sich nach dem Rückstand zwar bemüht, bleibt aber weitgehend harmlos. So geht es für die Tessiner mit einer verdienten Führung in die Kabine. Von Sion muss nach dem Seitenwechsel definitiv mehr kommen.
Doch auch nach dem Pausentee ist es nicht Sion, sondern Lugano, das dem zweiten Treffer der Partie näherkommt: Belhadjs Schuss schrammt nur knapp am Pfosten vorbei.
War dies der Weckruf für die Sittener? Es scheint so: Zunächst vergibt Nivokazi noch kläglich, doch nur wenige Minuten später bedient er seinen Teamkollegen Chouaref, der zum Ausgleich vollendet. Vorausgegangen war ein katastrophaler Querschläger von Lugano-Verteidiger Mai. Plötzlich gibt das Heimteam den Ton an und erzwingt prompt die Wende: Durch einen sehenswerten Treffer von Baltazar ist die Partie innerhalb von nur acht Minuten gedreht. Lugano ist nun völlig von der Rolle.
Nur Augenblicke später trifft Sions Boteli den Pfosten, woraufhin Chouaref das Kunststück fertigbringt, den Nachschuss irgendwie nicht im Tor unterzubringen. Damit bleibt das Spiel spannend, doch von Lugano kommt viel zu wenig. Immerhin: Nach 76. Minuten gibt es endlich wieder ein Lebenszeichen der Gäste: Behrens fordert Racioppi, der dessen Schuss jedoch abwehren kann. Und dann, knappe 15 Minute später, gelingt Lugano doch noch der Ausgleichstreffer: Papadopoulos staubt ab, nachdem Racioppi das Leder nach einem Schuss Pihlströms nur nach vorne abwehren kann.
Sion versucht im Anschluss nochmals in Führung zu gehen, doch die Zeit reicht nicht aus. Die beiden Teams trennen sich 2:2-unentschieden. Mit diesem Remis können sicherlich die Luganesi besser leben.
Die Tore
31. Minute, Georgios Koutsias, 0:1. Der Steffen-Ersatz bezwingt Torhüter Racioppi per Flachschuss. Vorausgegangen war eine glänzende Vorarbeit von Belhadj, der Sion-Verteidiger Hajrizi mit einer geschickten Finte ins Leere laufen lässt.
55. Minute, Ylyas Chouaref, 1:1. Nach einer verunglückten Abwehrkerze von Lugano-Verteidiger Mai landet der Ball bei Lukembila, der per Kopf auf Nivokazi ablegt. Dessen Weiterleitung findet Chouaref, der die Kugel mit einem präzisen Abschluss im Gehäuse unterbringt.
63. Minute, Baltazar Costa, 2:1. Der Brasilianer kommt vor dem Sechzehner an den Ball. Mit einem technisch anspruchsvollen Schuss per Aussenrist lässt er das Leder flach in der linken Ecke einschlagen.
90. Minute, Antonios Papadopoulos, 2:2. Praktisch aus dem Nichts gelingt den Gästen der Ausgleich. Ausgangspunkt ist ein Eckball, bei dem Pihlström zunächst noch an Racioppi scheitert, der den Ball jedoch nur nach vorne abwehren kann. Papadopoulos schaltet am schnellsten und wuchtet das Leder aus kürzester Distanz über die Linie.
Der Beste
Antonios Papadopoulos. Welch ein Wille, diesen Ausgleich unbedingt erzielen zu wollen. Es gelingt ihm in absoluter Mittelstürmer-Manier mit einem Abstauber.
Der Schlechteste
Lukas Mai sieht beim Sittener Ausgleich gleich zweimal ganz schlecht aus. Zuerst mit einer Kerze. Und als die Kugel wieder den Gesetzen der Schwerkraft gehorcht, bringt der Innenverteidiger den Ball auch nicht weg.
Das gab zu reden
555. Die Schnapszahl steht für die Anzahl Minuten, währen denen Sion-Goalie Anthony Racioppi unbezwungen blieb. Dann legt Belhadj perfekt auf für Koutsias, der leichtes Spiel hat. Vorbei ist es mit der Ungeschlagenheit. Und auch mit der Sittener Siegesserie. Diese endet nach fünf Siegen in der letzten Minute der regulären Spielzeit von Spiel sechs.
Der Schiedsrichter
Keine gröberen Probleme für Mirel Turkes. Allerdings: Beim Offensivfoul von Koutsias an Hajrizi, das er abpfeift, hätte man nicht unbedingt eingreifen müssen. Das war schon sehr, sehr wenig. Koutsias wäre alleine auf Racioppi losgezogen… Kein Wunder, regte sich Lugano-Coach Croci-Torti fürchterlich auf. VAR Wolfensberger musste nur im Hintergrund checken.
Die Fans
Fantastische Stimmung am Auffahrts-Donnerstag im Wallis. 14’300 kommen, um die nächste Sion-Party zu feiern. Sie werden ihr Kommen nicht bereut haben. Auch wenns am Ende nur zu einem Punkt reicht. Die Gäste-Fans tun ihr Bestes, gehen aber ein bisschen unter.
So gehts weiter
Nach ihrem heutigen Spiel in der englischen Woche treffen die zwei Mannschaften in ihrem jeweils letzten Saisonspiel am kommenden Wochenende auf die beiden Enttäuschungen dieser Saison. Die Sittener reisen am Sonntag (17. Mai) nach Bern, wo sie sich um 16.30 Uhr im Wankdorf mit YB duellieren. Zeitgleich empfangen die Tessiner den FC Basel zum Saisonabschluss.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 37 | 28 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 37 | 25 | 69 | |
3 | FC Lugano | 37 | 13 | 64 | |
4 | FC Sion | 37 | 23 | 62 | |
5 | FC Basel | 37 | 1 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 37 | 11 | 54 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |






