Das Spiel
Die Comeback-Könige aus Luzern haben es wieder getan! Zweimal geraten sie in Rückstand. Am Ende bringen sie dennoch einen Punkt ins Trockene.
Vor dem Spiel hatte man von Andrej Vasovic gesprochen, dem 18-jährigen Zuger, der in den letzten sieben Spielen fünfmal getroffen hat. Oder von Sascha Meyer (20), dem Sohn von FCL-Sportchef Remo und Bruder von VfB-Stuttgart-Profi Leny, der in seinem vierten FCL-Einsatz zum ersten Mal in der Startelf steht. Sie bilden das FCL-Youngster-Sturmduo. Aber sie schreiben in einem weiteren verrückten Spiel um die Goldene Ananas mit vielen, vielen Abwehrfehlern keine Geschichte.
Es sind andere, die im Vordergrund stehen. Die ersten haben ein weisses Shirt an. Stevanovic trifft glücklich, weil Bajrami den Ball mit dem Kopf unhaltbar abfälscht. Das zweite Gästetor dann ist ein Gedicht: perfekter erster Kontakt, ultraschneller Abschluss in die weite Ecke. Der Urheber dieses Werks ist der 19-jährige Junge aus Carouge Thomas Lopes. Anfang Saison steht er kaum je im Kader. Dann gibts allmählich Teileinsätze. Und nun trifft er in jedem der letzten vier Servette-Spiele. Ein hoch interessantes weiteres Genfer Eigengewächs. Servette scheint ohnehin eine spannende Equipe für die nächste Spielzeit zu haben.
Doch es folgt das zur liebgewonnenen Tradition gewordene FCL-Comeback. Gegen GC und Lausanne (mit zwei Vasovic-Toren) hatten die Luzerner aus einem 0:1 noch Siege gezimmert. Auch diesmal kommen sie zurück. Winkler verkürzt aus 22 Metern. Und Bajrami trifft mit seinem zweiten Kopfball ins Tor. Diesmal ins richtige. Doch Servette-Joker Njoh trifft aus dem Nichts gegen eine desolate FCL-Abwehr. Wieder führt Servette. Doch wieder reagiert der FCL. Oscar Kabwit erzielt nach sechs torlosen Spielen endlich wieder einen Treffer, indem er Frick in der nahen Ecke erwischt.
Zum Sieg reicht es für die Innerschweizer dann doch nicht. Aber immerhin zur Verteidigung der Leaderposition im Goldenen-Ananas-Teil der Tabelle.
Die Tore
11. Minute, Miroslav Stevanovic, 0:1. Stevanovic zieht von ausserhalb des Strafraums ab und hat Glück, dass Luzerns Adrian Bajrami mit dem Kopf den Ball so abfälscht, dass er im Luzerner Tor landet.
39. Minute, Thomas Lopes, 0:2. Der 19-jährige Franzose Lopes trifft im vierten Ligaspiel in Folge. Sein platzierter Schlenzer, der von der gleichen Seite wie zuvor beim Stevanovic-Treffer kommt, findet den Weg ins lange Eck.
67. Minute, Levin Winkler, 1:2. Mit einem überlegten Direktabschluss lanciert Winkler nach dem Rückpass von Tyron Owusu die Luzerner Aufholjagd. Der Ball holpert gefühlt im Zeitlupentempo über die Linie.
73. Minute, Adrian Bajrami, 2:2. Bajrami, der Luzerner Pechvogel beim ersten Gegentreffer, ist für den Ausgleich des Heimteams zuständig. Der FCL-Captain gewinnt nach einem Corner das Kopfballduell gegen Steve Rouiller.
79. Minute, Lilian Njoh, 2:3. Nachdem Luzerns Goalie Pascal Loretz einen Schuss von Junior Kadile mit dem Fuss entschärft hat, bringt der FCL den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Nutzniesser ist Lilian Njoh, der dafür sorgt, dass die Gäste wieder führen.
81. Minute, Oscar Kabwit, 3:3. Servette verliert den Ball in der Vorwärtsbewegung. Andrejs Ciganiks bedient Kabwit, dessen Schuss von Rouiller minimst abgelenkt wird, so dass die Kugel zwischen dem Pfosten und der Hand von Keeper Jérémy Frick hindurchrutscht.
Die Stimmen
Levin Winkler (FCL) gegenüber Blue: «Servette macht in der ersten Halbzeit aus zwei Schüssen zwei Tore. Diesen Punkt nehmen wir gerne mit. Die Schlussphase war extrem hektisch. Beide Mannschaften wollten das Spiel gewinnen.»
Marco Burch (Servette) gegenüber Blue: «Diese 2:0-Führung müssen wir nach Hause bringen. Bei den Toren, die wir bekommen, verteidigen wir es nicht sauber. Aber am Schluss muss man sagen: Ein Punkt ist besser als keiner.»
Adrian Bajrami (FCL) gegenüber Blue: «Wir nehmen diesen Punkt gern. In der ersten Halbzeit waren wir zu unsauber, es war aber auch Pech dabei. In der zweiten Halbzeit zeigen wir eine riesige Reaktion. Darum ist es ein verdientes Unentschieden.»
Der Beste
Thomas Lopes zeigt in einer bis zur Schlussphase wenig spektakulären Partie sein grosses Potenzial. Besonders sehenswert ist dabei sein Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0.
Der Schlechteste
Es ist lange Zeit eine durchschnittliche Partie, in der mehrere Spieler für diese Kategorie infrage kommen. Am Ende trifft es Jérémy Frick, weil er den Ball vor dem 3:3 wohl halten müsste – auch wenn der Schuss von Kabwit noch leicht abgefälscht wird. Es ist der einzige grosse und klare Fehler dieser Begegnung.
Das gab zu reden
Mit 25 Jahren ist Matteo Di Giusto der älteste Luzerner auf dem Platz. Entsprechend tief ist der Altersschnitt. Der liegt bei 21,6 Jahren. Wahnsinn. Gegen Servette geht das Jugend-forscht-Projekt zunächst nicht auf. Erst als Mario Frick Kevin Spadanuda und vor allem Andrejs Ciganiks bringt, wacht seine Mannschaft auf.
Die Schiris
Für den sehr muskulösen Referee Hüseyin Sanli ist es das zweite Super-League-Spiel in seiner Karriere. Viel Arbeit gibt es für ihn an diesem Frühlingsabend aber nicht. Es gibt kaum heisse Szenen zu beurteilen.
Die Fans
10'354 Fans sind am zweitletzten Luzerner Heimspiel zu Gast. Unter ihnen sind auch Bernhard Russi und Bundesrat Martin Pfister.
So gehts weiter
Die letzten zwei Super-League-Partien der Saison 2025/26 bestreitet Luzern am Dienstag zu Hause gegen den FCZ (20.30 Uhr) und am Samstag auf der Winterthurer Schützenwiese (18 Uhr). An den gleichen Tagen steht auch Servette im Einsatz – zunächst im Stade de Genève gegen Lausanne (20.30 Uhr) und dann noch im Letzigrund gegen den FCZ (18 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 36 | 33 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 36 | 23 | 66 | |
3 | FC Lugano | 36 | 13 | 63 | |
4 | FC Sion | 36 | 23 | 61 | |
5 | FC Basel | 36 | 3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 36 | 6 | 51 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 36 | 6 | 47 | |
2 | Servette FC | 36 | 4 | 47 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 36 | -10 | 42 | |
4 | FC Zürich | 36 | -20 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 36 | -29 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 36 | -52 | 23 |






