Das Spiel
Ganze 514 Minuten blieb Lugano in der Super League ohne Gegentor – bis Stevanovic rund 20 Minuten vor Schluss zum Ausgleich für St. Gallen trifft. Und weil Görtler nur wenig später das Spiel ganz dreht und Zigi spät zum Helden avanciert, bauen die zweitplatzierten Espen den Vorsprung auf die Tessiner auf drei Punkte aus.
Die St. Galler starten besser und kommen immer wieder zu Abschlüssen, so richtig gefordert wird Lugano-Goalie von Ballmoos aber nicht. Die Tessiner brauchen derweil etwas, bis sie in die Partie finden, treffen dann aber mit dem ersten gefährlichen Angriff zur vermeintlichen Führung – Torjäger Behrens steht dabei jedoch im Abseits.
Dennoch haben die Luganesi nun Blut geleckt und suchen den ersten Treffer. Erst wird der Abschluss von Mahmoud in extremis von Okoroji geklärt (36.), dann trifft Papadopoulos erst den Pfosten und setzt den Nachschuss am leeren Tor vorbei (42.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte zählt bereits der zweite Lugano-Treffer nicht.
Gut möglich aber auch, dass bei den Espen in dieser Phase der Schock von der Verletzung von Nino Weibel noch tief sitzt. Der FCSG-Youngster bleibt nach rund einer halben Stunde im Rasen hängen, überdehnt sein Knie und muss anschliessend mit schmerzverzerrtem Gesicht ausgewechselt werden.
Kurz nach dem Seitenwechsel treffen die Luganesi dann zum dritten Mal – und diesmal zählt die Führung auch. Die Reaktion der Espen? Die bleibt zunächst aus. Der Ausgleich von Stevanovic kommt ziemlich aus dem Nichts, danach dreht der FCSG aber auf und sichert sich in Person von Görtler nur fünf Minuten später den Sieg. Die Luganesi haben jedoch noch die Chance auf einen Punkt, als Schiedsrichter Dudic tief in der Nachspielzeit auf einen umstrittenen Penalty (siehe «Die Schiris») entscheidet. Alioski findet jedoch seinen Meister in FCSG-Goalie Zigi.
Die Tore
54. Minute, Hadj Mahmoud, 1:0. Die Luganesi kombinieren über die linke Seite gut durch. Bislimi spielt den Ball in den Strafraum, wo Behrens zu Mahmoud ablegt. Via Innenpfosten findet der Flachschuss des Tunesiers den Weg ins Tor.
69. Minute, Mihailo Stevanovic, 1:1. Görtler setzt sich mit einer starken Drehung durch und steht plötzlich alleine vor von Ballmoos. Der Lugano-Goalie pariert zwar, Stevanovic ist aber zur Stelle und gleicht aus.
74. Minute, Lukas Görtler (Penalty), 1:2. Delcroix bekommt den Ball im eigenen Strafraum an die Hand. Schiedsrichter Dudic lässt erst weiterlaufen, entscheidet nach Ansicht der Bilder aber auf Elfmeter. Diesen verwandelt Espen-Captain Görtler souverän zur Führung.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
Lukas Görtler (FCSG-Captain): «Es war ein überragendes Spiel für den neutralen Zuschauer. Wir machen eine super erste halbe Stunde und drücken Lugano hinten rein. Mit der Verletzung von Nino Weibel verlieren wir dann den Faden. Wir starten auch nicht gut in die zweite Halbzeit und laufen dann dem Rückstand hinterher. Das Tor aus dem Nichts, das 1:1, hat uns etwas gerettet, dann waren wir wieder da. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse. Meine Emotionen sind meine grösste Stärke, gleichzeitig bin ich auch nicht stolz darauf, wenn ich es nachher im Fernsehen sehe.»
Und zum Penalty für St. Gallen: «Wenn der gegen uns gepfiffen wird, rege ich mich auf. Er hat einfach die Hand unten, das ist die natürlichste Handbewegung der Welt. Ich bin natürlich froh, dass er für uns gepfiffen wird, aber ich bin grundsätzlich dafür, solche Dinge so wenig wie möglich zu pfeifen, weil die Strafe die Grösstmögliche ist.»
Antonios Papadopoulos (Lugano-Verteidiger): «Es war ein beklopptes Spiel. Wir verpassen es, das 2:0 zu machen und dann ist es ein Fifty-Fifty-Spiel. Dann hat St. Gallen die Qualität, zwei Tore zu machen. Hintenraus bekommen wir noch den Penalty – da muss mir auch keiner erzählen, dass es keiner ist. Daschner zieht mich genauso, ich bleib halt stehen und er fällt um. Schade aber, dass wir ihn dann nicht reinmachen und uns belohnen.»
Der Beste
Lukas Görtler. Bereitet den Ausgleich vor, trifft zum Sieg, treibt seine Mitspieler an. Ist im strömenden Tessiner Regen fast jederzeit Herr der Lage. Stark.
Der Schlechteste
Antonios Papadopoulos. Leistet sich in Halbzeit eins den Fehlschuss des Jahres und setzt den Ball neben statt ins leere Tor. Kommt defensiv kaum in die Zweikämpfe rein.
Das gab zu reden I
Der Rasen im Cornaredo. Der gleicht eher einem Moor als einem Fussballplatz und ist mit unzähligen Flecken übersäht. Und weil es praktisch 90 Minuten lang schifft, wird das Spiel zur Rutschpartie. In der nächsten Saison spielt der FC Lugano in der nigelnagelneuen AIL-Arena direkt nebenan. Es wird, man kann es nicht anders sagen, Zeit.
Das gab zu reden II
Die Frisur von Kevin Behrens macht seit Jahren Schlagzeilen. Unter dem Titel «der Prinz von Bel Hair» war von einem spektakulär-gruseligen Haarschnitt die Rede. Die BILD schrieb, dass Behrens eine Maisreihe auf seinem Kopf habe. Das hält den Lugano-Stürmer aber nicht davon ab, auch gegen den FCSG Cornrows zu tragen.
Die Schiris
Schiri Alessandro Dudic und seine beiden Assistenten Daniel von Känel und Nicolas Müller erwischen keinen glanzvollen Nachmittag. Bei der Penaltyszene wird Dudic von VAR Lukas Fähndrich an den Bildschirm gebeten und entscheidet auf Elfmeter. Weil der Schuss aufs Tor kommt. Und an die Hand von Delcroix springt. Ein vertretbarer Entscheid. Warum Dudic in der Nachspielzeit aber auf Penalty für Lugano entscheidet, ist fragwürdig. Weil sich Papadopoulos zuvor ein Reiss-und-Zerr-Duell mit Daschner liefert und dieser zu Boden geht.
Die Fans
3828 Zuschauerinnen und Zuschauer trotzen dem strömenden Regen und sehen ein Spiel, das mit wenigen Ausnahmen ein Grotto-Kick ist. Unter den Zuschauern auf der Haupttribüne ist auch Espen-Präsident Matthias Hüppi. Der tigert während Spielen nicht selten herum, im Cornaredo aber bleibt er meist auf seinem Platz.
So gehts weiter
Zum Abschluss der Super-League-Saison steht eine englische Woche an. Lugano ist an Auffahrt (16.30 Uhr) bei Sion zu Gast und empfängt am Sonntag (16.30 Uhr) den FCB. Der FCSG spielt jeweils zeitgleich auswärts gegen den FCB und zum Abschluss zu Hause gegen Meister Thun.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 36 | 33 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 36 | 23 | 66 | |
3 | FC Lugano | 36 | 13 | 63 | |
4 | FC Sion | 36 | 23 | 61 | |
5 | FC Basel | 36 | 3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 36 | 6 | 51 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 36 | 6 | 47 | |
2 | Servette FC | 36 | 4 | 47 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 36 | -10 | 42 | |
4 | FC Zürich | 36 | -20 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 36 | -29 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 36 | -52 | 23 |






