Das Spiel
In Basel dürften alle froh sein, dass diese Saison nun zu Ende ist. In Lugano kassiert der FCB die vierte Pleite im fünften Spiel der Meisterrunde. Lugano verabschiedet sich derweil mit einem Erfolgserlebnis aus dem altehrwürdigen Cornaredo (siehe «Die Fans»). Man sichert sich Platz drei und kann sich in der ersten Saison in der neu gebauten AIL-Arena über Europacup-Nächte freuen.
«Wir haben enorm viel Mühe, Tore zu schiessen», konstatierte Stephan Lichtsteiner nach dem 1:3 gegen St. Gallen unter der Woche. Und man sei in der Offensive und Defensive zu wenig zielstrebig. Eine Analyse, die der FCB-Coach nach diesem Spiel genau so wiederholen könnte. Offensiv bleibt der entthronte Meister noch harmloser, hinten stellt man sich noch ungeschickter an.
Lugano hat die Gäste komplett im Griff. Für Tore brauchen sie dennoch zwei Corner, die Basel gegen den 85-Kilo-Mocken Kevin Behrens ungenügend verteidigt. Beim zweiten Gegentor sieht der zwei Zentimeter grössere aber zehn Kilo leichtere Andrej Bacanin gegen den Deutschen alt aus.
Nach der Pause wird es aus Basler Sicht nur noch schlimmer. Renato Steffen schiesst zum 3:0 ein, kurz darauf trifft auch Koutsias, der zur Pause für Behrens kommt, nach einer Ecke. So verkommt das Spiel schon nach gut 50 Minuten zu einem Testspiel.
Die Tore
10. Minute, Kevin Behrens, 1:0. Nach einer kurz ausgeführten Ecke findet Ezgjan Alioski im Strafraum Behrens. Der bullige Stürmer steigt am höchsten und trifft wuchtig per Kopf.
36. Minute, Kevin Behrens, 2:0. Wieder ein Corner, wieder trifft Behrens per Kopf. Dieses Mal schlägt Alioski die Flanke direkt vom Eckpunkt, der schmächtige Andrej Bacanin hat im Strafraum gegen den heranrauschenden Deutschen das Nachsehen.
52. Minute, Renato Steffen, 3:0. Der FCB verliert im Aufbauspiel den Ball. Lugano schaltet über Steffen schnell um. Seinen ersten Versuch von der Strafraumgrenze kann Becir Omeragic noch blocken, der zweite aus näherer Distanz ist dann drin.
56. Minute, Georgios Koutsias, 4:0. Wieder klingelts nach einer Ecke. Diesmal können die Basler die Alioski-Flanke noch klären – jedoch ungenügend. Koutsias steht im Rückraum parat und trifft per Volley.
Die Stimme (gegenüber Blue)
Renato Steffen (Lugano): «Heute war ein sehr spezieller Tag nicht nur wegen des dritten Platzes. Ich habe den Jungs in der Kabine gesagt, dass es darum geht, das Cornaredo mit den Fans schön verabschieden zu können. Und auch Mattia Bottani, der alles verkörpert, wieso wir jeden Tag aufstehen. Es galt auch, den Sieg für ihn zu holen. Es war sehr emotional für uns alle, ihn so zu sehen. Wir hätten ihn gerne noch länger bei uns gehabt. Es war ein gelungener Nachmittag. Das I-Tüpfelchen wäre gewesen, wenn er noch ein Tor geschossen hätte.»
Der Beste
Ezgjan Alioski. Bereitet die ersten beiden Lugano-Treffer mit zwei perfekten Flanken vor. Und auch beim vierten Tor ist der Aussenverteidiger mit einer Flanke involviert.
Der Schlechteste
Julien Duranville. Warum die BVB-Leihgabe im letzten Spiel überhaupt in der Startelf steht, bleibt ein Rätsel. Nach einer halben Stunde holt FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner den Belgier aber bereits vom Feld.
Das gab zu reden
Neben Duranville bestreiten auf beiden Seiten weitere Spieler ihr Abschiedsspiel. Bei Lugano sind es Klub-Legende Mattia Bottani sowie Belhadj und Mahou. Beim FCB wird sich unter anderem Sporting-Leihgabe Koindredi verabschieden. Andere Abgangskandidaten wie Traoré (gesperrt) und Metinho (verletzt) fehlen dagegen. Das gilt auch für Goalie Hitz, der am Donnerstag gegen St. Gallen verabschiedet wurde. Offiziell ist der Ostschweizer als verletzt gemeldet. Zum Karriereende dürfte er sich aber einfach die Reise ins Tessin erspart haben.
Die Fans
Nach 75 Jahren hat das Stadio di Cornaredo ausgedient. Das letzte Spiel in der alten Heimstätte des FC Lugano ist wenig überraschend ausverkauft. Ab der neuen Saison wird in der direkt daneben errichteten AIL Arena gespielt.
Die Schiris
Urs Schnyder hat in seiner Karriere schon schwierigere Spiele pfeifen müssen. Klare Linie, keine klaren Fehler. Höchstens über den Eckball vor dem 0:1 kann man diskutieren, wenn man kleinlich sein will.
So gehts weiter
Die Saison ist für beide Mannschaften zu Ende. Die neue Saison beginnt am Wochenende des 25. und 26. Juli. Lugano greift schon in der Woche davor in der zweiten Qualifikationsrunde zur Conference League ins Geschehen ein.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 38 | 28 | 75 | |
2 | FC St. Gallen | 38 | 25 | 70 | |
3 | FC Lugano | 38 | 17 | 67 | |
4 | FC Sion | 38 | 23 | 63 | |
5 | FC Basel | 38 | -3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 38 | 11 | 55 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |






