Das Spiel
Sämtliche Hoffnungen des FC Basel, die minime Europacup-Chance doch noch irgendwie aufrechtzuerhalten, zerschlagen sich gegen St. Gallen. Es ist einfach viel zu bescheiden, was die Bebbi im letzten Heimspiel der Saison anzubieten haben. Dabei zählt aus rotblauer Sicht nur eines: der Sieg. Nicht einmal die frohe Kunde aus dem Wallis mit der zwischenzeitlichen Lugano-Führung gegen Sion verleiht dem FCB Flügel.
Dass Basel gegen die Gäste aus der Ostschweiz den Kürzeren zieht, ist in jüngerer Vergangenheit nicht neu. Die Espen haben sich zu einem Angstgegner der Bebbi gemausert. Der 3:1-Erfolg des FCSG ist der vierte Pflichtspielsieg aus den letzten fünf Direktbegegnungen.
Die Mannschaft von Enrico Maassen legt im Joggeli keineswegs einen überragenden Auftritt hin. Aber einer, der reicht, um drei Punkte im Gepäck mit nach Hause zu nehmen. Aliou Baldé kurz nach dem Seitenwechsel und Carlo Boukhalfa in der 78. Minute werden von der zu passiven Basler Abwehr zum Toreschiessen eingeladen. Und nachdem Nicolas Vouilloz für den FCB zum 1:2 verkürzt hat, vergehen nach dem Anstoss lediglich zwölf Sekunden, bis Nevio Scherrer mit seinem ersten Super-League-Goal den alten Zwei-Tore-Vorsprung direkt wieder herstellen kann.
Die Tore
51. Minute, Aliou Baldé, 0:1. Im Strafraum stoppt die FCB-Verteidigung zwar Carlo Boukhalfa, danach darf sich aber Baldé den Ball in aller Ruhe zurechtlegen und diesen im langen Eck versorgen.
78. Minute, Carlo Boukhalfa, 0:2. Boukhalfa wird am Strafraum von Mihailo Stevanovic angespielt und nutzt danach die Freiheiten, die ihm Gegenspieler Nicolas Vouilloz gewährt, um die Partie mit einem Schuss in die weite Ecke vorzuentscheiden.
88. Minute, Nicolas Vouilloz, 1:2. Koba Koindredis Freistossflanke nickt Vouilloz aus fünf Metern in die Maschen. Der Basler Verteidiger gewinnt dabei das Kopfballduell gegen Mihailo Stevanovic.
89. Minute, Nevio Scherrer, 1:3. Direkt nach dem Gegentor spielt St. Gallen den Ball weit nach vorne. Flavius Daniliucs Abwehr landet bei Scherrer, der zunächst Dominik Schmid aussteigen lässt und dann die Kugel an Marwin Hitz' rechtem Bein vorbeischiesst.
Die Stimmen
Marwin Hitz (FCB) gegenüber SRF: «Alles in allem war es ein schöner Tag. Ich bekam einen schönen Abschied. Meine Familie war hier. Deshalb glaube ich, dass man über das Resultat hinwegsehen muss.»
David Degen (FCB-Präsident) gegenüber SRF: «Wir sind weit hinter den Zielen, die wir uns gesteckt haben. Die letzten Spiele, die ganze Saison hat gezeigt, dass wir alles hinterfragen müssen – vom Staff bis zu den Spielern. Wir müssen jeden Stein umdrehen und die richtigen Schlüsse ziehen. Und dann haben wir hoffentlich eine konkurrenzfähige Mannschaft, um wieder voll anzugreifen.»
Der Beste
Aliou Baldé – nicht nur, weil er das erste Tor der Partie erzielt. Der 23-Jährige versprüht, was diese Partie sonst nur sehr bedingt bietet: Spielfreude.
Der Schlechteste
Zum ersten Mal seit dem 14. April steht Xherdan Shaqiri wieder in der Startformation des FCB. Gelingen will ihm dabei wenig bis gar nichts. Dafür streut er den einen oder anderen gefährlichen Ballverlust ein, der auch zu einem Gegentor führen könnte. Nach nicht einmal einer Stunde nimmt ihn Trainer Stephan Lichtsteiner vom Platz.
Das gab zu reden
Vor dem Spiel wird Marwin Hitz nach vier Jahren beim FC Basel verabschiedet. Der Goalie wird Ende Saison mit 38 Jahren zurücktreten. Auf der Grossleinwand wird ein Video mit Grussbotschaften unter anderem von Manuel Akanji und Taulant Xhaka eingespielt. Xhaka sagt den schönen Satz: «Immer, wenn es mir nicht so gut gegangen ist, hast du mich wieder aufgerichtet.» Einen Abgang mit einem Sieg mögen ihm die St. Galler aber nicht gönnen.
Die Schiris
Lukas Fähndrich bekommt ein ultra-nickliges Spiel vorgesetzt, mit vielen kleinen und vor allem vielen taktischen Fouls. Die Folge: Er zeigt nicht weniger als neun gelbe Karten. Als er in der ersten Halbzeit einen Penalty für Basel gibt, wird er von der Video-Assistentin Michèle Schmölzer zurecht darauf hingewiesen, dass Aliou Baldé den Basler Dominik Schmid klar vor dem Strafraum berührt und damit zu Fall bringt.
Die Fans
29'822 Fans werden gemeldet. Es hat aber gerade auf der Gegentribüne viele freie Sitze. Ganz leer ist zu Beginn der Gästesektor. Erst in der 19. Minute sind im Joggeli auch Ostschweizer Fangesänge zu hören. Der Grund: Der Extrazug hat eine technische Panne und kommt erst mit grosser Verspätung in Basel an. Immerhin hat sich ihre lange Anreise gelohnt. Das Spiel nimmt sowieso erst ab dann Fahrt auf – und sie dürfen als Sieger nach Hause fahren. Hoffentlich mit einem Zug, der nicht noch einmal liegen bleibt.
So gehts weiter
Mit dem Auswärtsspiel in Lugano endet für Basel am kommenden Sonntag die Saison 2025/26. St. Gallen empfängt derweil am gleichen Tag den neuen Schweizer Meister Thun und hat eine Woche danach die grosse Chance auf den Cup-Titel im Final gegen das unterklassige Stade-Lausanne-Ouchy.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 37 | 28 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 37 | 25 | 69 | |
3 | FC Lugano | 37 | 13 | 64 | |
4 | FC Sion | 37 | 23 | 62 | |
5 | FC Basel | 37 | 1 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 37 | 11 | 54 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |






