Es hat sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet, dass der frischgebackene Meister FC Thun bald nach einem neuen Cheftrainer suchen muss. Am Donnerstagmorgen wirds dann immer konkreter. Augenzeugen berichten Blick, dass Mauro Lustrinelli kurz nach 7 Uhr in den Swiss-Flieger Richtung Berlin eingestiegen ist.
Seit Tagen galt der 50-Jährige als Kronfavorit und Wunschkandidat auf den Trainerposten bei Union Berlin. Nun folgt die Reise in die deutsche Hauptstadt. Ob das Zufall ist? Sicher nicht. «Der FC Thun, mein Umfeld und ich stehen im Austausch», antwortete Lustrinelli noch vielsagend im Blick-Meisterinterview zu Beginn der Woche auf die Frage nach seiner Zukunft. Wenige Tage später folgt die Antwort – und sie heisst Union. Am Donnerstag kam es zur Unterzeichnung eines mehrjährigen Vertrages. Um 14 Uhr vermeldet Thun das Ende der Ära im Berner Oberland. Der Bundesligaklub überweist für den Wechsel eine Ablöse von angeblich rund einer Million Franken in Richtung Thun.
Lustrinelli vom Berner Oberland in die 4-Millionen-Metropole Berlin? Ja, das könnte richtig gut passen – mit dem Tessiner Charme Lustrinellis und dem deutschen Kultklub, der im knallharten Bundesliga-Business doch stets auch auf Werte achtet. Für den Architekten der Schweizer Sensationsmeisterschaft wäre es der ideale und vor allem vernünftige nächste Schritt. Bei Union wird ruhig und seriös gearbeitet und Management sowie Fanumfeld erwarten keine Wunderdinge.
Grosse Herausforderung in Deutschlands Hauptstadt
Ausserdem befindet sich der Klub in einem grossen Umbruch, bei dem Lustrinelli mitgestalten könnte. Zum einen sind gemäss deutschen Medienberichten diverse Anpassungen im Kader durch Geschäftsführer Horst Heldt vorgesehen, zum anderen baut der Klub gerade für 40 Millionen Euro ein topmodernes Trainingszentrum und wird in einem Jahr mit dem Ausbau des Stadions An der Alten Försterei beginnen.
Auf den 50-Jährigen wartet in der deutschen Hauptstadt eine grosse Herausforderung. So richtig glücklich wurden die Berliner mit ihren Trainern nämlich nicht mehr seit dem Abgang von Urs Fischer, der 224-mal an der Seitenlinie von Union stand, den Klub nicht nur in die 1. Bundesliga, sondern auch in die Champions League führte und so etwas wie Heldenstatus bei Union geniesst.
Nun soll mit dem Super-League-Meister Mauro Lustrinelli der nächste Schweizer Trainer die «Eisernen» glücklich machen. Trotz unterschiedlichen Anfragen aus der Bundesliga sowie aus Italien hat sich der 50-Jährige für den Tabellen-Elften der abgelaufenen Saison entschieden.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 38 | 28 | 75 | |
2 | FC St. Gallen | 38 | 25 | 70 | |
3 | FC Lugano | 38 | 17 | 67 | |
4 | FC Sion | 38 | 23 | 63 | |
5 | FC Basel | 38 | -3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 38 | 11 | 55 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |

