Tausendsassa Lustrinelli
Der Thuner Meistertrainer kann nicht nur gut kochen (Stichwort Risotto), ein Team vom Aufstieg zum Titel führen und danach Party machen – er kann auch auflegen! Am Mischpult zieht Mauro Lustrinelli (50) zusammen mit DJ Jack Dylan spätabends eine Show ab. Dieser hat pünktlich zum Umzug den neuen Remix «Rot u Wiiss» zur Meistersaison des FC Thun herausgegeben.
Stimmungskanone wehrt sich
In den Tagen nach dem Meistertitel hat sich Michael Heule (25) als inoffizieller Partykönig hervorgetan. Vor der Abfahrt der LKW-Parade fragt ihn Blick hochoffiziell, ob dem wirklich so sei. «Nein, das war doch einfach in dieser ersten Meisternacht so. Nach der Pokalübergabe am Donnerstag war ich brav und bin mit der Familie Essen gegangen. Dieser etwas ruhigere Abend hat gut getan.» Danach aber bei der Spielerpräsentation in der Stadt greift der Linksverteidiger bereits wieder an und lässt erahnen, wie gut er Stunden später drauf sein wird. In nur einer Saison hat sich der Ostschweizer zu einem Thuner Publikumsliebling entwickelt. Natürlich hilft es zusätzlich, wenn er in die Fanmassen schreit: «Feiern wir in diese Nacht hinein. Lassen wir es krachen. Und am Sonntag schlagen wir diese St. Galler.» – Sagt er im breitem St. Gallerdialekt.
Der freche Latour
Die Thun-Legende Hanspeter Latour (78) hält eine etwas andere Rede. Er erzählt vom «verrückten» Donnerstag. Das Ladegerät seines Handys sei nirgends gewesen, sein Auto habe er mit noch brennendem Licht stehen lassen und auch seinen Hausschlüssel konnte er auch nicht finden. Sein Fazit deshalb: «Ich bin den ganzen Tag neben den Schuhen gestanden.» Er lässt eine freche Spitze gegen die Mannschaft folgen: «Denen, die Fussball gespielt haben, ist es ja genau gleich gegangen (3:8 gegen YB, die Red.). Aber es ist schiissegliich – Hauptsache, wir haben den Kübel. Herzliche Gratulation.» Die Fans lachen zwei Minuten lang Tränen.
10'000 Fans trotzen dem Regen
Viele machen zwischen Auffahrt und Wochenende die Brücke, also ging der Thuner Meisterumzug gestern schon mitten am Nachmittag los. Es geht in strömendem Regen vom Stadion zur Stadt. Auf zwei LKW tanzen Mannschaft und Staff. Und einer gibt den goldenen Meisterkübel nicht wieder her, liebkost ihn, als wäre er sein Baby: Kastriot Imeri (25) ist verliebt in den Pokal. Der Regen lässt zeitweise nach, in der Innenstadt gehts auf der Bühne mit rund 10 000 Fans weiter. Bis tief in die Nacht. Thun hat die zweite Meister-Freinacht ausgerufen. Und diesmal ist auch ein Lokal für die Meisterhelden gebucht.
Ticker zum Nachlesen – von Parade bis zur Partynacht
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 37 | 28 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 37 | 25 | 69 | |
3 | FC Lugano | 37 | 13 | 64 | |
4 | FC Sion | 37 | 23 | 62 | |
5 | FC Basel | 37 | 1 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 37 | 11 | 54 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |

