Darum gehts
- SRF-Berichterstattung zur WM sorgt für Kritik: altbackenes Konzept ohne Esprit
- Der Autor ist vom SRF enttäuscht und lobt das ZDF für die lebendigere Atmosphäre
- Der Autor kritisiert die Übersättigung: Fussball ist täglich im TV verfügbar
SRF oder ich – einer von uns beiden ist das Problem. Die Berichterstattung am Donnerstagabend vor dem Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika war nur wenige Minuten alt, da nahm ich schon die Fernbedienung in die Hand und wollte reflexartig aufs ZDF umschalten.
Warum das so war? Business as usual als SRF-Konzept für diese WM. Das übliche Studio, altbekannte Experten, dazu ein paar verkleidete Zuschauer im Publikum. Quasi ein Sportpanorama in Grell. Esprit oder Überraschendes? Fehlanzeige. Aus meiner Sicht ein klassischer Fehlstart. Oder bin doch ich das Problem?
Warum ich das Problem sein könnte
Achtung, Binsenwahrheit: Je älter man wird, desto mehr hat man schon erlebt und desto abgestumpfter wird man. Die Vorfreude und Freude, die man als Kind oder Jugendlicher bei einer Fussball-WM hat, ist nicht die gleiche wie die, die man als 49-jähriger, alter, weisser Mann empfindet.
Und auch die Zeiten haben sich fundamental geändert. Längst kann man jeden Tag irgendwo am TV Fussball schauen. Die Folge: Man ist übersättigt und überwältigt von der ganzen langen Saison und freut sich nicht schon Wochen vorher auf die WM. Deshalb braucht es mehr als ein grundsolides 08/15-Programm, um mich zu begeistern und bei der Stange zu halten.
Warum das SRF das Problem sein könnte
Ich muss es zugeben: Ich habe dann doch hie und da zum ZDF rübergezappt. Und was ich dort zu sehen bekam, war halt eine andere Welt. Eine lebendigere Studioatmosphäre (Zollernhof in Berlin-Mitte) und charismatischere Experten (Christoph Kramer, Per Mertesacker, Christian Streich).
Man hat auf Anhieb gemerkt: Im ZDF wird nicht wie beim SRF ein Alltagsprogramm abgespult – das hier ist ein Feiertagsprogramm, das auf die TV-Konsumierenden ansteckend wirkt.
Wer ist das Problem – das SRF oder ich? Fortsetzung folgt.





