Der SC Freiburg um Nati-Juwel Johan Manzambi (20) schnuppert am ersten grossen Titel der Vereinsgeschichte – doch am Ende reicht es nicht. Der Pott geht nach Birmingham zu Aston Villa statt ins Breisgau.
Ein Doppelschlag kurz vor der Pause sorgt in Istanbul bereits für die Vorentscheidung: Erst trifft Youri Tielemans (29) sehenswert, wenig später legt Emiliano Buendia (29) mit dem nächsten Traumtor nach. Als Morgan Rogers (23) kurz nach der Stunde das 3:0 erzielt, ist das Europa-League-Final endgültig entschieden.
Die Enttäuschung steht den Freiburgern und Manzambi ins Gesicht geschrieben. Ganz anders die Stimmung bei Aston Villa: Die Fans sind völlig aus dem Häuschen. Dass das Tüpraş Stadyumu zu den lautesten Stadien Europas gehört, war schon vor dem Anpfiff bekannt. Doch die Aston-Villa-Anhänger, die rund zwei Drittel der Zuschauer ausmachen und zu denen auch Prinz William gehört, verwandeln das Besiktas-Stadion endgültig in einen ohrenbetäubenden Hexenkessel.
Verstecken müssen sich die Freiburger Fans dennoch keineswegs. Obwohl die Niederlage früh absehbar ist, peitschen sie ihre Mannschaft bis zum Schlusspfiff nach vorne. Nur der Text des Fanlieds verändert sich im Laufe des Abends. Aus «Wir holen den Pokal! Für Freiburg wär’s das erste Mal!», das zuvor stundenlang durch Istanbul hallte, wird nichts. Nach dem verlorenen DFB-Pokalfinal gegen RB Leipzig vor vier Jahren bleibt Freiburg auch im Europa-League-Final nur die Rolle des Finalverlierers.
Fünfter Streich von Emery
Für Unai Emery (54) dagegen zementiert der Abend seinen Ruf als «Mr. Europa League». Bereits zum fünften Mal gewinnt der Spanier den Wettbewerb – und das mit drei verschiedenen Klubs. Bemerkenswert: Alle Titel holt Emery mit Teams, die «Villa» im Namen tragen – Sevilla, Villarreal und nun Aston Villa. Mit Arsenal und PSG hat er es dagegen nicht geschafft. Zufall oder nicht: Emery gehört längst zu den besten seines Fachs.






